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Handwerkliche Braukunst geht auch alkoholfrei

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Die Brauerei Wiethaler in Lauf-Neunhof gehört als eine der kleinsten Familienbrauereien zu den wenigen Brauereien im Nürnberger Land, die bis heute noch jedes Bier selbst brauen. Zu den beliebten Standardbieren (mit Alkohol), die schon mehrfach prämiert wurden, gesellte sich bereits 2009 das erste alkoholfreie Pils dazu – „damals ein wichtiger Meilenstein für die Brauwelt“, erklärt Brauereichef Andreas Dorn.

Sage und schreibe fünf alkoholfreie Biersorten werden im fränkischen Familienbetrieb mittlerweile gebraut – und alle, ob Malzbier (von Natur aus alkoholfrei), Helles, Dunkles, Pils und Weizen, treffen auf eine wachsende Nachfrage. Denn Kunden und Gäste des Brauereigasthofs entdecken zunehmend die Welt der Biere ohne Alkohol für sich, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil man mit dem Auto unterwegs ist. So wird heute „statt einer Saftschorle eher auch mal ein alkoholfreies Bier getrunken. Gerade das mittelfränkische Publikum greift da gerne zu“, weiß Dorn zu berichten.

Natürlich hat sich auch die Welt der Biere und speziell der alkoholfreien Sorten weiterentwickelt. Eines bleibt bei der Brauerei Wiethaler aber immer gleich – die Qualität: Hopfen und Malz wachsen im Umkreis von zehn Kilometern um die Brauerei, das Felsquellwasser kommt aus der hauseigenen Neunhofer Quelle. Auch wenn die Zutaten bei allen Bieren gleich sind: Die Produktion alkoholfreier Sorten ist deutlich aufwendiger und mit dem Brauvorgang normaler Biere nicht vergleichbar. Als eher kleine Brauerei arbeitet Andreas Dorn mit der gestoppten Gärung, das heißt, bei 0,3 Prozent Alkoholgehalt wird der Gärprozess unterbrochen. „Wegen des größeren Arbeitsaufwands müssten die alkoholfreien Biere eigentlich teuer sein“, erklärt der Braumeister, „aber wir orientieren uns trotzdem am normalen Vollbierpreis“.

Und was trinkt Andreas Dorn selbst am liebsten? Der Brauereichef lässt sich da gerne von den Jahreszeiten leiten: Im Winter darf‘s gerne ein Dunkles sein und im Sommer dann eher ein Helles oder ein Weißbier.

Wiethaler_Logo
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Andreas Dorn
Brauerei Wiethaler
Welserplatz 6 – 7
91207 Lauf-Neunhof
www.brauerei-wiethaler.de

Ohne Promille? Ohne Probleme!

Alkoholfreie Biersorten, Weine und Secci liegen voll im Trend. Das Angebot wächst stetig – und die Qualität überzeugt zunehmend auch Feinschmecker.

Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für alkoholfreie Alternativen zu Bier, Sekt und Wein. Sei es aus gesundheitlichen Gründen, im Rahmen eines bewussteren Lebensstils oder einfach, weil man auch ohne Alkohol nicht auf den Genuss eines kühlen Biers oder prickelnden Sekts verzichten möchte. Doch wie kommt der Alkohol eigentlich raus und Geschmack rein ins Lieblingsgetränk?

Ist alkoholfreies Bier Sünde?
Auch im Bierland Franken, wo die Brautradition bekanntermaßen tief verwurzelt ist, bieten viele Brauereien mittlerweile alkoholfreie Sorten an – auch wenn wahrlich noch nicht jeder (fränkische) Biertrinker vom Sinn und Zweck dieser Varianten überzeugt ist. Dennoch haben regionale Brauereien diesen Trend erkannt und produzieren alkoholfreie Varianten, die geschmacklich mit den klassischen Sorten durchaus mithalten können – Tendenz steigend.

Alkoholfreier Wein – mehr als Traubensaft
Mit alkoholfreiem Bier fing es an, doch das Weinsegment hat längst aufgeholt und inzwischen boomt auch hier der Markt. Sowohl Weinhandlungen als auch Supermärkte bieten mittlerweile eine große Auswahl an alkoholfreien Rot-, Weiß- und Roséweinen an. Die besten alkoholfreien Weine werden heute wie klassische Weine gekeltert und danach schonend entalkoholisiert – was sie deutlich vom einfachen Traubensaft unterscheidet.

Unterschied alkoholfrei und 0,0 %
Die Bezeichnung „alkoholfrei“ ist in Deutschland leider etwas verwirrend. Denn Bier und Wein, die als „alkoholfrei“ gekennzeichnet sind, sind in der Regel nicht völlig alkoholfrei, sondern enthalten einen geringen Restalkoholgehalt, meistens unter 0,5 Prozent vol. Laut deutschem Lebensmittelrecht ist das aber erlaubt. Wer vollständig auf Promille verzichten möchte, sollte auf die Kennzeichnung „0,0 Prozent“ achten.
Warum das so ist? Bei der Gärung von Bier oder Wein entsteht automatisch Alkohol. Dabei bleiben oft kleine Mengen Restalkohol (unter 0,5 Prozent) zurück. Eine Entalkoholisierung bis 0,5 Prozent ist technisch leichter als bis 0,0 Prozent und schonender für das Aroma. Wird alles entzogen, kann der Geschmack flach oder dünn wirken. Deshalb belassen viele Hersteller einen Hauch Restalkohol.
Beim Sekt kaschiert die Kohlensäure die fehlende Alkoholstruktur. Der prickelnde Effekt sorgt für Frische und Reiz, der sonst durch Alkohol getragen wird. Einbußen bei Aroma und Geschmack fallen so weniger auf.
Schon gewusst? Auch Fruchtsäfte oder auch Kefir können teilweise bis zu 2 Prozent oder sogar mehr Alkohol enthalten – ganz natürlich durch Gärung von Fruchtzucker. Aber erst ab einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Prozent muss dies auf dem Etikett angegeben werden.

Text: Michaela Hummel

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