Bei vier Kandidaten gilt in Lauf eine Stichwahl als sicher

Ein Laufer Großprojekt, das der Stadtrat wie meistens in den letzten Jahren gemeinsam auf den Weg brachte, ist die neue Bücherei mit VHS, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Foto: Fischer2008/02/20080226_buechereilaufrohbaumond_big.jpg

LAUF (fi) — Sicher ist bei der Wahl am Sonntag in Lauf nicht einmal, dass es einen neuen Bürgermeister geben wird. Zwar tritt Pompl von der CSU nach 29 erfolgreichen Amtsjahren nicht mehr an, weil aber vier Bewerber – Rainer Deuerlein (CSU), Georg Schweikert (SPD), Manfred Scheld (FW) und Benedikt Bisping (Grüne) – um die Nachfolge kämpfen, ist eine absolute Mehrheit für einen Kandidaten sehr unwahrscheinlich und deshalb eine Stichwahl am 16. März ziemlich sicher.

Der Laufer Stadtrat selbst wird wesentlich verjüngt aus der Kommunalwahl hervorgehen, nachdem vor allem bei CSU und SPD ältere und langgediente Räte nicht mehr kandidieren und die Parteien die Listen auch auf den vorderen Plätzen mit vielen jungen Leuten besetzt haben.

30 Stadträte müssen in Lauf von 20000 Wahlberechtigten gewählt werden und dies aus den fünf fast vollen Listen von CSU, SPD, Grüne, FW und FDP. Nur 20 Prozent der Kandidaten werden am Ende also wirklich in den Stadtrat einziehen.

Erwartet werden kann am Sonntag in Lauf auch, dass die Wahlbeteiligung angesichts des großen Bürgermeisterkandidatenangebotes und des entsprechend interessanten Wahlkampfes auch wieder wesentlich höher liegt als bei den mageren 61 Prozent von 2002.

Damals hatte Bürgermeister Pompl nur Frank Ittner von der SPD zum Gegenkandidaten und konnte am Ende 70 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Ein Bürgermeisterbonus, der dieses Jahr der CSU wohl fehlen wird. Vor sechs Jahren noch gewann die CSU zwei Plätze hinzu und kam auf die heutigen 14 Stadträte, was zusammen mit der Bürgermeisterstimme aber ganz knapp nicht zur Mehrheit reichte.

Die SPD wie die freien Wähler verloren je einen Sitz und stellen seither noch acht bzw fünf Räte. Die Grünen erhielten mit fast neun Prozent der Stimmen zwei Stadträte und die FDP wieder einen.

Die Freien Wähler hatten auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichtet und erhielten für ihre grundsätzliche Zusammenarbeit mit der CSU-Fraktion den Posten des 2. Bürgermeisters (Manfred Scheld).

Insgesamt neun Laufer Stadträte kandidieren heuer nicht mehr. Alles erfahrene Kommunalpolitiker, die viele Jahre, meist mehrere Legislaturperioden im Rat saßen und für ihre Parteien auch jeweils viele Stimmen holten.

Bei der CSU scheiden aus Fritz Gößwein, Konrad Habermann, Lothar Hauck und Friedrich Ochs. Bei der SPD kandidieren nicht mehr: Anja Alff, Gottfried Siebel, Matthias Szikal und Günter Ulherr. Bei den Freien Wähler tritt Ludwig Eschenbacher nicht mehr an.

Mit der Kommunalwahl 2008 geht in Lauf die Ära Pompl zu Ende und der Bürgermeister, da ist man sich sicher, hinterlässt seinem Nachfolger große Schuhe. Der scheidende Rathauschef übergibt seinem Nachfolger und den neuen Stadträten eine prosperierende Stadt und im Vergleich mit vielen anderen gleich großen Städten eine finanziell wie kulturell, wirtschaftlich, bildungsmäßig und in Sachen Infrastruktur gut aufgestellte Kommune.

Dabei war es stets das Anliegen Pompls, alle Fraktionen frühzeitig in anstehende Entscheidungen einzubinden und Beschlüsse auf breite Mehrheiten zu stellen.

Weitere Artikel zum Thema


Empfehlungen oder Wünsche für die nächsten sechs Jahre mag der scheidende Bügermeister derzeit keine abgeben oder äußern. In der Rückschau aber nennt Pompl schon einige wichtige kommunalpolitische Themen, die seiner Meinung nach Lauf vorangebracht haben.

So zuletzt in der Schul- und Familienpolitik mit der Einrichtung von jetzt über 60 Krippenplätzen in der Stadt, der Sprachförderung im Kindergarten und Ganztagesschul-Angboten. Der Bau eines neuen Pflegeheimes der Glockengießer-Spitalstifung wurde erst in den letzten Monaten endgültig auf den Weg gebracht und die Altstadtsanierung mit der Johannisgasse und der Wasserbrücke fast abgeschlossen.

Nach einer schwierigen und langwierigen Geburt konnte das neue Gewerbegebiet Haltepunkt West noch so rechtzeitig beschlossen und genehmigt werden, dass die technische Karamikfirma Sembach hier eine neue Bleibe findet und so dem Standort Lauf treu bleiben kann.

Und schließlich können heuer noch zwei Kulturbauwerke ersten Ranges eingeweiht und eröffnet werden: Die neue Bücherei mit VHS-Zentrum an der Turnstraße und das neue große Industriemuseum, für das die Planungen bereits 2000 begonnen haben und das am Ende nur möglich wurde, weil sich der Bürgermeister persönlich für die einmalige und ungewöhnlich Bezuschussung durch den Freistaat stark gemacht hatte.

Und dann ist Pompl noch stolz darauf, dass auch in schwierigen Zeiten die Vereinsförderung um keinen Cent gekürzt werden musste. Gerade in solchen Zeiten ist Unterstützung notwendig, weil Aktivitäten die unterbrochen oder weggebrochen sind, meistens nicht mehr zurückgeholt werden können, wie er sagt.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren