Lauf verzehnfacht Steuern für einzelne Rassen

Kampfhunde kommen teuer

Auch die Besitzer von Rottweilern trifft die Steuererhöhung.
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LAUF — Diese Steuererhöhung ist heftig, betrifft aber „nur“ rund 30 Laufer: Am 1. Januar wurde die Hundesteuer für Kampfhunde der Kategorie II um das Zehnfache des normalen Satzes, von 65 Euro auf 650 Euro, angehoben. Der Stadtrat beschloss dies mit einer Gegenstimme in der letzten Sitzung des Jahres. Insgesamt gibt es in Lauf rund 1000 bei der Stadt gemeldete Hunde.

Schon bisher galt dieser sehr hohe Steuersatz für die schärferen Kampfhunde der Kategorie I, wozu unter anderem der American Pit Bull Terrier oder Staffordshire Bullterrier gehören. Aktuell ist in Lauf allerdings kein einziger dieser Hunde, die nur mit behördlicher Erlaubnis gehalten werden dürfen, gemeldet. Die Hürden dafür nämlich sind sehr hoch, wie der Laufer Ordnungsamtschef Benjamin Wallner erklärt. So braucht der Hundeführer unter anderem nicht nur ein polizeiliches Führungszeugnis, sondern er müsste auch „ein berechtigtes Interesse“ nachweisen.

Die jetzt ins Visier genommenen Kampfhunde der Kategorie II, unter anderem American Bulldog, Bullterrier, Mastiff, aber auch Rottweiler, gehören zu den Hunden mit einem sogenannten Negativzeugnis. Und auch diese Hunde müssen besonders angemeldet werden. Die Hundesteuersatzung wurde zum 1. Januar entsprechend geändert.

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Lediglich Stadtrat Andreas Tiedtke (Freie Wähler) sprach sich im Rahmen der Haushaltsberatungen gegen die neue hohe Hundesteuer aus. Nicht aber etwa, weil er Kampfhunde besonders gern möge, sondern weil er grundsätzlich gegen immer weitere Steuererhöhungen sei.

Aber auch wenn man keinen Kampfhund besitzt, sollte die Stadt davon erfahren. Jeder Hund ist steuerpflichtig und muss gemeldet werden. Wer sich nicht daran hält, hinterzieht Steuern und begeht damit eine Straftat, so Wallner.

Eine aktive Kontrolle der Hundemarken, wie sie Dritter Bürgermeister Thomas Lang schon öfter gefordert hatte, hält Wallner schon aus rein technischen Gründen für wenig praktikabel. Wer soll das kon­trollieren, fragt er im Stadtrat. Wenn der Hundeführer die Herausgabe seiner Personalien verweigere und davonlaufe, habe man kaum eine Möglichkeit, an ihn heranzukommen. Das sei so ähnlich wie bei Radlern, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und deren Identität nicht festgestellt werden könne, weil Fahrräder, anders als Autos, ja nicht mit Kennzeichen ausgestattet seien.

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