Konstituierende Sitzung in Eckental

Die neue Bürgermeisterin hat jetzt zwei Stellvertreter

Mit Amtskette und ihren Stellvertretern Reinhard Zeiß (links) sowie Günter Fensel (rechts): Ilse Dölle ist die neue Rathauschefin. Fotos: Krieger2014/05/do__lle_stellvertreter_eckental.jpg

ECKENTAL — Eckentals neue Bürgermeisterin Ilse Dölle (UBE) ist vereidigt. In der konstituierenden Sitzung des neuen Marktgemeinderats leistete die 49-Jährige den Treueeid. Ihr zur Seite stehen nun zwei männliche Stellvertreter. Reinhard Zeiß (CSU) und Günter Fensel (UBE) wurden zum zweiten beziehungsweise dritten Bürgermeister gewählt. Zudem wurden die elf neuen Marktgemeinderäte vereidigt und die Sitzverteilung in den Ausschüssen festgelegt.

Sitzungssaal und Zuschauerraum waren voll, als die neue Rathauschefin die erste Sitzung eröffnete. Dabei fiel dem neu gewählten Marktgemeinderat der UBE, Thomas Weise, gleich eine besondere Aufgabe zu: Als Ratsältester nahm er Dölle den Eid ab und überreichte ihr die Amtskette sowie einen „Stein des Weisen“, der sie von nun an begleiten soll.

In ihrer Ansprache betonte Dölle, sie werde das Versprechen, sich für mehr Gemeinsamkeit im Rat einzusetzen, einhalten. „Ich wünsche mir Vertrauen und Ehrlichkeit“, sagte sie im Hinblick auf die Zusammenarbeit in den nächsten sechs Jahren. Das gelte auch für das Verhältnis zur Verwaltung.

Für die Marktgemeinde sei es ihr Ziel, ein Klima zu schaffen, das alle ansporne, Eckental „nach vorne“ zu bringen. Von den Fraktionen kamen die besten Wünsche.

Auf Reinhard Zeiß, der für die CSU als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gegangen war, entfielen bei der geheimen Wahl zum zweiten Bürgermeister 19 von 24 Stimmen. Zeiß hatte mit 10,6 Prozent die meisten Stimmen für die CSU-Liste geholt. Dennoch überraschte die Personalie etwas. Denn eigentlich war die Kandidatur der langjährigen CSU-Vorsitzenden Heidi Löb zu erwarten gewesen. Diese aber sagte in der Sitzung, sie stehe nicht zur Verfügung.

Der Posten des dritten Bürgermeisters ging erwartungsgemäß an die UBE, die mit acht Sitzen stärkste Kraft im Eckentaler Marktgemeinderat ist. Die Wahl des langjährigen Rats Günter Fensel fiel mit 15 Stimmen nicht ganz so deutlich aus. Acht Stimmen erhielt der Bürgermeisterkandidat der Grünen, Heiko Siebert, der neu im Gremium sitzt. Ein Zeichen dafür, dass die kleinen Fraktionen sich bemühen werden, auch im neuen Marktgemeinderat gehört zu werden.

Die Wahl der beiden Bürgermeisterstellvertreter spiegelt bereits die neuen Machtverhältnisse in Eckental wider: CSU und UBE stellen mit 15 Sitzen die Mehrheit und kommunizieren auch deutlich, was das bedeutet: Sie wollen künftig nämlich zusammenarbeiten. Ob Finanzen, DSL oder Gewerbe – die Hauptthemen des Wahlkampfs wollen die beiden Parteien in den sechs Jahren gemeinsam angehen.

Allerdings bemühten sich sowohl der neue Fraktionssprecher der CSU, Reinhard Nagengast, als auch der neue Fraktionssprecher der UBE, Günter Fensel, Vorbehalte gegen die Koalition auszuräumen: Man wolle Zusammenarbeit im Rat und werde den kleinen Fraktionen, wo immer politisch möglich, die Hand reichen, betonten beide.

Dass UBE und CSU in den nächsten sechs Jahren sagen, wo‘s langgeht, wurde auch bei der Sitzverteilung in den Ausschüssen deutlich: Gegen die Stimmen von Freien Wählern, SPD und Grünen, die es zusammen nur noch auf zehn Sitze bringen, fiel die Abstimmung auf die Sitzverteilung nach dem D‘Hondtschen Verfahren, das der UBE in den großen Ausschüssen wie dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Bau- und Umweltausschuss vier Sitze und der CSU drei Sitze beschert.

Nach Hare-Niemeyer, das bislang praktiziert wurde, hätten die Freien Wähler einen zusätzlichen Sitz bekommen. Der Antrag der Grünen, die Zahl der Sitze von zehn auf zwölf zu erhöhen und damit eine gerechtere Verteilung zu erreichen, wurde von CSU und UBE abgelehnt.

Dafür reichten sich die Fraktionen beim nur mit fünf Mitgliedern besetzten Rechnungsprüfungsausschuss wieder die Hand. Nach D‘Hondt hätten sowohl SPD als auch Bündnis 90/Grüne keinen Sitz in diesem wichtigen Ausschuss gehabt. Als Zeichen, dass die anvisierte Zusammenarbeit nicht nur ein bloßes Lippenbekenntnis sein soll, trat die UBE einen Sitz an die Grünen ab. Die CSU gab einen Sitz an die SPD. Im Wasserzweckverband sind UBE und CSU künftig mit zwei, die anderen Fraktionen mit je einem Sitz vertreten.

Insgesamt 15 Tagesordnungspunkte umfasste die konstituierende Sitzung und erforderte von den elf neuen Räten gleich zu Beginn Durchhaltevermögen und viel Aufmerksamkeit. Am meisten Kenntnis, was in den nächsten Jahren an Arbeit auf den Marktgemeinderat zukommen wird, hat unter ihnen Wilfried Glässer: Der Bürgermeister a.D. hat zur Überraschung vieler sein Ratsmandat für die Freien Wähler angenommen und ließ sich zusammen mit den anderen neuen Räten von Dölle vereidigen.

Neuer Fraktionssprecher der Freien Wähler ist Günter Rauh. Für die Grünen übernimmt weiterhin Manfred Bachmayer das Amt. Bei der SPD bleibt Konrad Gubo Sprecher. Er wurde in der Sitzung als stellvertretender Bürgermeister verabschiedet.

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