Planungsverband lehnt Vorbehaltsflächen ab

Kein Windrad am Hansgörgl

Die „Skyline“ von Hersbruck bleibt wie sie ist: frei von Windrädern. Foto: J. Ruppert2014/07/5_2_1_2_20140715_WIND.jpg

HERSBRUCK/REICHENSCHWAND – Am gestrigen Vormittag hat der Planungsverband Region Nürnberg einen Schlussstrich unter das Thema Windräder am Hansgörgl und bei Großviehberg gezogen. Das Gremium entschied, die beiden Gebiete nicht als Vorbehaltsflächen für „Windmühlen“ auszuweisen – das ist das Aus für das Vorhaben.

Die Vorgeschichte dürfte den meisten Lesern der HZ bestens bekannt sein. Die Stadt Hersbruck mit ihrem Versorger Hewa und die Gemeinde Reichenschwand wollten als Beitrag zur „grünen“ Stromerzeugung große Windkraftanlagen errichten. Für beide Standorte formierte sich Widerstand unter der Bezeichnung „Gegenwind“. Die Debatte wurde zunehmend heftig bis fast schon erbittert geführt.

„Wir akzeptieren selbstverständlich die Entscheidung des Planungsverbandes und werden den gemeinsam entwickelten Projektansatz daher auch nicht weiter verfolgen“, sagte Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg. In Sachen erneuerbare Energien will er aber weiter am Ball bleiben.

Die Ablehnung der Windräder kam für Robert Ilg eher unerwartet. Schließlich hatten Gutachter bei einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (wir berichteten) keine Ausschlussgründe gegen die Windkraftanlagen am Großviehberg gefunden.

Diese Expertise floss in die Entscheidung des Planungsverbandes sicher mit ein. Daneben berücksichtigten die Mitglieder des Gremiums aber zig Aspekte rund um das Projekt. Nicht unerheblich dürfte aber auch die sich abzeichnende Regelung auf bayerischer Ebene zu den größeren Abstandsflächen (Stichwort „10H“) gewesen sein.

Auch Reichenschwands Bürgermeister Bruno Schmidt akzeptiert das Nein. Wenigstens ist dank des schrittweisen Vorgehens noch nicht allzu viel passiert. „Wir sehen uns durch das Votum des Planungsverbandes, das wohl zu einem Ende unserer Projektentwicklung führen wird, in unserem bisherigen stufenweisen Vorgehen bestätigt. Als wir im Sommer 2011, auch auf Initiative des Freistaats, mit unserem gemeinsamen Bürgerprojekt gestartet sind, konnte niemand von einem solchen Ende ausgehen“; sagte Bruno Schmidt.

Harald Kiesl, Geschäftsführer des Hersbrucker Versorgers Hewa, machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Unser Ziel war die Schaffung einer nachhaltigen, umweltverträglichen und sicheren Energieversorgung, von der alle profitieren: die Bürger, die kommunalen Partner aber vor allem die zukünftigen Generationen. Hiervon müssen und werden wir aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen nun Abstand nehmen.“

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