Landratsamt empfiehlt: Nicht essen

Birkenseefische hoch belastet

BIRKENSEE — Fische aus dem Birkensee sollen bis auf weiteres nicht mehr verzehrt werden. So die Empfehlung des Landratsamtes, nachdem gestern die Belastung der Tiere mit sogenannten PFOS (eine Untergruppe der Perfluortenside) bekannt wurde. Die Proben aus dem Birkensee haben einen mittleren Gehalt von fast 1000 Mikrogramm (ein Milligramm) pro Kilo Fisch ergeben, das bedeutet einen fast 50-fachen Wert von Fischen aus unbelasteten Gewässern.

Das Landratsamt relativiert in einer Pressemeldung von gestern allerdings auch die Gesundheitsgefahr: „Wer in der Vergangenheit ab und zu mal einen Fisch aus dem Birkensee gegessen hat, hat keine Gesundheitsgefährdung zu befürchten“, heißt es. „Lediglich für Erwachsene, die regelmäßig und längerfristig große Mengen an Fischen aus dem Birkensee verzehrt haben, kann laut Gutachten eine Eignung zur Gesundheitsschädigung nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen werden.“ Das Landratsamt empfiehlt auf den Genuss von Fischen aus dem See zu verzichten. Eine Weitergabe von Fischen aus dem Birkensee ist verboten. Auch das Badeverbot bleibt bestehen. Eine Höchstmengenregelung für Rückstände von Perfluorchemikalien in Lebensmitteln gibt es jedoch nicht.

Die Gehalte an PFOS in den untersuchten Fischproben aus dem Birkensee liegen deutlich über einer üblicherweise umweltbedingten Hintergrundbelastung von Süßwasserfischen. Dies deutet laut Gutachten auf eine im lokalen Belastung (sogenannter „Hot Spot“) hin.

Die untersuchten Fische weisen einen mittleren Gehalt von 928,5 Mikrogramm pro Kilogramm Frischgewicht auf. Die Werte für die einzelnen Fische streuen sehr stark (Minimum: 253 Mikrogramm pro Kilogramm, Maximum: 1647 Mikrogramm pro Kilogramm). Im Vergleich zu Fischen aus unbelasteten Gewässern bedeutet dies im Mittel einen 46-fach erhöhten Gehalt an PFOS.

Dennoch ergibt sich aus den Werten für „Durchschnittsverzehrer“ keine Schädigung der Gesundheit, stellt das Gutachten fest. Der Gutachter will aber für Erwachsene, die regelmäßig und längerfristig viel hoch mit PFOS belasteten Fisch aus dem Birkensee verzehren eine Gesundheitsschädigung nicht ausschließen und rät deshalb auf den Verzehr der Fische zu verzichten. Dieser vorsorglichen Empfehlung hat sich das Landratsamt angeschlossen.

Die Messergebnisse gibt es online auf der Internet-Seite des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter www.lgl.bayern.de.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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