Schulamt sorgt für Verwirrung

Schulen im Landkreis öffnen am Dienstag

Ab morgen findet nicht nur an den Grundschulen, wie hier der Grundschule Rudolfshof in Lauf, wieder Unterricht statt, sondern in allen Schulen im Nürnberger Land. | Foto: Hartung2021/02/Klassenzimmer-Abluftanlagen-Grundschle-Rudolfshof.jpg

NÜRNBERGER LAND – Widersprüchliche Nachrichten in Sachen Schulöffnung stifteten heute Verwirrung  und Unmut bei Eltern, Schülern und Lehrern im Nürnberger Land.

Die zwölfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sieht die Rückkehr aller Schüler in den Präsenz- oder Wechselunterricht vor, sobald die Corona-Inzidenz in einem Landkreis fünf Tage in Folge unter 100 liegt. Der anschließende sechste Tag dient der Ankündigung, am siebten Tag wird geöffnet. 

Aufgrund dieser Regel veröffentlichte das Landratsamt Nürnberger Land gestern die Meldung, dass ab dem morgigen Dienstag alle Schüler im Kreis wieder mindestens Wechselunterricht erhalten und nicht – wie bisher – nur die Abschlussklassen. In bayerischen Grund- und Förderschulen bis zur 6. Klasse gilt seit gestern schon bei Sieben-Tage-Inzidenzen unter 165  wieder Präsenz- oder Wechselunterricht.  

Also wurden Elternbriefe verschickt, die Lehrer bereiteten sich auf den Unterricht vor, die Infos zur Öffnung hingen am schwarzen Brett  – bis bei den Schulen am Montagvormittag gegen 11 Uhr plötzlich eine neue Nachricht einging: Das Schulamt Nürnberger Land kündigte die Fortsetzung des Distanzunterrichts in allen weiterführenden Schulen an, noch mindestens bis zum kommenden Montag, den 17. Mai. Begründet wurde die Entscheidung mit der erneut gestiegenen Inzidenz im Landkreis, die heute bei 105,39 lag. 

„Öffnung ist nicht zu verantworten“

Schulamtsleiter Joachim Schnabel hatte sich mit dem Gesundheitsamt kurzgeschlossen, das dem Landkreis steigende Inzidenzen voraussagt, unter anderem aufgrund der flächendeckenden Testungen, die nun an den Grundschulen anlaufen. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Öffnung der weiterführenden Schulen nicht zu verantworten ist“, sagte Schnabel nach der Veröffentlichung der Meldung. 

Doch das ganze hatte einen Haken, wie Schnabel später von den Behörden erfahren musste: Anders als beim Thema Gastronomieöffnung, bei dem der Landkreis die Situation anhand der Zahlenentwicklung einschätzt und anschließend der bayerischen Regierung eine Öffnung  empfiehlt, gibt es in Sachen Schulöffnung keinerlei Ermessensspielraum: Nach fünf Tagen unter 100 müssen die Schulen mindestens Wechselunterricht anbieten. 

Allerdings ist es dadurch möglich, dass die Schulen nur für wenige Tage am Stück geöffnet bleiben, denn liegt der Inzidenzwert an drei Tagen in Folge über 100, schließen die Schulen  wieder. Das Bündel aus unterschiedlichen Verordnungen, die sich regelmäßig ändern, sorgte wohl auch dafür, dass an Schulen wie der Realschule Lauf und dem Gymnasium Röthenbach die heutige Meldung des Schulamts Beachtung fand. 

Denn eigentlich ist das Schulamt nur der Ansprechpartner für die Grund- und Mittelschulen. Einige weiterführende Schulen wie das Laufer CJT-Gymnasium, die sich an die Schriften des für sie zuständigen Kultusministeriums hielten, ließ das heutige Chaos kalt. Die Rückkehr zum Präsenzunterricht wurde nicht in Frage gestellt.

Ein Schwall an Elternbriefen

Doch die Eltern und Lehrer von Schulen wie der Realschule Röthenbach, dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach und den Laufer Mittelschulen standen am Montag vor einem großen Hü und Hott. Der Elternbrief, der am Vormittag verkündete, dass am Dienstag die Schule ausfällt, musste ab 15 Uhr neu aufgesetzt werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Regierung Mittelfranken klar gemacht, dass die weiterführenden Schulen natürlich auch im Nürnberger Land geöffnet werden.

Den Schulleitern und den Mitarbeitern von Landratsamt und Schulamt bescherte das Missverständnis um die Öffnungsregeln am Montag volle Posteingänge und klingelnde Telefone. Denn viele Eltern machte die Meldung des Schulamts stutzig.  

Rüdiger Brix, Schulleiter der Laufer Bertleinschule, musste Wechselunterricht und Notbetreuung neu organisieren, nachdem er am Vormittag alle Lehrer und Eltern über die Schulschließung informiert hatte. „Ich bin sicher, dass morgen nicht alle Schüler kommen werden“, sagte Brix.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren