Jutta Fenske bekam im Krankenhaus Rummelsberg neues Hüftgelenk

Nach zwei Jahren hieß es: Schmerzen ade

Jutta Fenske ist nur wenige Tage nach ihrer Hüftoperation wieder fit und kann mit ihren Hunden spielen. Bald geht es für drei Wochen in die Reha.2014/12/rummelsbergfenskeop_New_1418394901.jpg

Lange hatte Jutta Fenske Probleme mit ihrer Hüfte. Sie entschied sich für eine Operation am Krankenhaus Rummelsberg, und ihr wurde ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Am Tag der OP konnte sie schon wieder stehen. Sie war die erste Patientin in Rummelsberg, bei der der neue Chefarzt der Endoprothetik eine neuartige Behandlungsmethode anwendete.

RUMMELSBERG/PLECH – Wenn Jutta Fenske Treppen steigt, setzt sie zuerst ihren gesunden Fuß auf. Geht es treppab, belastet sie erst das operierte Bein. Auch beim Einsteigen ins Auto muss sie aufpassen, dass sie das gesunde Bein ins Auto setzt und anschließend das rechte nachzieht. Das wurde ihr in Rummelsberg gezeigt. Ansonsten hat sie kaum noch Einschränkungen.

Am 2. Dezember hatte sie eine Hüftoperation in Rummelsberg, am selben Tag konnte sie aufstehen, am nächsten Tag mit Krücken laufen, fünf Tage später ohne. Möglich machte das eine neue OP-Technik, die mit dem neuen Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie der unteren Extremitäten und Endoprothetik (wir berichteten), Prof. Dr. Dr. med. Wolf Drescher, in Rummelsberg Einzug hielt. Er operierte Jutta Fenske minimalinvasiv, wendete vorher und nachher das Fast-Track-Verfahren an, das die Vor- und Nachsorge bei einer OP betrifft. Bei der minimalinvasiven Operationstechnik wird ein kurzer Hautschnitt – in Jutta Fenskes Fall vorne an der Leiste – vorgenommen. Außerdem werden Muskellücken genutzt statt Muskeln durchtrennt und abgelöst, um an das Hüfgelenk zu gelangen. „Diese Operationstechnik verwende ich nun seit sechs Jahren und habe sie nach und nach verfeinert“, sagt Drescher.

Das Fast-Track Verfahren ist ein von der Dänischen Regierung initiiertes, wissenschaftlich basiertes Verfahren zur besseren Information, Vorbereitung und Nachbehandlung von Patienten bei einer verbesserten Abstimmung der Zusammenarbeit von Krankengymnasten, Pflegenden und Ärzten, unter anderem beim künstlichen Gelenkersatz an Hüfte und Knie. So sollen Komplikationen nach Operationen vermieden werden und die Genesungszeit verkürzt werden.

Bei Jutta Fenske hat das gut funktioniert. Zwei Jahre lang litt sie. „Ich hatte Dauerschmerzen, egal ob beim Liegen, Sitzen oder Laufen“, erinnert sich die 51-Jährige zurück. Sie konnte sich nicht mehr richtig bücken, sackte zusammen, konnte nicht mehr Federball mit ihrer elfjährigen Tochter spielen und zum Schluss nicht mehr weiter als 200 Meter laufen. Die Diagnose: destruierende Koxarthrose.

„Das Röntgenbild zeigte, dass der Knorpel aufgebraucht war und Knochen auf Knochen schmerzhaft aufeinander rieben“, sagt Drescher. Da Schmerztabletten und Physiotherapie keine Wirkung mehr hatten, schickte ihr Bayreuther Orthopäde Jutta Fenske nach Rummelsberg. Dann ging alles ganz schnell: Anruf, Gespräch, OP-Termin. Schnell ging es auch nach dem Eingriff weiter: Aufstehen, Laufen mit Krücken, Gehen ohne Krücken, Entlassung nach sechs Tagen.

Europaweit einzigartig

Sein Wissen über das Fast-Track-Verfahren und die minimalinvasive Operationstechnik hat Prof. Drescher in einem Behandlungskonzept zusammengeführt. Das ist nach seinen eigenen Angaben europaweit einzigartig. Er sieht die Vorteile in einer besseren Information der Patienten durch Bildtafeln und Vorträge sowie in der gezielten Vorbereitung auf den Eingriff. Zudem sei die minimalinvasive Operationstechnik mit erheblich weniger Blutverlust verbunden. Jutta Fenske brauchte keine Bluttransfusion. Im Vordergrund stehe laut Drescher zudem der Erhalt von Muskeln und Sehnen sowie eine gezielte, intensivierte, krankengymnastische Nachbehandlung, auch am Wochenende.

Die Physiotherapie beinhaltet auch, Bewegunsgabläufe im Alltag zu üben, wie das Treppensteigen oder das Einsteigen ins Auto. Jutta Fenske geht es wieder gut. Nur nach der OP, da zogen und brannten die Muskeln, weil sie weit auseinandergeschoben worden waren. „Wenn ich gewusst hätte, dass das alles so problemlos verläuft, hätte ich mich schon längst operieren lassen“, sagt sie. Ab 30. Dezember geht die Reha los, im Februar will sie wieder zur Arbeit.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren