„Kein digitales Gefängnis“

Felix Locke warnt vor pauschalen Social-Media-Verboten

Symbolfoto Kinder Soziale Medien
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NÜRNBERGER LAND – Die Debatte um einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien nimmt auf europäischer Ebene Fahrt auf. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat einen altersgestuften Ansatz angekündigt. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring fordert dagegen einen wirksamen Jugendschutz ohne pauschale Verbote.

Der FW-Landtagsabgeordnete Felix Locke aus Lauf unterstützt diesen Kurs: „Kinder und Jugendliche brauchen Schutz im Netz – aber kein digitales Gefängnis. Wer glaubt, mit pauschalen Verboten sei das Problem gelöst, macht es sich zu einfach.“

Für Locke liege das Kernproblem nicht darin, dass es keine Altersgrenzen gibt. Vielmehr müssten bestehende Regeln endlich wirksam durchgesetzt werden. „Was bringt eine Altersgrenze auf dem Papier, wenn TikTok, Instagram und Co. sie nicht wirksam kontrollieren? Wir brauchen endlich einen funktionierenden Vollzug statt immer neuer Verbote“, betont er.

Darüber hinaus fordert Locke einen altersgerechten digitalen Jugendschutz: „Nicht jeder Inhalt ist für jedes Alter geeignet. Warum sollte das, was bei Filmen und Computerspielen selbstverständlich ist, im Internet nicht funktionieren? Eine digitale FSK oder USK könnte ein Baustein für einen zeitgemäßen Jugendschutz sein.“

Dabei müssten auch die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden. Die Verantwortung dürfe nicht allein bei Eltern, Lehrern und Kindern abgeladen werden. „Wer mit der Aufmerksamkeit junger Menschen Milliarden verdient, müsse auch Verantwortung für deren Schutz übernehmen“, ist Locke überzeugt.

Förderung von Medienkompetenz

Für den Laufer Landtagsabgeordneten gehört zu einem modernen Jugendschutz außerdem mehr Medienkompetenz. Gemeinsam mit der CSU hätten die Freien Wähler dazu im Bayerischen Landtag zuletzt einen Antrag zur Förderung der Medienkompetenz an Schulen eingebracht.

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