KKK – Humorist mit vielen Facetten

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ALTDORF – Autor, Musiker, Moderator und Kabarettist – ein Allroundunterhaltungskünstler: Das ist Klaus Karl-Kraus (KKK) mit seinen Markenzeichen: grauer kleiner Zopf im Nacken und ein rot-kariertes Hemd. Wenn er nicht gerade Termine beim Rundfunk wahrnimmt, dann stellt er sich beispielsweise ins Rampenlicht der Altdorfer Bühne in der Stadthalle im Rahmen des Kulturkreises.
Mit im Gepäck hatte er dieses Mal selbstverständlich einen Schal des
1. FC Nürnberg, den er auf seinem Tisch ausgebreitet hatte. Nach dem Grußwort des Bürgermeisters Erich Odörfer legte KKK mit seinem Programm „Karpfen, Klees und ka Wasser“ los. Das Publikum wurde in die fränkische Vergangenheit entführt, in der es noch den echten fränkischen Ureinwohner – den Aboriginell – gab. 
Bevor der 56-Jährige seine Gitarre in die Hand nahm und ein Lied über die Fränkische Schweiz anstimmte, lobte er den Bürgermeister mit den harten Worten: „So soll es sein. Euer Bürgermeister redet nur des Notwendigste, dann hält er seinen Mund und hockt sich auf seinen Stuhl.“ Anschließend bedankte sich der Künstler bei den Frauen, die die Karten gekauft haben und ihre Männer, die sich wunderten, warum sie sich hübsch ankleiden sollten, vom Fernseher losreißen konnten.
Als er erst jüngst im ausländischen München war, stach ihm ein riesengroßes Plakat mit Beckstein und Huber ins Auge, von dem er glaubte, es sei eine Werbung für betreutes Wohnen. Hierauf stand „Beckstein spricht…“. „Mei Bua hat mit eineinhalb Jahren schon reden können“, bemerkte KKK.
Außer über tagesaktuelle Ereignisse berichtete er auch von seinem Immunsystem, das im Winter bei Minusgraden sich auf einen Flug nach Ägypten schnell wieder auf Sommertemperatur einstellen musste und – wenn es sich daran gewöhnt hatte – nach 13 Tagen wieder zurück in die eiskalte Heimat musste. Dabei ahmte KKK sein Immunsystem gekonnt nach: „Jetzt muss ich mich schon wieder umstellen? Jetzt kannst mich mal am Arsch lecken.“
Zum Unterschied zwischen früher und heute bemerkte er: „Man brauchte kein Internet, keinen Helm und schon gar kein Handy. Es gab Prügel, wenn man nicht rechtzeitig heim kam. Bei mir war das jeden Tag der Fall, obwohl ich doch gar nichts gemacht habe“, beschwerte er sich. Sein Vater nannte ihn immer Hundskrüppel. Als er eines Tages von der Schule heim kam und auf dem Klingelschild stand Kraus, dachte er, die Familie Hundskrüppel sei umgezogen und man habe ihn vergessen.
Seine erste Liebe vergisst KKK sicherlich auch nie: Roswita. Um ihr seine Liebe zu beweisen, trainierte er täglich mit dem Ball. Im Pausenhof landete er gleich den ersten Volltreffer und das runde Objekt flog direkt auf Roswitas „Maul“, die das allerdings nicht so gut fand. Als ein Siebtklässler ihn schubste, flog er direkt auf Gudrun. Er konnte gerade noch „Allmächd“ schreien und schon hatte er seinen ersten Zungenkuss kassiert.
Klaus Karl-Kraus weiß, wie er sein Publikum zum Lachen bringt. Sein Geheimnis liegt wohl darin, seine Fans mit einzubeziehen. Nicht zu kurz kommen Beispiele für das typisch Fränkische: „Wir hacken des Holz zamm, während andere es auseinander hacken.“ Aufregen könnte er sich viel, vor allem über die englischen Begriffe, wie „Kidszimmer“. „Vielleicht kommt da irgendwann mal ein Reh raus?“, witzelte er. 
Nach einer kleinen Unterbrechung mit Autogrammstunde setzte er seine rote Lesebrille auf, nahm abermals sein Saiteninstrument in die Hand und spielte ein außergewöhnliches Friedhofs-Lied. KKK ging schon immer gerne auf Friedhöfe und liest immer wieder die Grabinschriften. In Wien schnappte er diese auf: 28 Jahre lebte er als Mensch und 32 Jahre als Ehemann. Ganz nebenbei verriet er allen noch seine zwei Top-Wünsche: Der Club soll die nächsten 40 Jahre deutscher Meister werden und wenn alle Reden bei seiner Beerdigung vorgetragen wurden, dann möchte er nochmal den Sarg aufmachen.
Immer wieder auch erzählte er Geschichten und Lausbubenstreiche aus seiner Schulzeit.  Zum Schluss stellte er noch die Frage in den Raum, warum wir eigentlich auf der Welt sind. Wir müssen wohl lernen zu lieben, war seine Antwort. Das war ein perfekter Übergang für ein letztes Ständchen – ein Liebeslied. 
Bevor sich der Humorist auf den Weg nach Hause machte, sah er sich in der Halle um und meinte: „Es komme nicht auf die Halle an, sondern wer drin hockt. Und wenn man mal den hässlichen Außengürtel durchbrochen hat, ist Altdorf in Ordnung, dann
wird’s plötzlich schön. Aber anscheinend hat mich das Navi von der falschen Seite rein gelotst.“   

N-Land S. Rösler
S. Rösler