Was schützt vor Grippe?

HERSBRUCKER LAND — Der Wet ter umschwung in den letzten Tagen lässt nicht nur den Schnee schmelzen. Er sorgt auch dafür, dass die Nase bei vielen mehr läuft als gewöhnlich. Hat die Grippewelle das Hersbrucker Land schon erreicht und was schützt am besten gegen die typischen Krankheiten in dieser Jahreszeit? Die HZ fragte Dr. Heinrich Grimm, Allgemeinmediziner in Hersbruck, nach Tipps.

Sind schon viele Ihrer Patienten von einer Erkältung oder Grippe heimgesucht worden?

Dr. Heinrich Grimm: Wie jedes Jahr sind derzeit Erkältungs- und Grippeerreger im Umlauf. Nach dem jetzigen Stand sind das aber nicht mehr als gewöhnlich. Besonders gefährliche Viren sind uns nicht aufgefallen. Auch die Krankheitszahlen sind nicht höher als im Vergleich zu den Vorjahren. Wobei wir natürlich erst am Anfang der Grippesaison stehen.

Ist der Virus H1N1 der Schweinegrippe beziehungsweise der Neuen Grippe noch im Umlauf?

Fälle von Schweinegrippe sind mir aus meiner Praxis nicht bekannt. Die Gefahr ist aber keineswegs vorüber. Der H1N1-Virus ist der häufigste Erreger der Influenza. Gegen ihn und zwei weitere gefährliche Erreger kann man sich mit der jetzigen Grippeimpfung schützen.

Eine Impfung ist also sinnvoll?

Menschen über 60 Jahren, mit einer Grunderkrankung wie einem Herz- oder Nierenleiden und Personen, die viel in Kontakt mit anderen Menschen stehen, würde ich auch jetzt noch zu einer Impfung raten. Die Grippesaison hat erst angefangen. Für eine Impfung ist es noch nicht zu spät. Ob sich die Influenza in der nächsten Zeit stark ausbreitet, können allerdings auch die Experten nicht vorhersagen. Einen 100-prozentigen Schutz gegen die Krankheit gibt es zwar nie, aber die Impfung ist gut verträglich.

Welche Maßnahmen kann ich beachten, dass ich gar nicht erst krank werde?

Hygiene ist in jedem Fall wichtig. Die Hände oft waschen und desinfizieren hilft, Erreger abzutöten. Außerdem würde ich raten, den Kontakt mit erkrankten Menschen zu meiden. Wegen Ansteckungsgefahr ist es durchaus erlaubt, mal ein Treffen abzusagen. In der Straßenbahn und im Zug ist es besonders problematisch. Hustet jemand sehr, hilft nur noch, sich abzuwenden, um den gefährlichen Tröpfchen zu entgehen. Und natürlich: Eine gesunde Lebensweise, das heißt, gesunde Ernährung, viel Bewegung und nicht rauchen, macht weniger anfällig für Erkältungskrankheiten.

Lüften soll auch ein gutes Mittel sein, stimmt das?


Ja, in der Wohnung sammelt sich oft viel staubige, trockene Heizungsluft an. Wer mehrmals am Tag lüftet, hat auch wieder mehr Feuchtigkeit im Zimmer. Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.

Und wenn es einen erwischt hat, ab wann sollte ich spätestens zum Arzt gehen?

Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost sind Anzeichen, dass es sich nicht nur um eine leichte Erkältung handelt. Das merkt der Betroffene aber häufig selbst, denn die Krankheitserscheinungen sind von Anfang an massiv.

Interview: Ulla Meckler

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