Theaterstücke

Viktorianische Geister spuken in der Laufer Wenzelburg

In einen geheimnisvollen Spuk-Raum verwandelte sich der Kaisersaal bei den Stücken der English Dramatic Society.
In einen geheimnisvollen Spuk-Raum verwandelte sich der Kaisersaal bei den Stücken der English Dramatic Society. | Foto: Edith Link2026/09/unknown1__1.jpg

LAUF – Die Laufer Wenzelburg und der Kaisersaal wurden zur Kulisse für spannende Geschichten aus der viktorianischen Zeit des 19. Jahrhunderts in England.

Die Nebel wabern und die Burg öffnet die Türen zu einer Welt mit flackernden Kerzen, versteckten Geheimnissen und spektraler Gegenwart von Verstorbenen: Viktorianische Geister in der Burg. Ruhelose Seelen, mysteriöse Plätze, Spuk-Häuser und die ungelöste Frage: Was, wenn die Toten immer unter uns sind?

Veranstalter war die English Dramatic Society, der Dank ging an das Sprachenzentrum der Universität Erlangen-Nürnberg, das Institut für Theater- und Medienwissenschaften, das Experimentiertheater & Medienstudio Adrian Baumeister und Alexander Eichmüller und an Anja Schwemmer von der Abteilung Kultur und Freizeit der Stadtverwaltung Lauf.

Es war faszinierend zu erleben, wie auf ganz ruhige Art Geschichten gelesen wurden, die von den Schauspielern illustriert wurden. Im vorderen Teil der Bühne wurde gespielt, im hinteren Teil wurde der Sound produziert, an einer Leinwand erschienen Bilder zur Geschichte.

In einer lauten Welt gelang es mit den beiden Stücken, das Publikum „nur“ durch den Einsatz der eigenen Fantasie zu unterhalten. Im ersten Stück ging es um ein verschwundenes Haus, das aus dem Nebel kurz vor Mitternacht wieder auftaucht und in dem für kurze Zeit alle Personen zum Leben erwachen. Im zweiten Stück nach der Pause war ein Jahrmarkt Schauplatz des Geschehens. Vor langer Zeit war dort jemand aus dem Riesenrad gestürzt und nun sollte ein neuer Besucher den Tod finden.

Die Kunst von Foley (benannt nach dem Film-Pionier Jack Foley) arbeitet still hinter der Geschichte, schafft Atmosphäre, Rhythmus und Gefühl und erinnert manchmal daran, dass die mächtigste Art der Vorstellung das ist, was wir tatsächlich nicht sehen, aber deutlich spüren.

Von Edith Link

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