Aktuelle Wasserproben fallen ausgezeichnet aus

Bedenkenloser Badespaß im Birkensee

Nach wie vor können Menschen bedenkenlos im beliebten Birkensee planschen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen bescheinigt ihm erneut eine ausgezeichnete Wasserqualität. Foto: Tippl2013/08/67766_birkenseewasserqualitaetbadende_New_1376056864.jpg

RÖTHENBACH (lem/stmug) — Selbst die enorme Hitze und der rege Badebetrieb der vergangenen Wochen konnten der Wasserqualität des Birkensees nichts anhaben. Dies bestätigen die Ergebnisse aktueller Wasserproben, die heute veröffentlicht wurden. Das Fazit des Umweltministeriums: „ausgezeichnet“.

Regelmäßig, nämlich einmal im Monat, werden die Bayerischen Badegewässer anhand von Wasserproben vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen kontrolliert. Auch der Birkensee bei Röthenbach gehört zu den Badegewässern, die einer besonderen Überwachung nach den Vorgaben der Europäischen Union unterliegen (so genannte EU-Badegewässer).

Am 5. August wurde am Birkensee die letzte Wasserprobe genommen – heute gab es das Ergebnis. Der Badesee ist „bakteriologisch einwandfrei“ und die Wasserqualität „ausgezeichnet“.

Bakterien weit unter Richtwert

„Das bedeutet, dass für die Badegäste keine Gefahr durch übertragbare Krankheiten, wie beispielsweise Durchfall, besteht“, erklärt Georg Bock vom Gesundheitsamt in Lauf. Bei der Untersuchung werde gezielt nach Enterokokken und Escherichia coli, den sogenannten Kolibakterien, gesucht. Ins Wasser übertragen werden diese vor allem durch den Kot von Tieren, wie Enten oder Vögeln, durch den Menschen, aber auch über Gülle aus der Landwirtschaft, sagt Bock. „Die Werte liegen im Birkensee aber weit unter dem Richtwert der EU.“

Bei den Kolibakterien ist dieser Wert, ab dem es laut der EU sogar Badeverbot gibt, bei 1800 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter Wasser. Für die Enterokokken sind es 700, erzählt Bock. Im Birkensee liegt der Wert sowohl bei den Kolibakterien als auch bei den Enterokokken aber weit darunter: Unter 10 koloniebildenden Einheiten pro 100 Milliliter. Im August kann also bedenkenlos weiter geplantscht werden, zumindest solange es das Wetter zulässt. Auch mit Algen gibt es im Birkensee keine Probleme. „Die Sichttiefe liegt bei über zwei Metern“, sagt Bock.

Woher kommt es eigentlich, dass die Wasserqualität am beliebten Badesee so gut ist? Auch darauf weiß der Experte Antwort: Der Birkensee sei eine ehemalige Sandgrube, die über das Grundwasser gespeist werde. Anders als bei anderen Seen gibt es keine Bachzuläufe, die Nährstoffe mit sich führen und das Wachsen von Algen fördern.

Bayerische Badeseen sind top

Nicht nur der Birkensee, insgesamt 99 Prozent der bayerischen EU-Badestellen – genau 384 an der Zahl – haben laut der Studie eine gute bis erstklassige Wasserqualität, heißt es in einer Pressemeldung. Auch im europäischen Vergleich schneiden die bayerischen Seen überdurchschnittlich gut ab. Dies bestätigten auch die Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr: Mehr als 98 Prozent der EU-Badegewässer im Freistaat hatten 2012 alle Anforderungen erfüllt.

Damit hiesige, aber auch Badegäste aus ganz Europa, einen einfachen und schnellen Überblick über die EU-Badestellen in Bayern haben, wurde die Badegewässerkarte in Form eines Faltplans in diesem Jahr aktualisiert und neu aufgelegt. Die Karte kann kostenlos im Internet unter http://q.bayern.de/lw1dd bestellt werden. Der Badeplan ist ein sinnvoller Begleiter während der Sommermonate: Ein Blick in die Karte genügt, um den nächstgelegenen kontrollierten Badesee, Natursee, Baggersee oder Weiher ausfindig zu machen. So kann auch der eine oder andere unbekannte Badefleck neu entdeckt werden.

Badeseen sind natürliche Gewässer und damit nicht vergleichbar mit Schwimmbädern: Eine Vielzahl äußerer Einflüsse, zum Beispiel starke Regenfälle, kann sich auf die Wasserqualität auswirken. Deshalb liefern regelmäßige Proben aktuelle Ergebnisse. „Jeder Badegast kann sich vor seinem Ausflug bei den örtlichen Kreisverwaltungsbehörden informieren“, heißt es in der Pressemeldung.

Alle 384 EU-Badeplätze an 301 bayerischen Seen werden vom 15. Mai bis 15. September mindestens einmal im Monat von den Gesundheitsämtern geprüft – das ergibt über 2000 Proben in der Badesaison. Werden zu hohe Werte festgestellt, ergreift das zuständige Gesundheitsamt Maßnahmen – im schlimmsten Fall werden Badeverbote ausgesprochen, die solange andauern, bis die Verunreinigung behoben ist. Durch die regelmäßigen Untersuchungen können frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen und die Badegäste bei plötzlichen Verunreinigungen gewarnt werden.

Auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht Hinweise zu den EU-Badegewässern unter http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasser/badeseen/karte_eubadestellen_bayern.htm im Internet.

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