RÜCKERSDORF/NÜRNBERG – Strahlender Sonnenschein, ein tiefblauer Himmel und die beeindruckende Kulisse der Lorenzkirche: Die Musikerinnen und Musiker von „Studio D“ des Rückersdorfer Blindeninstituts machten sich auf zur mittlerweile traditionellen Straßenmusikaktion in Nürnberg. Im Schatten des Wahrzeichens verwandelte sich der Platz gleich zweimal in eine Bühne für gelebte Inklusion und musikalische Leidenschaft.
Die Schülerband des Blindeninstituts Rückersdorf gestaltete zweimal ein jeweils rund 45-minütiges Konzert. Dabei präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker ein vielseitiges Programm. Viele Passantinnen und Passanten blieben stehen, hörten aufmerksam zu, klatschten mit oder sangen sogar mit. In der Mittagspause sammelten die Beteiligten bei einem Pizzaessen neue Energie für den zweiten Auftritt am Nachmittag.
Authentisch und begeistert
Auch in diesem Jahr zeigte sich, warum die Straßenmusik vor der Lorenzkirche längst zur Tradition geworden ist: Authentizität, Begeisterung und ein spürbarer Gemeinschaftsgeist machten die beiden Auftritte zu einem besonderen Erlebnis.
Hinter der Band steht „Studio D“ – ein klassen- und jahrgangsstufenübergreifendes Bildungskonzept des Blindeninstituts Rückersdorf. Es bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich in den Bereichen Musik, Theater, Film und Hörspiel auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die musikalische Förderung, die zugleich zahlreiche weitere Lernbereiche miteinander verknüpft.
Projektleiter Torsten Nowitzki entwickelte das Konzept gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen Kollegen Fritz Schumacher. Gemeinsam setzten sie auf selbstkomponierte Songs, die bis heute den unverwechselbaren Charakter der Band prägen.
Trotz einer pandemiebedingten Pause kann „Studio D“ mittlerweile auf weit über 150 Aufführungen zurückblicken. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – aktiv am Musizieren teilnehmen können.
Technische Hilfsmittel
Möglich wird dies durch den Einsatz moderner technischer Hilfsmittel wie dem „Soundbeam“ sowie speziellen Apps auf dem iPad. Diese ermöglichen eine kreative und barrierefreie Umsetzung musikalischer Ideen. Ergänzt wird die Ausstattung durch professionelle Studio-Software für hochwertige Tonaufnahmen sowie eine „Bluebox“, mit der Videoclips produziert werden können.
Die Auftritte von „Studio D“ sind weit mehr als Konzerte: Sie schlagen eine Brücke zwischen dem Blindeninstitut und der Öffentlichkeit. Ob bei Schulfesten, Abschlussfeiern oder bei der Straßenmusik in Nürnberg – die Band sorgt stets für einen stimmungsvollen Rahmen und macht zugleich auf die wichtige Arbeit des Instituts aufmerksam.
