Die Kapazitäten müssen den Erfordernissen angepasst werden

Erweiterung der Kläranlage startet

Zur Vorbereitung der Sanierungsarbeiten am Belebungsbecken wird hier provisorisch der Sand aus dem Belebungsbecken zwischengelagert; an dieser Stelle wird später das zweite Belebungsbecken entstehen. Foto: Popp2014/10/klaeranlageleinburg_New_1412772002.jpg

LEINBURG – Die Kläranlage der Gemeinde Leinburg in Diepersdorf muss saniert und erweitert werden. Die gut 20 Jahre alte Anlage nimmt das Abwasser aller Leinburger Ortsteile auf, bevor es gesäubert in den Finsterbach abgeleitet wird. Mit veranschlagten Kosten von rund fünf Millionen Euro ist dieses Projekt neben dem Gemeinde- und Gesundheitszentrum die größte Investition in der Kommune.

Auch für den einzelnen Bürger hat diese Maßnahme bereits ihre Schatten vorausgeworfen. So mussten die Wasser- und Abwassergebühren zu Beginn des laufenden Jahres erhöht werden. Das Kommunal-und Haushaltsrecht schreibt vor, dass notwendige Investitionen in die Gebührenkalkulation einfließen müssen. Kanalherstellungsbeiträge sind davon nicht betroffen.

Laut aktuellem Wasserrechtsbescheid muss das Klärwerk, das derzeit auf 9.000 so genannte „Einwohnergleichwerte“ ausgelegt ist, auf 14.000 erweitert werden. Diese Werte darf man nicht mit der Einwohnerzahl der Gemeinde gleichsetzen. In dieser Zahl finden sich zu den vorhandenen Haushalten alle Gewerbe- und Industriebetriebe, sowie Gaststätten und andere größere Nutzungseinheiten mit einem entsprechenden Umrechnungsschlüssel wieder.

Vorgesehen ist, die Kläranlage mit einem neuen Nachklärbecken und Belebungsbecken, einschließlich eines neuen Rechengebäudes und eines neuen Schlammstapelgebäudes so zu erweitern, dass zusammen mit den alten Anlagenteilen zwei komplette Reinigungsstraßen entstehen.

Platz ist auf dem Gelände ausreichend vorhanden, nachdem bei der ursprünglichen Planung eine mögliche Erweiterung einkalkuliert war. Sobald die neue Reinigungsstraße fertig ist, kann die bestehende umfassend saniert werden. Zuvor müssen allerdings einige Bauteile der jetzigen Anlage ausgewechselt werden, damit der Betrieb störungsfrei weiterlaufen kann.

Mit den Planungen ist das Ingenieurbüro Richter und Steinbauer Consult beauftragt, das im Gemeinderat die laufenden und noch vorgesehenen Schritte vorgestellt hat.

Baubeginn für die neue Reinigungsstraße soll im Frühjahr 2015 sein. Ziel ist es, dass die Gesamtmaßnahme (Erweiterung und Sanierung) spätestens Anfang 2016 abgeschlossen
ist.

Im Rahmen der Klärwerksanierung muss die Gemeinde auch den derzeit zu hohen Fremdwasseranteil in der Kläranlage überprüfen. Fremdwasser ist Schmutzwasser im Abwasserkanal, das dort nicht in zu hohem Anteil vorkommen sollte. Es kann z.B. von Drainagen oder durch oberflächiges Wasser aus Gräben in das System gelangen.

So wird noch in diesem Jahr damit begonnen, mit einer TV-Kamera die relevanten, öffentlichen Kanäle (insgesamt ca. 50 Kilometer im Gemeindegebiet) auf bauliche Mängel und Fremdwasserzuführung zu untersuchen. Je nach Schadensbild gilt es dann, die entsprechenden Maßnahmen zeitnah umzusetzen.

Christine Popp

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