Diskussion um Kracherverbot

Silvester ohne Böller?

Privates Feuerwerk in der Neujahrsnacht sieht zwar herrlich aus, wird in Altdorf aber möglicherweise demnächst verboten - wegen der Feinstaub- und Lärmbelastung, der Verschmutzung der Straßen und der Feuergefahr. | Foto: Archiv2019/11/leserfoto-feuerwerk.jpg

ALTDORF – Bürgervertreter denken über ein Verbot von Krachern und Raketen nach. Die Meinungsbildung
ist noch nicht abgeschlossen. Auf seiner nächsten Sitzung wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen.

Die Rathausparteien beschäftigen sich derzeit mit einem Vorschlag, Böller in der Neujahrsnacht im Bereich der Innenstadt zu verbieten. Eckart Paetzold (Grüne) hat das Thema auf der jüngsten Stadtratssitzung angeschnitten. Auf großen Protest stößt er bislang nicht, im Gegenteil: Bürgermeister Erich Odörfer begrüßt ausdrücklich eine böllerfreie Altdorfer Innenstadt. Er wird das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung setzen.

Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen

Während das Böllerverbot bei den Altdorfer Grünen einstimmig gefordert wird und sogar Eingang in das Programm zur Kommunalwahl gefunden hat, ist die Meinungsbildung in den anderen Fraktionen noch nicht abgeschlossen.
Bei der CSU ist man für den Vorschlag offen. Fraktionschef Thomas Kramer verweist im Gespräch mit dem Boten auf die große Verschmutzung und auf die Feinstaubbelastung. Für ihn steht allerdings die Frage im Raum, ob ein Verbot auch kontrolliert und damit durchgesetzt werden kann. Stadtrat Dr. Bernd Eckstein sieht in einem Böllerverbot „durchaus eine Option“, allerdings müsse zuerst die rechtliche Handhabe geprüft werden.

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Silvester in Altdorf – „Noch nicht geklärt“

Adolf Loschge von der FW/UNA-Fraktion spricht sich zwar für ein Verbot aus, betont aber, dass die Position der FW/UNA in der Sache noch nicht geklärt ist. „Wir stehen da noch in der Diskussion.“ Und in dieser Debatte gibt es auch Stimmen, die vor einer Tendenz warnen, einfach alles zu verbieten.
Wie bei Freien Wählern und UNA ist auch in der SPD-Fraktion die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen. Stadtrat Rudolf Lodes ist ohne wenn und aber für ein Böllerverbot, weiß aber auch von anderen Positionen bei seinen Stadtratskollegen. „Verbieten möchte ich die Böller in der Innenstadt aus drei Gründen: Lärm, Feinstaubbelastung und Feuergefahr“, fasst er seine Argumente für ein Verbot zusammen.
Für die Grünen steht das Böllerverbot ab sofort im Wahlkampfprogramm.  Dabei geht Stadträtin Margit Kiessling noch über das zunächst vorgeschlagene Böllerverbot für die Altdorfer Innenstadt hinaus. Sie fordert ein Verbot auch für alle Ortsteile.

Silvester auf der Tagesordnung

Am Donnerstag, 28. November, wird sich der Altdorfer Stadtrat mit dem Thema befassen.
Böllerverbote gibt es in Mittelfranken zu Silvester unter anderem in Nürnberg und Fürth. Bereits seit 2001 sind Feuerwerkskörper im Bereich der Nürnberger Burg tabu. Das Ordnungsamt hat im vergangenen Jahr einen weiteren Verbotsbereich rund um die Lorenzkirche festgelegt, nachdem diese immer wieder gezielt beschossen worden war. Dieses Gebiet wird von der Polizei besonders kontrolliert. Die Stadt Fürth weist mehrere Schutzzonen für die Silvesternacht aus, in denen keine Böller gezündet werden dürfen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten