Verabschiedung im Stadthaus Hersbruck

Ein Sextett sagt dem Stadtrat „Adieu“

Bürgermeister Robert Ilg dankte Günther Langheinrich, Brigitta Stöber, Ulrike Engelbrecht-Winkhaus, Adolf Loos, Günther Schneider und Uwe Holzinger (v. links), dass sie sich als Stadträte für Hersbruck engagiert haben. Foto: J. Ruppert2014/05/5_2_1_2_20140506_STADT.jpg

HERSBRUCK – Wohl selten hat Robert Ilg einen Termin so ungern wahrgenommen: Der Bürgermeister verabschiedete am Ende von deren Amtszeit sechs Hersbrucker Stadträte, darunter seinen „politischen Ziehvater“ Günther Langheinrich und seine Wegbegleiterin in seinen ersten vier Jahren als Rathauschef, die zweite Bürgermeisterin Brigitta Stöber.

Robert Ilg nutzte die einleitenden Worte, um die ehrenamtliche Funktion der Mandatsträger herauszustellen. „Sie hatten hier keinen hochdotierten Job, Sie bekamen keine großartigen Vergünstigungen. Sie haben vielmehr neben Ihrem Beruf oder Ihren familiären Verpflichtungen viel Zeit, Kraft und Energie aufgewandt, um Ihrer Stadtratstätigkeit verantwortungsvoll nachgehen zu können“, betonte der Bürgermeister.

In Stichpunkten beschrieb er einige Schwerpunkte der letzten sechs Jahre: Umstrukturierung der Fackelmann Therme, Verfügung über das Kinderkompetenzzentrum und Beschlüsse zur Sanierung der restlichen Straßen und Kanäle in der Altstadt. Zu den Aufgaben der Mandatsträger gehörten das Studieren von vielen Seiten Papier, der Besuch der Sitzungen und Ortsbesichtigungen.

30 Jahre lang gehörte Brigitta Stöber dem Stadtrat an. Allein die Liste ihrer Tätigkeiten war eine DinA4-Seite lang: Mitglied in vielen Ausschüssen und Verbänden, Leiterin des Arbeitskreises Citta Slow, Ortswaisenrätin und als Krönung ihres Engagements seit November 2004 zweite Bürgermeisterin.

Robert Ilg strich vor allem heraus, dass seine Stellvertreterin ein ausgleichender und vermittelnder Pol war: „Sie wusste genau, dass in einem positiven Klima, in einer Atmosphäre der Anerkennung alles besser gedeiht.“ Dazu sorgte sie sich um eine nachhaltige Entwicklung Hersbrucks, brachte Umweltschutz und Verbesserung der Wirtschaft unter einen Hut und kümmerte sich auch um die kleinen Sorgen ihrer Mitmenschen.

„Es ist etwas Besonderes, hier in dieser Stadt mitwirken zu dürfen“, sagte Brigitta Stöber. Die Trägerin des Goldenen Ehrenrings Hersbrucks hofft, dass der gute Geist im Stadtrat weiter fortbesteht.

Adolf Loos hat sich für „seinen Stadtteil“ Altensittenbach besonders eingesetzt ohne Gesamt-Hersbruck aus den Augen zu verlieren, sagte Robert Ilg über den SPD-Politiker, der ebenfalls 30 Jahre lang die Geschicke mitbestimmt hat. In jüngster Zeit war Adolf Loos ein kritischer Beobachter in Sachen Finanzen.

23 Jahre gehörte Günther Schneider dem Stadtrat an. „Ein engagierter Repräsentant, der nicht viel Federlesens macht und beherzt seine Ansichten vertritt“, beschrieb ihn Robert Ilg. Im Bauausschuss setzte Günther Schneider seine Erfahrung als Schornsteinfegermeister bestens ein, sagte Robert Ilg. Der Rathaus chef erinnerte an eine Debatte über die Höhe des Schlots für eine Hackschnitzelheizung.

„Du warst als unser Alterspräsident eine Respektsperson für alle und für mich ein ganz besonderes Vorbild“, dankte Robert Ilg dem bisherigen Stadtratssenior Günther Langheinrich. In den letzten 18 Jahren erwarb er sich durch seinen Sachverstand und sein Auftreten großes Ansehen, seine Arbeit war von einem kollegialen, angenehmen Miteinander geprägt, sagte Robert Ilg. Günther Langheinrich bleibt Seniorenbeauftragter in Hersbruck und wird in dieser Funktion weitere Projekte anstoßen.

Jeweils sechs Jahre haben Ulrike Engelbrecht-Winkhaus und Uwe Holzinger Verantwortung als Mandatsträger übernommen. Sie gehörten dem Kultur- beziehungsweise Bauausschuss an. Ilg bescheinigte ihnen Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit. Wie die anderen erhielten Ulrike Engelbrecht-Winkhaus und Uwe Holzinger eine Ehrenurkunde und ein Erinnerungsgeschenk.

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