Open Air-Konzert

Frank Wuppinger Arkestra begeisterte im Hirtenmuseum

Das Frank Wuppinger Arkestra sorgte mit einem wilden Stilmix für einen lauschigen Abend unter freiem Himmel. | Foto: M. Ermer2020/08/IMG-0526.jpg

HERSBRUCK – Endlich wieder Konzerte: Unter Einhaltung der Sicherheitsauflagen brachte das Team des Kick im Innenhof des Hirtenmuseums das Frank Wuppinger Arkestra auf die Bühne. Die fünf Musiker um Gitarrist Frank Wuppinger gaben dem lauschigen Abend mit einer Mischung aus Jazz, Folklore und Balkanmusik einen gelungenen Abschluss.

Gar nicht so einfach, wenn die Stühle in Abstand stehen, die Laufrichtung durch Pfeile am Boden gewiesen wird und dazu eine Maske zu tragen ist. Langsam gewöhnt man sich jedoch an diese neue Normalität, auch in der aktuell recht dünn gesäten Welt der Musikveranstaltungen. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – hätten die Organisatoren doppelt so viele Karten verkaufen können. Damit ermöglichten sie dem Publikum trotz Entfall des eigentlich zum Altstadtfest traditionell gehörenden Open-Air-Abends am Wassertor einen gelungenen, wenn auch kleiner ausfallenden Ersatz.

Stimmiger Ersatz

Dass der gebürtige Münchner Wuppinger und seine vier Kollegen Norbert Emminger am Saxophon, Andre Lobanov an der Trompete, Matthias Rosenbauer am Schlagzeug und Marco Kühnl mit Bass-Ukulele ihren eigentlich schon für Ende März geplanten Auftritt in diesem kleinen und dadurch auch persönlicheren Rahmen nachholten, war einfach stimmig. Mit großer Spielfreude erzeugten sie von Sekunde eins an Stimmung und ließen ihre Zuhörer im Takt mitwippen.

Dabei die genaue Musikrichtung des Arkestras zu beschreiben, ist eher schwierig. Bei den zahlreichen eigenen Kompositionen, Adaptionen fremder Stücke und vielen Tänzen des Balkans ließen die fünf Vollblutmusiker überall Jazz mit einfließen und behielten sich auch bei jedem Stück einen gewissen Improvisationsspielraum.

Von Flamenco bis Walzer

Mit dieser Gegensätzlichkeit begeisterten sie die Zuhörer zu Recht: wiedergegeben in Stücken wie „Waltz für Leni“, einem eher jazzgeprägten Titel, den Wuppinger für seine Tochter geschrieben hat, fließend übergehend zu einem in Spanien entwickelten Stück, das die Hitze und das Flimmern der Luft musikalisch aufbaute und beschrieb, dabei noch Flamenco anklingen ließ, und schließlich einem rumänischen Hochzeitstanz mit für die mitteleuropäischen Ohren eher ungewohntem Takt.

Schön zu sehen dabei, auch im zweiten Teil des Abends: Immer wieder gaben die Künstler sich Raum für Soli. Dabei einen Musiker im Können besonders herausstellen zu wollen, wäre schlicht nicht möglich – denn sie alle sind Meister des Musikfachs und beherrschen ihre Instrumente mit Leichtigkeit. Spielfreude und Leidenschaft merkte man ihnen in jedem Ton an, ebenso wie die durchaus von kleinen Späßen geprägte Interaktion untereinander.

Wieder wechselten sich Sounds ab, die es nicht leicht machen, das im In- und Ausland erfolgreiche Arkestra musikalisch festzulegen. Nicht umsonst kann man den ungewöhnlichen, aber doch verbundenen Mix aus rumänischen Tänzen, verjazzten und klassischeren Klängen als „Weltmusik“ beschreiben, die eine Einordnung zu einem festen Genre schlicht unmöglich werden lässt.

Fülle an Noten

Nach der rumänischen Hymne „Gelem, Gelem“, dem „Sofyiski Tanz“ aus Sofia und laut Wuppinger überschrittenem Notenkontingent ließen es sich die fünf Musiker aber nicht nehmen, die eingeforderten Zugaben für die sichtlich von der Musik begeisterten Zuschauer zu spielen, und führten den Konzertabend damit zu einem rundum gelungenen Abschluss.

Während der Dank des Arkestras an Technik und Organisation ging, die „in diesem schönen Rahmen“ (Wuppinger) wirklich gut gearbeitet hatten, so konnte auch das Team um Peter Wagner und Harald Thiel vom Kick mehr als zufrieden mit dieser Premiere sein. Zur Möglichkeit der Veranstaltung entscheidend beigetragen hatten die Stadt, das Team von „Espan“ mit dem Getränkeverkauf sowie das des Hirtenmuseums, nicht zuletzt aber die Bürgerstiftung Hersbruck, die einen namhaften Betrag als Unterstützung gespendet hatte.

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