Bezirksklasse Nord

Volleyballerinnen des TV Hersbruck starten mit zwei Niederlagen

Neuzugang Sabrina Thiem (am Ball) deutete nur gelegentlich ihre Klasse an – sie kann aber durchaus eine Verstärkung werden. | Foto: Porta2019/10/DSC_1630.jpeg

HERSBRUCK  – Einen kapitalen Fehlstart in die neue Saison der Bezirksklasse Nord haben die Volleyballerinnen des TV Hersbruck hingelegt. In eigener Halle unterlagen die Mädels von Trainer Hans Tuchscherer gegen den Post SV Nürnberg wie auch die VG Baiersdorf/Marloffstein II jeweils deutlich mit 0:3.

Als „Entschuldigung“ für ihre phasenweise einigermaßen dürftige Vorstellung dürfen die TV-Frauen allerdings einen wohl nicht zu kompensierenden Ausfall geltend machen: Sabrina Mayer, in den vergangenen Jahren Dreh- und Angelpunkt in Defensive wie Offensive, musste kurzfristig wegen eines Trauerfalls passen. Und das just in Spiel eins nach dem Karriereende der ebenfalls nur ganz schwer zu ersetzenden Mittelangreiferin Karin Brunner.

„Das wird ein schweres Jahr“, sagte denn auch Tuchscherer. Bescheidenes Ziel ist, wie schon in der vergangenen Saison, der Klassenerhalt, und der sei „allemal möglich für uns“, gibt sich der seit vielen Jahren amtierende Übungsleiter zuversichtlich. Allerdings – und das ist wohl die wichtigste Erkenntnis des ersten Spieltages – dürfen „Korsettstangen“ wie Sabrina Mayer oder auch Susi Korschinsky keinesfalls länger ausfallen. Schließlich müssen die vielen jungen Akteurinnen im Team erst noch einige Spielpraxis auf diesem Niveau sammeln.

Bessere Lösungen parat

Das zeigte sich vor allem in der Auftaktpartie gegen die selbst ernannten Titelaspiranten vom Post SV Nürnberg, die im Sommer nochmals nachgerüstet haben, um das Ziel „Bezirksligaaufstieg“ auch in die Tat umsetzen zu können. Gegen die vor allem auf den Außenpositionen recht groß gewachsenen Gäste hielten die TV-Mädels phasenweise – vor allem wegen ihres wie immer vorbildlichen Kampfgeistes – ganz gut mit, in den entscheidenden Situationen aber hatte die „Post“ nahezu immer die bessere Lösung parat.

So zogen die Nürnbergerinnen im ersten Satz schnell auf 20:8 davon, ehe Cindy Regner, Natalie Müller und Co. vier Punkte in Folge verbuchten. Dann allerdings machte Post den Sack ziemlich zügig zu (15:25). Im zweiten Durchgang blieb der TV zu Beginn ständig in Tuchfühlung, drehte dann dank guter Angaben von Neuzugang Sabrina Thiem vom Oberfränkischen Bezirksligisten FSV Schnabelwaid einen 4:5-Rückstand in eine 8:5-Führung und hielt diese bis zum 12:10.

Dann aber hatten die Tuchscherer-Schützlinge wieder massive Probleme mit der Annahme der harten Flatteraufschläge – das Fehlen von Mayer und Brunner machte sich nun sehr deutlich bemerkbar und auch die Einwechslung der annahmestarken Libera Christine Kanstein änderte daran wenig. So lag Hersbruck schnell mit 12:15 zurück. In der Folge setzte sich Nürnberg über 14:18 und 15:21 entscheidend ab und gewann auch diesen Satz sicher mit 25:16.

Körner gespart

Im dritten Durchgang (9:25) glaubten die TV-Mädels dann gegen nun erst richtig aufdrehende Gäste ganz offensichtlich nicht mehr an ihre Chance und sparten „Körner“ für das direkt im Anschluss anstehende Spiel gegen die VG Baiersdorf/Marloffstein II.

Für diese in Sachen Klassenerhalt ungleich wichtigere Begegnung stellte Tuchscherer seine Anfangs-Sechs auf zwei Positionen um: die erfahrene Birgit Schubert übernahm für Natalie Müller als Stellerin und Elke Reuschel sollte die Defensive verstärken. Doch auch diese beiden brachten keine Sicherheit ins Spiel der TV-Mädels. Zwar glichen die den schnellen 0:3-Rückstand zum 4:4 aus, waren dann sowohl in der Annahme wie im Zuspiel aber zu fahrig und ungenau und gerieten mit 6:15 ins Hintertreffen.

Mit ihrem beinahe sprichwörtlichen Teamgeist und unbändigem Einsatz kamen die Hersbruckerinnen zwar wieder auf 17:19 heran, hatten dann aber nichts mehr zuzusetzen und gaben den Satz schließlich etwas unglücklich mit 21:25 ab. Im nächsten Durchgang dann das gleiche Bild: Der TV lag schnell 1:4 hinten, kämpfte sich wieder bis auf 5:6 heranund gab dann über 5:10, 7:16 und 10:19 auch diesen Abschnitt mit 12:25 ab. Auch Satz drei ging schließlich mit 18:25 relativ deutlich verloren.

Coach bleibt optimistisch

Die Laune nachhaltig verhageln können diese beiden Niederlagen Coach Hans Tuchscherer freilich nicht. Er glaubt weiter fest daran, dass „seine Mädels“ genügend Klasse besitzen, um die Liga wie im Vorjahr zu halten. Auch da mussten die Fans bekanntlich bis zum letzten Spieltag warten, ehe die TV-Volleyballerinnen das Ticket für ein weiteres Jahr in der Bezirksklasse Nord lösten.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta