Bekanntes Laufer Problem ist wieder Thema

Zu viel Müll am Kunigundenberg

Dieser unschöne Anblick – die Überreste einer nächtlichen Party im Freien – bot sich den Mitarbeitern des Bauhofs am Mittwochmorgen auf dem Laufer Hausberg. | Foto: Bauhof Lauf2021/06/Mull-am-Kunigundenberg-Lauf-16.6.21-Foto-Bauhof.jpg

LAUF – Der Laufer Kunigundenberg ist ein gern besuchter Ort, denn der frisch begrünte Reigenplatz, die Kapelle und der Biergarten laden zum Verweilen ein und sind normalerweise auch schön anzusehen. Doch ein altbekanntes Problem stört vor allem in der warmen Jahreszeit den Blick auf die Landschaft: Der Müll.

Wer dann in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden den Laufer Hausberg besucht, sieht nicht nur Steinstufen und grünen Rasen, sondern auch leere Dosen, zerbrochene Flaschen, Plastikverpackungen und Essensreste

Ein Teil des Mülls liegt in und neben den wenigen, oft prall gefüllten, Mülleimern. Der andere Teil ist über die Rasenfläche, die Treppen oder entlang der Straße Richtung Tal verstreut. 

Die Dosen und Fast-Food-Verpackungen sind oftmals die Überbleibsel eines Gruppentreffens von Jugendlichen, doch nicht nur. „Der Platz vor der Kapelle ist zum Treffpunkt von Auto-Tunern geworden, die vorher im Drive-In waren und am Parkplatz ihren Müll zurücklassen“, sagt Jürgen Eichenmüller, Betreiber des dortigen Biergartens. 

Plätze zum Feiern fehlen

Das Müllproblem hat laut ihm seit etwa zwei Jahren stetig zugenommen, vor allem das aktuelle Prüfungsende der Laufer Abiturienten und der durch die Corona-Maßnahmen bedingte Mangel an Orten zum Feiern, verstärken das Problem. 

Das sieht auch Eichenmüller. „Die Jugendlichen sollen natürlich feiern dürfen, das haben ich und meine Kumpels auch gemacht, aber wir fragen uns, ob wir damals so viel Müll übrig hatten.“ 

Eichenmüller hält es für eine sinnvolle Maßnahme, die Tuner-Treffen am Berg zu unterbinden. Um eine Lösung zu finden, stellt sich für ihn die Frage: „Wer ist eigentlich zuständig?“

Zuständig ist die Stadt Lauf, die laut Bürgermeister Thomas Lang Maßnahmen ergriffen hat, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Die Vermüllung ist ärgerlich und kann so natürlich nicht bleiben.“

Der Bauhof räumt auf

Deswegen schickt der Bauhof der Stadt Lauf nun jeden Morgen zwei Mitarbeiter auf den Berg, die mit Zange und Rechen eine Stunde die Überreste der vergangenen Nacht aufsammeln. „Eigentlich wird ihre Arbeitskraft zurzeit eher beim Bewässern und Gärtnern gebraucht, aber der Einsatz am Berg soll erst mal bis auf Weiteres bestehen bleiben.“

Außerdem sei ein privater Sicherheitsdienst beauftragt worden, dort regelmäßig nach dem Rechten zu sehen. „Wir sind auch darüber im Gespräch mit der Laufer Polizei, ob die Streifen am Kunigundenberg vor allem abends mehr Präsenz zeigen können“, sagt Lang. 

Zusammen mit Bauhof und Bauamt soll laut Lang eine längerfristige Strategie entwickelt werden, um das Müllproblem zu lösen oder wenigstens einzudämmen. 

Es spreche natürlich nichts dagegen, dass sich Menschen am Kunigundenberg treffen, „aber die Bitte, seinen Müll wieder mitzunehmen, ist angemessen.“ Laut dem Bürgermeister sehen das reuige Sünder regelmäßig ein. „Es kommt immer wieder vor, dass Menschen sich bei uns melden und sagen, sie haben am Berg Mist gebaut, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Diese kämen dann am nächsten Tag  zum Aufräumen oder böten ihre sozialen Dienste an. 

Bauhofleiter will Verbesserung

Der Leiter des Laufer Bauhofs, Thomas Bleisteiner, ist von den zusätzlichen Einsatzstunden seiner Mitarbeiter, die an anderer Stelle fehlen, nicht begeistert. Auch er drängt auf eine Verbesserung der Situation. 

Seiner Meinung nach sind Maßnahmen wie das Aufstellen von zusätzlichen Mülleimern allerdings kein Garant für mehr Sauberkeit am Kunigundenberg. Dieser ist laut Bleisteiner auch nur einer von mehreren „Brennpunkten“ in Lauf, an denen regelmäßig Müll zurückgelassen wird. „Die Frage, ob sich dieses Problem überhaupt lösen lässt, ist offen.“ 

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