BI Raumwiderstand über Stromtrassen

Jetzt wird umgespannt

NM Foto: Günter Distler Motiv: Stromtrasse über Postbauer-Heng; Masten | Foto: Archiv2019/12/NL-trasse.jpg

ALTDORF – Auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats gaben Vertreter der Bürgerinitiative Raumwiderstand Altdorf-Burgthann auf Wunsch der FW/UNA-Stadtratsfraktion einen Bericht über die aktuelle Situation in Sachen Stromtrassen.

Bis vor kurzem standen noch zwei Leitungen im Fokus, die die Region beträfen, die so genannte P 44 mod und die Juraleitung, die ehemalige P 53, berichteten Ralph Kubala und Matthias Grobleben von der BI. Als Knotenpunkt der beiden Leitungen, die auf 380 kV aufgerüstet werden sollten, sowie weiterer bereits existierender 110- oder 220-kV-Verteilungsleitungen hätte zunächst das Umspannwerk Ludersheim fungieren sollen.

Zwei neue Aspekte gibt es nun aber mit der voraussichtlichen Verlegung des Umspannwerks Ludersheim Richtung Winkelhaid und dem Aus für die P 44 mod. Das alte Umspannwerk müsste allerdings teilweise erhalten werden, eine Leitung wäre notwendig, um beide Bauwerke zu verbinden.

„Leitung ist unnötig“

Die Tatsache, dass Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärt hat, dass die P 44 mod nicht ins Verfahren aufgenommen werden soll, bedeute, dass es gar keine Notwendigkeit für diese Leitung gebe, so die beiden BI-Vertreter, die damit wieder bei ihrer eigentlichen Argumentation angekommen waren.

Auch die verbleibende 380-kV-Leitung sei nicht erforderlich, zudem entsprächen die vom Netzbetreiber geforderten Maßnahmen vielfach nicht dem Landesentwicklungsplan, weil die geforderten Abstände nicht eingehalten würden. Auch der Erdverkabelung erteilten die beiden eine Absage, denn wie die Freileitungen bedeute auch diese Technologie einen massiven Eingriff in die Natur durch die damit verbundenen Rodungen. „Es geht um einen politisch-wirtschaftlichen Ausbau, nicht um einen technisch-notwendigen“, ist sich Grobleben sicher.

Nicht mehr Ob, sondern nur noch Wie

Das Raumordnungsverfahren ist so gut wie abgeschlossen, berichtete er den Stadträten, der nächste Schritt ist die Planfeststellung. „Wenn die kommt, ist es aber zu spät, dann geht es nicht mehr ums Ob, sondern nur noch ums Wie“, malte er ein düsteres Bild in Bezug auf die Verhinderung der Trassen. Margit Kiessling (Grüne) empörte sich in der anschließenden Diskussion darüber, dass das Umspannwerk wohl zum umfangreichen Netzknotenpunkt aufgerüstet werden soll. „Das kann so nicht hingenommen werden“, stellte sie deutlich fest. „Wir müssen die Bürger mobilisieren, damit sie Widerstand leisten“, forderte sie.

Das Beste für Region herausholen

Einen anderen Ansatzpunkt vertrat Dr. Bernd Eckstein (CSU). Zwar sei auch er der Meinung, dass man die Trassen „überhaupt nicht“ brauche, aber in der fundamentalen Ablehnung sieht er keine Chance. „Wir müssen mitreden, wenn wir wenigstens noch gestalten wollen“, fand er. Man müsse verhindern, dass die Betreiber ohne Rücksicht auf Verluste ihre Pläne durchziehen. „Wir müssen mitdiskutieren, damit wir das Beste für unsere Region herausholen können“, lautete sein Credo.

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