VORRA/ARTELSHOFEN – Eigentlich hätte die offizielle Schlüsselübergabe vor Ort stattfinden sollen, doch wegen des starken Schneefalls und noch nicht geräumter Waldzufahrt fand die Übergabe des nahe dem Artelshöfer Wachtfelsen gelegenen Falkenberghauses im Vorraer Rathaus statt.
Bürgermeister Volker Herzog konnte bei der Schlüsselübergabe im Sitzungssaal die nahezu kompletten Vorstände der „NaturFreunde Nürnberg-Nord“ e.V. und der DAV „Sektion Erlangen“ begrüßen. NaturFreunde-Vorsitzender Reinhard Kramer erinnerte eingangs an die Entstehung der Schutzhütte vor rund 88 Jahren.
Im Jahr 1926 haben Nürnberger Naturfreunde begonnen, ein Haus auf dem Falkenberg zu bauen, das ihnen und der Bevölkerung der Großstadt zur Erholung dienen sollte. 1970 haben Mitglieder der Gruppe Frankenland, der späteren OG Nürnberg-Nord das Gebäude übernommen, laufend aus- und umgebaut und verbessert. Der in Burg thann wohnhafte langjährige Vorsitzende besann sich zudem an zahlreiche Sonnwendfeiern, Bergfeste und -andachten, die auch von der örtlichen Bevölkerung gerne besucht wurden.
Leider seien viele der in den 70er Jahren Aktiven heute deutlich über 70, der Nachwuchs fehle und die Mitgliederzahl gehe ständig zurück. Deshalb sei man Ende vergangenen Jahres von einem Anruf eines Mitglieds der DAV Sektion Erlangen angenehm überrascht gewesen, bei dem Interesse am Kauf des Naturfreundehauses bekundet wurde. Nach vielen Gesprächen, Besichtigungen und Betriebstätten-Prüfungen seitens Landratsamt und Kreisfeuerwehr habe sich absolute Planungssicherheit für den neuen Käufer ergeben.
Der in der Jahreshauptversammlung abgesegnete Verkauf falle allen umso leichter, so Vorsitzender Kramer, weil die DAV Sektion das Haus so weiterführen wolle, wie es „von uns und unseren Vorgängern angedacht war.“ Bei Bürgermeister Herzog bedankte er sich für das fortwährend gute Verhältnis und bei allen Anwohnern und Anliegern für die stets freundlichen Begegnungen und manche wertvolle Unterstützung. Auch wenn der Stützpunkt fehle, der Verein bestehe weiter (www.Naturfreunde-Nuernberg-Nord.de).
Wie DAV Sektionsvorsitzender Kai Lenfert anfügte, hat sein Verein bereits seit 83 Jahren eine Schutzhütte („Erlanger Hütte“) auf rund 2550 Meter Höhe am Wettersee in den Ötztaler Alpen. Mit dem Erwerb des Falkenberghauses im Landschaftsschutzgebiet der Hersbrucker Schweiz komme man dem Wunsch vieler, vor allem jüngerer Mitglieder nach, auch in Heimatnähe Aktivitäten wie Wandern, Klettern, Kanufahren und vieles mehr anbieten und fördern zu können. Man fühle sich dem Natur- und Umweltschutz verpflichtet und wolle die Hütte unter den gleichen Bedingungen wie bisher (gleiche Öffnungszeiten, gleiche Übernachtungspreise usw.) fortführen (www.alpenverein-erlangen). Natürlich seien auch die NaturFreunde Nürnberg weiterhin gern gesehene Gäste.
Die Zukunft ist gesichert
Bei einem Glas Sekt zeigte sich Bürgermeister Volker Herzog zuversichtlich, dass mit dem notariellen Kaufvertrag der Fortbestand eines nicht nur bei Einheimischen beliebten Ausflugsziels durch einen mitgliederstarken Verein „auch für die nächste Generation“ gesichert sei.
