49-Jährige gefunden

Vermisste schlief im Wald

Ulrike und Volker Koch meldeten der Laufer Polizei, unter Dienststellenleiter Patrick Pickel (links) und Einsatzleiter Sebastian Schlagenhaufer, den blauen Golf der Vermissten. Die Hündin der Kochs lieferte am Samstag den entscheidenden Hinweis. | Foto: Beck2020/01/Vermisstenfund-Sebalder-Reichswald-Polizei-Lauf-Suchhund-200120.jpg

GÜNTHERSBÜHL — In einer provisorischen Unterkunft unter Bäumen des Sebalder Reichwalds hat sich eine 49-jährige Nürnbergerin für mehrere Tage einen Unterschlupf eingerichtet. Nachdem sie am Freitag als vermisst gemeldet wurde, fanden Einsatzkräfte sie schließlich einen Tag später zwischen Günthersbühl und Behringersdorf.

Auf einem Parkplatz zwischen den Ortschaften bemerkte das Ehepaar Ulrike und Volker Koch aus Rückersdorf einen blauen Golf, der dort bereits seit mindestens drei Tagen parkte, und meldeten diesen am Freitag der Laufer Polizei. „Wir haben uns Sorgen gemacht, ob es in diesem Fall vielleicht um Selbstmord und Mord geht“, sagte Volker Koch.

Nach der Überprüfung des Kennzeichens stellte die Polizei fest, dass die Nürnberger Besitzerin des Autos seit einer Woche von ihrer Mutter vermisst wird, die allerdings noch keine Anzeige aufgegeben hatte. Daraufhin begann am Freitagmittag eine umfangreiche Suchaktion unter der Leitung der Polizei Lauf. Im Einsatz waren unter anderem zwei Hubschrauber, Einsatzkräfte des BRK und der Feuerwehr. Gegen 21 Uhr wurde die Vermisstensuche am Freitag aufgrund des Regens und der Dunkelheit eingestellt.

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Vermisste Nürnbergerin im Wald : Hündin schlug an

Am Samstagvormittag ging die Suche weiter. Zur gleichen Zeit drehte das Ehepaar Koch mit Hündin Dana ihre tägliche Runde durch den Reichswald, als die fünfjährige Hündin plötzlich nervös wurde und an der Leine zog. Erneut benachrichtigten die Kochs die Polizei Lauf, die unter dem Einsatzleiter Sebastian Schlagenhaufer 1,5 Kilometer vom Parkplatz entfernt fündig wurde.

Unter einem umgefallenen Baum hatte sich die Vermisste eine Kuhle geraben, diese mit Ästen abgedeckt und sich in Decken eingewickelt. Wasser hatte sie sich aus einem Bach in der Nähe geholt und Essen in ihrem Auto transportiert. Laut ihren Angaben hatte sie bereits seit dem 10. Januar im Wald übernachtet.

Die Laufer Beamten übergaben die Nürnbergerin, die wohlauf wirkte, dem Rettungsdienst. „Da in den kommenden Nächten Temperaturen um die -7 Grad erwartet werden, war der Fund der Vermissten keinen Tag zu spät“, sagte Einsatzleiter Schlagenhaufer.

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N-Land Andrea Beck
Andrea Beck