Ausstellung in Stadtbücherei Lauf gibt Überblick über Kulturgeschichte

Franken, das Land der Literaten

Beate Hafer-Drescher und Renate Grabmeier von der Bücherei freuen sich über die Ausstellung zu den fränkischen Literaten | Foto: Krieger2017/03/Ausstellung-Franken-eine-deutsche-literaturlandschaft-hafer-drescher-grabmeier-ik-1.jpg

LAUF — Ab morgen zeigt die Stadtbücherei Lauf eine neue Ausstellung. „Franken. Eine deutsche Literaturlandschaft“ gibt auf sieben Bild- und Text-Tafeln einen Überblick über Frankens Literaturgeschichte von den Anfängen im Hochmittelalter bis in die Gegenwart.

Walther von der Vogelweide gehört dazu, Hans Sachs, und natürlich E.T.A Hoffmann mit seinen phantastischen Erzählungen. Aber auch Ludwig Feuerbach, Jean Paul, Hermann Kesten, Fitzgerald Kusz, Paul Maar und viele andere: Die Liste der aus Franken stammenden Autoren oder in Franken beheimateten und schreibenden Literaten ist lang.

Bereits 2015 hat der Publizist und Kulturwissenschaftler Hermann Glaser ihnen eine eigene Literaturgeschichte gewidmet. Der dicke Band, der unter dem Titel „Franken-eine deutsche Literaturgeschichte“ im Schrenk-Verlag erschienen ist, gibt einen breiten Überblick über das schriftstellerische Schaffen in der Region. Er wurde im gleichen Jahr am Erlanger Poetenfest vorgestellt, begleitet von der Ausstellung, die nun zum ersten Mal seither öffentlich in der Stadtbücherei in Lauf zu sehen ist.

Die sieben Tafeln ordnen die fränkischen Literaten den klassischen Epochen, Strömungen und Tendenzen der Kulturgeschichte zu: So erfahren die Leser etwas über Minnesang im Allgemeinen oder die Poetengemeinschaft des „Pegnesischen Blumenordens“. Barock, Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Realismus – jede Epoche wird gewürdigt und mit ihr ihre Dichter und Poeten. Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Moderne: Sie beginnt mit Jakob Wassermann Anfang des 20. Jahrhunderts und endet mit Autoren wie Helmut Haberkamm oder der Poetin und Leiterin der Villa Concordia in Bamberg, Nora Gomringer, mitten im Heute.

Auch die für viele Schriftsteller existenzbedrohende Zeit des Dritten Reiches wird thematisiert: Leonhard Frank und Robert Schopflocher etwa mussten emigrieren, auch Hermann Kesten und Bernhard Kellermann wurden vertrieben. Ob familiär verwurzelt, zugereist oder ausgezogen: Die Ausstellung gibt einen guten Überblick über die fränkische Autorenlandschaft. Dass mancher Name in der langen Liste am Ende nur im Nachspann erscheint, wie etwa der der Bamberger Bestsellerautorin Tanja Kinkel, andere, obwohl eher lose mit der Region verbandelt, im Fokus stehen, wie etwa Hans Magnus Enzensberger, überrascht ein bisschen, schadet aber nicht. Wer mag, kann sich am Büchertisch in der Stadtbücherei das Gelesene noch ergänzen.

Die Wander-Ausstellung „Franken- Eine deutsche Literaturlandschaft“ ist bis 12. Juli in der Stadtbücherei Lauf zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger