Konstituierende Sitzung des Altdorfer Stadtrats

Bergmann und Pöllot: 2. und 3. Bürgermeister

Bürgermeister Odörfer (links) stehen ab sofort 2. Bürgermeister Ernst Bergmann (2. v. l. ) und Dr. Johann Pöllot (2. v. r. ) zur Seite. Neu im Stadtrat sind Michael Gleiß und Cordula Breitenfellner (3. u. 4. v. l. ), beide wurden zu Beginn der konstituierenden Sitzung vereidigt. Ebenfalls neu als Stadträtin gewählt ist Christa Wild (rechts), die bereits seit 2008 als Eismannsberger Ortssprecherin an Stadtratssitzungen teilnimmt. Foto: Blinten2014/05/neue-stadtraete.jpg

ALTDORF – Das gab es in Altdorf noch nie: Neben dem ersten sind ab sofort ein zweiter und ein dritter Bürgermeister im Amt. Bislang kam Altdorf mit einem Rathauschef und einem Vertreter aus. Weil aus Sicht der Stadtratsmehrheit die Arbeit für die Stadtväter aber immer mehr wird, entschloss man sich, auch für den Vize einen Vertreter zu installieren – eben den dritten Bürgermeister. Ernst Bergmann wurde zum Vertreter von Rathauschef Erich Odörfer gewählt, Dr. Johann Pöllot zum dritten Bürgermeister.  Mit der Vereidigung der neu gewählten Bürgervertreter Cordula Breitenfellner (FW/UNA) und Michael Gleiß (SPD) konstituierte sich der neue Stadtrat. Ebenfalls neu als Stadträtin gewählt ist Christa Wild (CSU), die bereits seit 2008 als Ortssprecherin von Eismannsberg im Stadtrat sitzt und damals bereits vereidigt wurde.

Das sogenannte bürgerliche Lager aus CSU und Freien Wählern, in der Zeit von Bürgermeister Rainer Pohl noch von roten und grünen Bürgervertretern in zahlreichen Diskussionen hart attackiert, gibt es im Altdorfer Stadtrat schon lange nicht mehr. Jetzt zeichnen sich ganz neue Konstellationen ab: Auf der einen Seite eine große Koalition mit CSU und SPD, auf der anderen Seite FW/UNA und Grüne. Das wurde deutlich, als es um den Posten des 3. Bürgermeisters und um Änderungen in der Geschäftsordnung des Stadtrats ging. 

Während CSU und SPD für die Installierung eines 3. Bürgermeisters in Altdorf argumentierten, lehnten FW/UNA und Grüne das ab. CSU-Fraktionssprecher Thomas Kramer verwies darauf, dass die zu bewältigenden Aufgaben der Bürgermeister immer mehr würden. Der Vertreter von Bürgermeister Odörfer muss zahlreiche Termine wahrnehmen, von Hauptversammlungen der Vereine über Geburtstagsbesuche bis zur Eröffnung einer Veranstaltung der Musikschule. Diese Aufgaben werden sich Zweiter und Dritter künftig teilen. Mehrkosten werden dafür nicht anfallen, die vertretenden Rathauschefs teilen sich nämlich auch die Besoldung.

Für die Grünen äußerte Horst Topp erhebliche Zweifel an der Notwendigkeit eines dritten Bürgermeisters für Altdorf: „Das kann ich nicht nachvollziehen, 42 Jahre ist die Stadt ohne einen Dritten ausgekommen.“ Dass sich inzwischen einiges geändert und der Aufgabenberg immer höher geworden ist, sieht man bei der SPD wie bei der CSU. Vor sechs Jahren noch hat der Stadtrat einstimmig die Installierung eines dritten Bürgermeisters abgelehnt. „Wenn aber jetzt die Zuständigkeit zwischen Zweitem und Drittem klar geregelt ist, dann stimmen wir zu“, so SPD-Fraktionssprecher Ernst Bergmann.

„Taktisch und politisch motiviert“

Wenn der 2. Bürgermeister einen Termin nicht wahrnehmen konnte, wurde er bislang von den Fraktionschefs vertreten, CSU-Sprecher Bernd Eckstein musste deshalb mehrmals an die Front. Für Thomas Dietz ein Argument gegen einen 3. Bürgermeister. Doch Eckstein betonte, dass die Vertretung nicht immer reibungslos vonstatten ging. Manchmal habe er nur Minuten vor einem Termin erfahren, dass er für den ehemaligen Zweiten Dr. Hartmut Herzog einspringen sollte. Der freilich sah sich in seinem Amt keineswegs mit zunehmenden Aufgaben konfrontiert: „Ich hatte in meiner Amtszeit durchaus noch Zeit für weitere Aufgaben.“ Der Vorschlag der CSU für einen dritten Bürgermeister komme „weitgehend aus taktischen und politischen Gründen“, so Herzog enttäuscht über die mangelnde Unterstützung in den großen Fraktionen des Stadtrats für eine Kandidatur seinerseits.

Am Ende stimmten SPD und CSU geschlossen mit dem Rathauschef für einen 3. Bürgermeister, FW/UNA und Grüne dagegen. Karin Völkl schlug Ernst Bergmann für das Amt des 2. Bürgermeiters vor. Seit 1996 ist Bergmann Mitglied des Stadtrats, seit 2000 Sprecher der SPD-Fraktion. „Er verfügt über großen Sachverstand, hat eine hervorragende Gesprächsführung und fuhr ein sehr gutes Ergebnis bei den Kommunalwahlen ein“, so Völkl. Von 25 in geheimer Wahl abgegebenen Stimmen erhielt Bergmann 23, zwei waren ungültig.
Zum 3. Bürgermeister schlug CSU-Frakitonschef Thomas Kramer Dr. Johann Pöllot vor, der seit 36 Jahren Mitglied des Stadtrats ist. Pöllot sei tief verwurzelt in der Altdorfer Bevölkerung, so Kramer. Auf den ehemaligen CSU-Frakitonschef entfielen 16 Stimmen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren