Mannschaftsabend

Erst ein Schäuferla, dann in die Disco

Jan Schlagenhaufer (links) kann nicht nur grätschen. Beim 5:0-Hinspielsieg seiner Rummelsberger erzielt der Stürmer vier Treffer. | Foto: Dieter Vogt2019/11/Rummelsberg-EKSG-SC-Eismannsberg-online.jpg

EISMANNSBERG/RUMMELSBERG – In der B-Klasse Nord Ost will sich der SC Eismannsberg bei der EKSG Rummelsberg revanchieren.
 Trainer Marco Guth setzt vor dem Spiel der Woche auf eine spezielle Vorbereitung. Er verordnet seinen Jungs Fleisch und Hüftschwung.

Drei Kreuzbandrisse, zwei Knorpelschäden, drei augekugelte Schultergelenke: Was sich liest wie die Jahresbilanz des gesamten Skirennzirkus, ist nichts anderes als die Verletzungshistorie von Jan Pablo Schlagenhaufer. Dass Rummelsbergs Angreifer noch immer Woche für Woche die Fußballschuhe schnürt, grenzt an ein Wunder und sorgt bei den behandelnden Ärzten regelmäßig für Kopfschütteln.

„Sie raten mir schon länger, das Fußballspielen sein zu lassen“, sagt der Mann mit der Rückennummer sieben. Einzig der Spaß am Spiel ist noch zu groß. „Ich habe vor, nach dieser Saison meine Schuhe endgültig an den Nagel zu hängen“, bestätigt Schlagenhaufer, um hinterzuschieben: „Aber dieses Vorhaben hatte ich schon öfter.“

Unfassbare Torbilanz

Wie wichtig der Sohn von Trainer Kurt für die Rummelsberger ist, wird spätestens beim Blick auf seine persönliche Statistik deutlich. 140 Treffer erzielte der 26-Jährige in 80 Partien, in der Aufstiegssaison 2017/18 waren es in 23 Spielen gar 52 Tore. Und trotzdem: Ein Wechsel in eine höhere Liga kam für ihn nie in Frage. In der vergangenen Saison ging es für die EKSG wieder in die B-Klasse, mehr als ein Jahr A-Klasse war nicht drin.

Seinen herausragenden Torriecher besitzt Schlagenhaufer immer noch, wie die 19 Treffer in der aktuellen Spielzeit beweisen. Allein vier Tore gelangen dem wuchtigen Stürmer im Hinspiel gegen den SC Eismannsberg. „Da stand ich ehrlich gesagt nur immer goldrichtig. Es waren vier Abpraller, die ich nur noch ins leere Tor schieben musste“, beschreibt er demütig seine Erinnerungen an den 5:0-Sieg am dritten Spieltag.

Mit sieben Siegen und zwei Remis aus neun Spielen befindet sich Rummelsberg in Schlagdistanz zum Spitzenreiter Berg II, mit einem Sieg könnten Schlagenhaufer und seine Jungs an Bergs Reserve vorbeiziehen und auf Rang eins überwintern. Kein leichtes Unterfangen, immerhin will sich der SC Eismannsberg für das Debakel aus dem Hinspiel revanchieren und Rummelsberg Sonntagnachmittag (14.30 Uhr) zuhause in die Schranken weisen.

„Wir haben einen tollen Lauf, wir haben keine Verletzten zu beklagen und der Zug im Training ist auch sehr gut“, bestätigt SC-Trainer Marco Guth. Am bitteren 0:5 vom dritten Spieltag gibt sich der 34-Jährige gar eine Mitschuld. „Wir haben unsere Mannschaft damals ziemlich durchgemischt und Rummelsberg etwas unterschätzt“, erinnert er sich an die Partie und verweist gleichzeitig auf seinen „großen Kader aus 20 Spielern, die alle auch regelmäßig zum Einsatz kommen sollen“.

Ein Mannschaftsabend soll es richten

Die große Stärke seiner Truppe sieht der Eismannsberger Coach ohnehin weniger im spielerischen Bereich. Viel mehr basieren die jüngsten Erfolge (fünf Siege in Folge) auf dem Zusammenhalt des Teams. „Deshalb gehen wir am Freitagabend mit der gesamten Mannschaft und der Vorstandschaft erst zum Schäuferla-Essen. Anschließend fahren wir ins Happy Rock nach Sulzbach-Rosenberg“, gibt Guth im Gespräch am Freitagnachmittag Einblicke in die Spielvorbereitung der etwas anderen Art.

Doch der Erfolg gibt dem Spielertrainer Recht, mit 19 Punkten hält der SCE Anschluss an die Aufstiegsränge und sitzt dem Konkurrenten aus Rummelsberg im Nacken. Als gefährlichster Torschütze zeichnete sich bislang Dominik Päflzer aus. Der 26-jährige Angreifer traf bereits neunmal und soll es nun im Duell mit dem Tabellenzweiten richten. Bis dahin sollte auch das Schäuferla verdaut und die Tanz- gegen Fußballschuhe eingetauscht sein.

N-Land Daniel Frasch
Daniel Frasch