Polizeieinsatz im Ärztehaus

Randalierer droht mit Virus

Nachdem die Polizeibeamten den Mann festgenommen und ihm Handschellen angelegt hatten, brachten sie ihn in eine Fachklinik. | Foto: Alex Blinten2020/03/Feucht-Polizeieinsatz-scaled.jpg

FEUCHT – Ein psychisch kranker Patient hat am Donnerstagabend in einer Arztpraxis im Feuchter Ärztehaus randaliert. Die Polizei musste einschreiten. Weil der Mann lautstark verkündete, er sei mit dem Corona-Virus infiziert, mussten die Streifenbeamten in Schutzanzügen anrücken.

Vor Ort gab sich der Randalierer renitent und weigerte sich, den Anweisungen der Polizeibeamten zu folgen. Dabei verhielt er sich zunächst so aggressiv, dass die Beamten ihm Handschellen anlegen mussten. Zahlreiche Passanten und Autofahrer beobachteten die Szene. Die Ausstattung der Ordnungshüter mit Infektionsanzügen sorgte dafür, dass sich binnen kürzester Zeit wildeste Spekulationen im Internet verbreiteten.

Schutzanzüge sind Standard

Dabei war der Einsatz laut Polizeisprecher Michael Petzold vom Polizeipräsidium Mittelfranken lediglich ein Routineeinsatz. „Die Kollegen werden aber künftig sicher häufiger mit Schutzanzügen vor Ort auftauchen“, sagt er im Gespräch mit dem Boten. Jedenfalls immer dann, wenn es den Verdacht gibt, dass sich eine Person mit Covid-19 infiziert haben könnte.

Für die Mitarbeiter von Rettungsdiensten ist es schon jetzt eine Selbstverständlichkeit, bei entsprechenden Fällen den Schutzanzug anzuziehen. Polizeibeamte haben die Schutzanzüge im Streifenwagen dabei und ziehen sie am Einsatzort über. Die Beamten nahmen den randalierenden Patienten in Gewahrsam und brachten ihn in eine Fachklinik.

Wegen seiner Drohung, er sei infiziert, wurde bei ihm zwischenzeitlich ein Corona-Test durchgeführt. Ein Ergebnis steht noch aus. Weil der Mann Familienvater ist, fuhr die Polizei auch an dessen Wohnadresse vor. Zwischenzeitlich hat die zuständige Gesundheitsbehörde die Daten, damit im Falle einer Infektion die notwendigen Quarantänemaßnahmen ergriffen werden können.

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