Ratgeber

„Wohnungsmarkt in der Vogelwelt ist angespannt“: LBV gibt Tipps zu Nistkästen

Altes Nistmaterial kann Parasiten beherbergen und sollte vor der Brutsaison entfernt werden.
Altes Nistmaterial kann Parasiten beherbergen und sollte vor der Brutsaison entfernt werden. | Foto: Peter Bria2026/02/A-12-19-Nistkastenpflege-altes-Nest-entfernen-Peter-Bria_LBV-Bildarchiv-1-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Mit einem Nistkasten kann man Vögeln einen Brutplatz bieten. Was es dabei zu beachten gilt, erläutert der LBV.

Die Tage werden länger und die bayerische Tierwelt beginnt sich auf das nahende Frühjahr vorzubereiten. Wer aufmerksam ist, hört bereits vermehrt den Gesang von Gartenvögeln wie Kohl- und Blaumeise, Amsel oder Grünfink. Die ersten Vogelpaare halten auch schon Ausschau nach geeigneten Brutplätzen. Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) weist deshalb daraufhin, dass jetzt die passende Zeit ist, um noch Nistkästen aufzuhängen.

„Auch in der Vogelwelt ist der Wohnungsmarkt angespannt“, erklärt die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „Naturhöhlen in alten, morschen Bäumen oder geeignete Brutnischen an Gebäuden sind oft rar.“ Mit passenden Nisthilfen kann jede und jeder den gefiederten Gästen unter die Flügel greifen und sich zudem auf faszinierende Naturbeobachtungen im Garten oder auf dem Balkon freuen.

Unterschiedliche Vorlieben

Verschiedene Vogelarten haben unterschiedliche Ansprüche an einen Nistplatz. „Wer beispielsweise Hausrotschwanz oder Rotkehlchen unterstützen möchte, sollte auf Halbhöhlennistkästen setzen“, erklärt die LBV-Biologin. „Vögel, die in der Natur Mauerspalten, Balken oder Dachvorsprünge zum Nestbau nutzen, nehmen diese halboffene Nistkästen gerne an.“ Auch Bachstelze oder Grauschnäpper beziehen die Nistkästen, wenn sie sie ungehindert anfliegen können. Der Kasten sollte in der Nähe zu offenen Flächen wie Wiesen hängen, auf denen diese Arten Insekten fangen können.

Klassische Höhlenbrüterkästen mit einem einzelnen Einflugloch werden gerne von verschiedenen Meisenarten, Feld- und Haussperling, Star oder Kleiber angenommen. „Um unterschiedlichen Arten Wohnraum zu bieten, ist es sinnvoll, Kästen mit verschieden großen Einfluglöchern aufzuhängen. Denn ein Star braucht ein größeres Loch als eine Kohl- oder Blaumeise“, weiß Nelson. Einige Vögel wie Spatzen brüten außerdem in Kolonien. Sie nehmen Nisthilfen nur an, wenn mehrere davon nebeneinander hängen.

Damit Vögel sicher brüten können, spielt auch die richtige Platzierung des Nistkastens eine entscheidende Rolle. Der Kasten sollte für die meisten Arten in einer Höhe von 1,5 bis drei Metern und mit der Einflugöffnung nach Osten oder Südosten hängen, damit sich der Innenraum nicht zu sehr aufheizt. Außerdem muss er gut befestigt sein, so dass er auch Sturm und Gewitter standhält. „Um die Brut vor Fressfeinden wie Katzen oder Mardern zu schützen, ist es empfehlenswert, Dornenranken, zum Beispiel von Wildrose oder Schlehe, unterhalb des Nistkastens anzubringen. Man kann sie um den Baumstamm, an dem der Kasten angebracht ist, legen. So können Nesträuber nicht hinaufklettern“, erklärt die LBV-Ornithologin. Auch der Abstand zu Gebäudedächern oder Ästen sollte groß genug sein, damit Nesträuber nicht von oben auf den Kasten springen können. Ein Metallring um das Einflugloch kann außerdem Spechte daran hindern, die Öffnung größer zu hacken und so an die Brut zu gelangen. Einen weiteren Schutz vor Eichhörnchen und Mardern bieten spezielle Vorbauten.

Auch für die Reinigung bereits bestehender Kästen ist es jetzt höchste Zeit. Altes Nistmaterial kann Parasiten beherbergen und sollte entfernt werden. Chemische Reinigungsmittel dürfen nicht verwendet werden, Bürste und Wasser genügen. „Wer es in den kommenden Tagen nicht schafft, die Nistkästen zu säubern, sollte die Vögel dann lieber nicht mehr stören“, meint Nelson.

Info: Der LBV bietet weitere Informationen zu Nistkästen in einem kostenlosen Online-Kurs an. Jederzeit buchbar können Anfänger und Fortgeschrittene in nur 30 Minuten das Wichtigste zu Nistkastentypen, Reinigung und Anbringung lernen. Bauanleitungen, ein kostenloses Faltblatt und viele weitere Informationen zu Nistkästen gibt es zudem unter www.lbv.de/nistkasten.

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