PFT-Tests auch bei Bagger- und Stausee

„Gehen auf Nummer sicher“

Heiß begehrt war bei vielen in diesem Sommer ein Sprung in den Baggersee. Jetzt ließ ihn das Landratsamt „zur Sicherheit“ auf PFT untersuchen. Archivfoto: J. Ruppert2015/08/Unbenannt_01.jpg

HAPPURG – „Vorsichtshalber“ hat das Landratsamt am Montag auch den Happurger Baggersee und den Stausee auf perfluorierte Tenside (PFT) testen lassen. Wie berichtet, ist dieser möglicherweise krebserregende Stoff im Birkensee festgestellt und bis auf Weiteres ein Badeverbot verhängt worden. Dazu besteht in Happurg derzeit keine Veranlassung.

Am Montag haben die Experten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) an beiden Happurger Gewässern Proben gezogen, die nun mit Hochdruck untersucht werden. Statt wie sonst üblich erst in vier Wochen, sollen die Ergebnisse bereits in einer Woche vorliegen, sagte Landratsamtssprecher Gerhard Häusler der HZ auf Nachfrage.

Zwar rechne das Landratsamt in Happurg nicht mit erhöhten Werten, doch „wir wollen auf Nummer sicher gehen“, so Häusler. Die Ergebnisse der laufenden bakteriologischen Überwachung des Baggersees (der Stausee ist kein Badegewässer) an fünf verschiedenen Tagen zwischen dem 27. April und 10. August wiesen stets einen einwandfreien Befund aus. Das EU-Badegewässer verdiente sich dabei in Sachen Wasserqualität immer die höchst möglichen drei Sterne (ausgezeichnet).

Allerdings: Die Proben werden nur auf Bakterien, nicht aber Stoffe wie beispielsweise die giftigen PFT untersucht, bestätigt Häusler. Deren Vorkommen im beliebten Badesee zwischen Röthenbach und Diepersdorf war erst durch eine Analyse des geowissenschaftlichen Büros Dr. Heimbucher aufgefallen, in der es darum ging, die Belastung des Fisch- und nicht des Badegewässers zu untersuchen. Deshalb wurden die Proben auch nicht an der Oberfläche, sondern in acht Metern Tiefe genommen.

Für Menschen sei die PFT-Belastung „nicht so dramatisch“, relativiert der Erlanger Arbeits- und Umweltmediziner Dr. Hans Drexler das Ergebnis der Untersuchung im Birkensee.

Inzwischen hat sich auch die CSU-Kreistagsfraktion eingeschaltet und vom derzeit im Urlaub weilenden Landrat Armin Kroder Antworten auf eine Reihe von Fragen verlangt. Außerdem soll das Thema Wasserqualität in den heimischen Badegewässern in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses (26. Oktober) auf die Tagesordnung kommen.

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