Absage wegen Corona

Faschingsfreunde Happurg verzichten auf Fasching

Volle Wagen und noch vollere Straßen, wie beim Faschingszug dieses Jahr, wird es 2021 nicht geben – die Gesundheit aller dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden, heißt es aus dem Verein. | Foto: Ruppert2020/08/IMG-3384.jpg

HAPPURG (mam/mg) – Es ist ein schwieriges Thema, das sieht man Carina und Horst Paulus an. Nach langen Gesprächen haben sich die Faschingsfreunde entschieden, dass die fünfte Jahreszeit 2021 in Happurg nicht gefeiert wird.

Horst Paulus, 1. Vorsitzender der Happurger FaschingsFreunde, erläuterte, dass sie sich die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht hätten. Er stehe im ständigen Kontakt und Austausch mit vielen anderen Faschingsgesellschaften. Sie alle kämpfen mit dem gleichen Problem „Faschingsveranstaltungen unter Corona-Bedingungen“. Von anderen Vereinen gab es Überlegungen zu weniger Personen bei Umzügen und Faschingsveranstaltungen. Auch wurde über Video-Live-Streams nachgedacht. Aber all das ließe sich in Happurg nicht realisieren, so Paulus. Wenn man an den großen Faschingsumzug denkt, die vielen Mitwirkenden, die Besucher-Massen und stellenweise auch die engen Gässchen in Happurg, mache dies den Umzug unter Corona-Bedingungen unmöglich.

Das Herz blutet

Schweren Herzens hat sich daher der Vorstand des Vereins in der Juli-Sitzung zu einer Absage aller Faschingsveranstaltungen entschieden. Paulus sagte sichtlich erleichtert: „Alle waren einer Meinung. Den eingefleischten Karnevalisten blutet zwar das Herz bei dieser Entscheidung, aber das Hobby darf nicht dazu führen, die Gesundheit von Aktiven, Helfern und Gästen leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, betont er.

Finanziell gestalte sich die Situation auch nicht gerade rosig, denn alle Einkünfte fallen weg, während etliche Kosten trotzdem auflaufen. Wo möglich, wie zum Beispiel bei Kostümen und Ausstattungen, wurden natürlich die Ausgaben gestrichen. Aber Versicherungen oder Gema-Abgaben laufen weiter. Da heiße es gut haushalten.

Carina Paulus, eine der Gardetrainerinnen, erzählte vom Training unter Corona-Bedingungen. Für die neue Session beginnt das normalerweise nach den Osterferien. Durch den Lockdown ging das aber nur per Video, geübt wurde zu Hause. Nach der ersten Lockerung ging dann das Training im Freien los. Während die Gruppe sonst in Vorra oder in Happurg in der Sporthalle trainiert, wurde der Sportplatz an der Happurger Schule zum neuen Übungsgelände. Eigene mitgebrachte „Picknick-Decken“ markierten die Abgrenzung der Tänzer. Masken mussten sein, es durften keine Gruppen zum Tanzen gemixt werden, jede trainierte für sich. Das Ganze funktionierte natürlich nur bei gutem Wetter, ansonsten hätte es abgesagt werden müssen, so Carina Paulus.

Wozu trainieren?

Aktuell ist die normale Sommerpause, also für die Kinder keine ungewöhnliche Sache. Bei der Frage nach der weiteren Motivation für die Kids, blickt Carina Paulus leicht nachdenklich drein. „Bislang“, sagt sie, „waren noch alle voll motiviert dabei, denn sie wissen noch nichts von den abgesagten Auftritten. Wenn die Absage für die Auftritte auch bei den Kindern angekommen ist, wird es wahrscheinlich etwas schwieriger“, ist sie sich sicher.

Das Training soll, falls coronabedingt noch möglich, nach den Sommerferien wieder starten. Das Trainer-Team hat verschiedene Ideen, wie den Kindern trotzdem Spaß und Freude geboten werden kann.

Dass aktuell keiner weiß, wie es weiter geht, sind sich die beiden Gesprächspartner einig. Die Akteure des Faschingszugs und der jährlichen großen Auftakt-Veranstaltung sowie die beteiligten Geschäftsleute und Musik-Kapellen haben bereits die Absagen für die Session 2020/2021 erhalten. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, ist die mutige und abschließende Aussage der Happurger Faschingsfreunde.

Die Hersbrucker Narren wissen indes noch nicht, ob sich 2021 ein Gaudiwurm durch die Stadt schlängeln wird. Die FG Närrschbruckia will laut Vorsitzender Kathrin Kellner noch bis Oktober abwarten und dann entscheiden.

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