Sicherheit in der Silvesternacht

Köln bereitet im Kreis kein Kopfzerbrechen

Auf dem Laufer Marktplatz darf auch in diesem Jahr wieder fleißig geböllert werden. Sicherheitszonen gibt es hier nicht, lediglich Mindestabstände sind einzuhalten. | Foto: Archiv/Thomas Braun2016/12/feuerwerk-silvester-marktplatz-lauf-thomas-braun.jpg

NÜRNBERGER LAND — Die Bilder von den Ausschreitungen der Silvesternacht in Köln dürften Viele noch im Kopf haben. Die Stadt am Rhein richtet dieses Jahr beispielsweise eine Sicherheitszone ein, in der nicht geböllert werden darf. Die PZ hat bei Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Kommunen im Landkreis nachgefragt, ob es in ihrem Gebiet besondere Maßnahmen für die Neujahrsnacht gibt.

Benjamin Wallner, Leiter des Ordnungsamts der Stadt Lauf sagt: „In Lauf haben wir keine großen Menschenaufläufe an Silvester. Daher sieht die Stadt Lauf keinen Handlungsbedarf.“ Bisher sei es zu keinen schlimmeren Vorfällen gekommen. Sicherheitszonen wie in Köln brauche es in Lauf nicht.

Dafür gebe es die Sprengstoffverordnung, die regelt, wo Feuerwerk und Böller nicht abgebrannt werden dürfen: zum Beispiel in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen oder Fachwerkhäusern. „Ein Mindestabstand von 25 bis 50 Metern zu diesen Gebäuden ist sinnvoll“, rät Wallner.
In der Verordnung steht außerdem, was an Silvester alles gezündet werden darf.

Gestattet sind Feuerwerkskörper der Kategorien eins und zwei. „Das sind Raketen und Böller mit geringer Gefahr und geringem Schallpegel. Das entspricht dem normalen Supermarkt-Sortiment“, sagt Wallner.

Die meisten feiern zu Hause

In den Rathäusern in Röthenbach, Schwaig und Schnaittach sieht man es ähnlich wie in Lauf. Es brauche keine zusätzlichen Maßnahmen zu Silvester. Man sei ja nicht Köln oder Nürnberg. Zentrale Plätze, wo viele Bürger zusammen den Jahreswechsel begehen, gebe es auch in diesen Kommunen nicht. Die Feiernden zünden ihr Feuerwerk überwiegend vor dem eigenen Grundstück.
Die Laufer Polizeidienststelle, die für die meisten Gemeinden im PZ-Gebiet zuständig ist, stockt wie jedes Jahr an Silvester die Zahl ihrer Beamten auf. „Wir verstärken unsere Präsenz im Rahmen eines normalen Streifendienstes. Die Beamten sind zu Fuß unterwegs und fahren Streife“, sagt Benno Eichinger, der stellvertretende Dienststellenleiter.

Sporadische Videoüberwachung, wie sie beispielsweise in Köln für Silvester geplant ist, sieht er eher kritisch. „Das ist gar nicht notwendig. In den letzten Jahren war Silvester immer unspektakulär in unserem Dienstbereich.“ In der Silvesternacht 2015/16 geriet in Lauf lediglich ein Mülltonnenunterstand in der Nyköpinger Straße durch einen Böller in Brand.

„Es kann immer was passieren“

Markus Deyhle, der Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes sieht den Rettungsdienst gut aufgestellt. „Die Nacht wird nicht so viel anders als unter dem Jahr. Es kann ja immer etwas passieren“, sagt er. An Silvester ist wie zu jedem Jahreswechsel zusätzlich zu den beiden Rettungswagen, einer vom BRK und einer vom ASB, noch ein weiterer im Einsatz.

„Wenn es eine konkrete Gefahrenlage gäbe, hätten wir noch mehr Rettungswägen angefordert“, sagt Deyhle. Zudem gibt es noch ehrenamtliche Unterstützungsgruppen, zum Beispiel aus Schnaittach oder Röthenbach. Diese springen ein, wenn alle Rettungswagen besetzt sind oder es einen Großeinsatz gibt. „In einer stressigeren Nacht kann es schon einmal bis zu zehn Notfälle pro Besatzung geben. Mehr waren es letztes Jahr an Silvester auch nicht“, erinnert er sich.

Die Sanitäter werden in der Neujahrsnacht eher zu Notfällen mit Betrunkenen gerufen, die sich bei Stürzen Verletzungen holen oder eine Alkoholvergiftung haben. Vereinzelt käme es auch zu Verbrennungen. „An Silvester kommen solche Fälle zwar vermehrt vor, aber insgesamt sind es nicht übermäßig viele. Lauf ist ja kein Hot­spot“, sagt Deyhle.

Kreisbrandrat Norbert Thiel hat für die Feuerwehren im Landkreis keine zusätzlichen Maßnahmen vorgesehen. „Bei uns ist es an Silvester eher ruhig. Der brennende Mülleimer gehört für uns zum Alltagsgeschäft. Unsere Feuerwehren vor Ort haben die Situation im Griff.“

Zehn bis zwölf Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Lauf treffen sich seit Jahren an Silvester zum Raclette-Essen im Feuerwehrhaus.  „Das hat den Vorteil, dass wir in einer Minute auf der Straße sind, wenn irgendwo ein Brand ausbricht“, sagt Daniel Bösch, der für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Laufer Feuerwehr zuständig ist.

Bei kleineren Bränden seien sie so schnell vor Ort. Von größeren Katastrophen sei man bisher verschont geblieben. Im Notfall könnten aber weitere Kollegen aus Lauf hinzugezogen werden, die Silvester zu Hause begehen. „Wir feiern aber alle ohne Alkohol. Betrunken steigt bei uns keiner ins Löschfahrzeug“, betont Bösch.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon