Obstbaumschnitt

Tipps, Tricks und hilfreiche Kniffe in Unterferrieden

OGV-Ehrenvorsitzender Franz Seidl in seinem Element: Er führt am Apfelbaum den richtigen Schnitt vor, damit man im Sommer keine Holzfabrik, sondern gesunde und große Äpfel erntet.
OGV-Ehrenvorsitzender Franz Seidl in seinem Element: Er führt am Apfelbaum den richtigen Schnitt vor, damit man im Sommer keine Holzfabrik, sondern gesunde und große Äpfel erntet. | Foto: Gisa Spandler2026/04/q84-f399x638-1024x1591-2.jpg

UNTERFERRIEDEN – Der Verein für Gartenbau und Landespflege in Unterferrieden hat Bewährtes und Trends der Gartenbaukultur präsentiert.

Auf das perfekte Gartel-Wetter hat der Verein für Gartenbau und Landespflege in diesem Jahr für seine Auftaktveranstaltung gewartet. An die 50 Interessierte und zahlreiche Organisatoren und Referenten hat Vorsitzender Wolfgang Götz auf das Anwesen der Familie Hoffmann geladen, die die Veranstaltung zum wiederholten Mal mit entsprechender Erfahrung ausrichtete. In seiner Begrüßungsrede freute er sich über den stetigen regen Zuspruch und darüber, dass man mittlerweile die Marke von 200 Mitgliedern geknackt habe: „Wir verjüngen uns ständig.“

Auch wenn das kulinarische Angebot keine Wünsche offenließ, stand doch die Weiterbildung in puncto Gartenbau, insbesondere Veredelungstechnik und Feinheiten beim Obstbaumschnitt im Vordergrund. Was wäre ein solcher Schnittkurs ohne das fundierte Fachwissen des langjährigen Ehrenvorsitzenden Franz Seidl in Unterferrieden?

Das Urgestein klärt auf

Das OGV-Urgestein erklärte sowohl anschaulich die Kniffe und bewährten Methoden der Arterhaltung an zahlreichen Obstbaumreisern als auch die Fallstricke, die Unerfahrenen immer wieder jede Menge Wasserschöße statt üppiger Obsternte einbringen. Auch auf die besonderen Anforderungen beim Beerenobst ging der Fachmann ein und demonstrierte, wie man speziell junge Bäume „aufbaut“, welche Rolle die ausreichenden Lichtverhältnisse im Kronenbereich spielen und was es mit dem Pfropfen hinter der Rinde auf sich hat.

Selbstverständlich stand ihm dabei auch das nötige Fachgerät zur Verfügung, bis hin zu besonderen Messern, darunter sogar ein Linkshändermesser – und für alle Fälle auch genügend Verbandsmaterial. Auch beim Schnitt blieb es nicht bei grauer Theorie, die Leiter wurde angelegt und die Krone eines Apfel-Halbstammes ausgelichtet, damit im Herbst nicht viele kleine, sondern gesunde große Früchte geerntet werden können.

Als Überraschungsgast hatte Claudia Übler, die Kreisfachberaterin für Gartenbau und Landespflege, ihren Auftritt und berichtete über die sinnvolle Pflanzung und Pflege von Kräutern und den Umgang mit Hochbeeten. Ihr war zu entnehmen, dass man bereits am Blattwerk der Gewürzkräuter sehen kann, welche Bodenverhältnisse sie bevorzugen. So brauchen kräuselige, haarige Kräuter wie Salbei oder Lavendel durchlässige Böden, während glattblättrige Gewürze andere Ansprüche haben.

Ältere Pflanzen vor Ort verjüngen

Auch erinnerte sie daran, dass man mit „Absenkern“ eine einfache und natürliche Methode kenne, mit der man ältere Pflanzen an Ort und Stelle verjüngen könne. Ansonsten hatte die Fachfrau gewisse Trends der Gartenbaukultur im Blick wie die Alternativen für den lange Jahre so beliebten, aber umweltschädlichen Torf oder das Hochbeet, das sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut. Hier ging sie insbesondere auf die Befüllung und den Schutz vor Verwitterung sowie Pflanzenschädlingen ein. Bevor man endgültig zum Feierprogramm überging, bildeten sich noch eine ganze Weile immer wieder Gruppen um die Experten, wo man den fachlichen Rat für ganz individuelle Probleme im heimischen Garten suchte und auch fand. 

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