Gelebte Bürgerbeteiligung am ILEK-Prozess

Erfolgreiche Ideensammlung

Die Organisatoren präsentieren die Ergebnisse. Von Links: Baudirektor Wolfgang Neukirchner vom Amt für ländliche Entwicklung Mittelfranken, Sigrid Ziesel vom WGF Landschaft, Prof. Martin Schirmer vom Planungsbüro Schirmer | Architekten und Stadtplaner, die Bürgermeister Guiodo Belzl (Markt Pyrbaum), Michael Schmidt (Winkelhaid), Horst Kratzer (Markt Postbauer-Heng), Heinz Meyer (Burgthann), Erich Odörfer (Stadt Altdorf), Bernd Ernstberger (Schwarzenbruck), Konrad Rupprecht (Markt Feucht), Joachim Lang (Leinburg), sowie Baudirektor Alexander Zwicker vom Amt für ländliche Entwicklung Mittelfranken2012/11/ilek2_New_1353338102.jpg

EZELSDORF – Gemeinsam mit den Bürgern haben die neun Kommunen der Allianz Schwarzachtalplus Ideen gesammelt, wie die Problemfelder der Zukunft angegangen werden können.

„Bitte nicht vergessen: Wir wollen nicht das Gesagte diskutieren. Wir sammeln nur die Punkte,“ ermahnt Protokollantin Karin Gätschenberger-Bahler die Anwesenden freundlich aber bestimmt und schreibt „Taxis nicht vernetzt“ auf die Tischdecke mit den Schwächen im Bereich Wirtschaft und Arbeit.

Über 60 Bürger aus der Region an der Schwarzach und ihre neun Bürgermeister sind an diesem Samstag Vormittag in der Ezelsdorfer Grundschule zusammen gekommen, um Ideen zu sammeln für das so genannte „integrierte ländliche Entwicklungskonzept“ (ILEK). Auf dessen Basis wollen die beteiligten Kommunen gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft begegnen, anstatt sich nur um die Probleme innerhalb der eigenen Landkreis- und Bezirksgrenzen zu kümmern.

Mit an Bord unter dem Namen „Schwarzachtalplus“ sind die Gemeinden Berg, Burgthann, Leinburg, Schwarzenbruck und Winkelhaid, die Märkte Feucht, Postbauer-Heng und Pyrbaum sowie die Stadt Altdorf. Unterstützt wird der Zusammenschluss durch das Planungsbüro Schirmer | Architekten und Stadtplaner aus Würzburg, den Landschaftsplanern des WGF Landschaft aus Nürnberg, den Behörden des Landkreises Neumarkt und Nürnberger Land, sowie dem Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken in Ansbach, das den Kommunen bei der Konzepterstellung auch finanziell unter die Arme greift.

Vier Themenfelder standen auf dem Programm der Auftaktveranstaltung: Leben und Wohnen, Wirtschaft und Arbeit, Freizeit und Tourismus sowie Landwirtschaft und Energie. Zu jedem Bereich wurden Stärken, Schwächen und Ideen in einem eigenen Raum der Grundschule gesammelt und auf großen Papier-Tischdecken notiert. In vier Gruppen aufgeteilt, wechselten die Teilnehmer alle 15 Minuten die Räume. Ein freiwilliger Moderator und Protokollführer blieb zurück, um die nächste Gruppe über die bisherigen Ergebnisse ins Bild zu setzen.

Eine der Spielregeln dabei lautete, nur Stichpunkte zu nennen – nicht zu diskutieren. Das fiel den Beteiligten nicht immer leicht. Da ging es um allgemeine Reizthemen wie fehlende Radwege, mangelnde Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs, Vandalismus, Energiekosten, Ladenschließungen, schlechter Informationsaustausch zwischen Behörden und Bürgern, zu wenig Parkmöglichkeiten oder fehlende Büchereien und Kinos. Aber auch konkrete Probleme wurden genannt, wie zum Beispiel die bürokratischen Hürden für Landwirte, sobald sie ihre Produkte direkt vertreiben wollen, oder eine unzureichende Beschilderung des fränkischen Dünenwanderwegs.

„Ideen für 15 Jahre“

Nach der abschließenden Präsentation der Ergebnisse wandte sich Professor Martin Schirmer vom gleichnamigen Planungsbüro mit einem Augenzwinkern an die Bürgermeister: „Eigentlich können wir jetzt schon anfangen, den Endbericht zu schreiben, denn mit den Ideen, die hier geäußert wurden, haben sie die nächsten 15 Jahre genug zu tun.“ Der Architekt und Stadtplaner lobte alle Teilnehmer ausdrücklich für ihr wertvolles Engagement. Man habe feststellen können, dass auch eine relativ kleine Gruppe unheimlich viel erarbeiten könne. Die Veranstaltung sei sehr produktiv gewesen und habe viele Fenster zu Ideen geöffnet, die man nun weiter verfolgen werde, so Schirmer. „Wir werden außerdem bei der nächsten Veranstaltung noch mehr auf ihre eigenen Gemeinden und Orte eingehen,“ ergänzte er. Es habe sich gezeigt, dass etliche Teilnehmer konkrete Punkte für ihre eigenen Gemeinden wüssten, diese jedoch keine interkommunalen Themen seien. Trotzdem wolle man darauf eingehen.

Im Namen der Organisatoren bedankte sich auch der erste Burgthanner Bürgermeister und Koordinator der Allianz, Heinz Meyer, bei den Anwesenden. Der nächsten Termin mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern sei für den 20. April 2013 in der Bürgerhalle Schwarzenbruck geplant. Weitere Informationen sind auf der Internetseite Schwarzachtalplus.de zu finden.Frank Erik Walter

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