Gewerbegebiet „Eyerbruch“ Thema im Winkelhaider Gemeinderat

Diskussion um das „Herz von Winkelhaid“

Das Grundstück, das Teil des Gewerbegebietes „Eyerbruch“ werden soll, fotografiert von der Penzenhofener Haupstraße. Auch zukünftig soll die Zufahrt über diese Straße erfolgen. Foto: Degenhardt2014/11/winkelhaideyerbruch_New_1417095602.jpg

WINKELHAID – Es kommt wieder Bewegung in die Planungen zum Gewerbegebiet „Eyerbruch“. Einige Bürger waren bei der Sitzung des Gemeinderats dabei, um die Ausführungen des Planungsbüros zu hören.

Der neunte Tagesordnungspunkt beschäftigte die Gemeinderäte lange: Bebauungsplan Nr. 25 „Eyerbruch“ und 7. Änderung des Flächennutzungsplanes. Zuerst stimmte das Gremium für eine Änderung vom vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu einem allgemeinen Bebauungsplan. Bürgermeister Michael Schmidt erklärte, dass ersterer innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden müsse – ein unrealistischer Zeitrahmen.

Sogleich stellte Georg Schönweiß (SPD) die Notwendigkeit des Bebauungsplanes in Frage. Er schlug vor, die Spicers-Halle, für die es nach Schließung des Standortes noch keine Pläne gibt (wir berichteten), zu nutzen. Doch das wird so nicht funktionieren.

"Nicht marktgerecht"

Schmidt erklärte, dass das Gebäude noch bis Sommer 2016 an Spicers vermietet ist. Die Firma ist nicht Eigentümer des Gebäudes, sondern eine Investmentgesellschaft. Mit dieser hat die Gemeinde bereits über einen Verkauf der Halle gesprochen. Die Investmentgesellschaft will dafür jedoch einige Millionen haben. „Das ist für mich nicht marktgerecht“, sagte Schmidt.

Bernhard Walk von der Firma Grosser-Seeger & Partner klärte den Gemeinderat und die Zuhörer über den aktuellen Sachstand auf.

Insgesamt gingen 25 Stellungnahmen ein, zwölf von Trägern öffentlicher Belange, der Rest von Bürgern. Darin wurden Bedenken geäußert, unter anderem wegen der Gebäudehöhen, den Emissionen aus Verkehr und Gewerbe, der Entwässerung, Standortalternativen und der Zufahrt über den Brunnleithenweg. Die Zufahrt soll übrigens über die Penzenhofener Hauptstraße erfolgen.

Lärmbelastung hält sich in Grenzen

Ein Lärmgutachten wurde bereits erstellt. „Im Umfeld befinden sich Nutzungen, die der Schutzbedürftigkeit unterliegen, zum Beispiel die Wohnbebauung“, sagte Walk. Ein Gewerbegebiet darf diese Gebiete nicht beeinträchtigen. Um den Lärm zu begrenzen, gibt es zwei Möglichkeiten: Eine Schallschutzwand oder eine Beschränkung, die regelt, welche Schallemissionen nach außen dringen dürfen. Die Werte wurden ermittelt, man hat sich für letztere Variante entschieden. Ohnehin wird sich die Lärmbelastung in Grenzen halten. Denn die Firma EVN, die sich in Winkelhaid niederlassen wird, beliefert den Großhandel mit Leuchtmitteln. Eine Fertigung wird in der Gemeinde nicht stattfinden.

Auch ein Bodengutachten wurde angefertigt, außerdem wurden die Firsthöhen festgelegt. „Das dient der Minimierung der Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes“, sagte Walk.

Da das Gelände leicht abfällt, liegt es im Osten 433 Meter ü.N.N., im Westen 426 Meter. Im Westen und Osten soll die Firsthöhe maximal elf Meter betragen, unter der Freileitung höchstens sieben Meter, die beiden Lagerhallen werden nicht höher als zehn Meter. Der Abstand vom Gewerbe zu den Anwesen der Anlieger wird vermutlich fünf Meter betragen.

Vorschlag: Wohnbebauung

„Die Höhen sind relativ zurückhaltend, das bleibt in einem gewissen Rahmen“, sagte Michael Schmidt. Von der Staatsstraße aus werden die Gebäude nicht zu sehen sein. Zu Beginn der Sitzung äußerten sich einige Bürger kritisch zum Thema „Eyerbruch“. Ralf Karg hatte extra eine Karte gemalt. Er merkte an, dass das Gelände, das „Herz von Winkelhaid“, besser für eine Wohnbebauung geeinget sei.

Georg Schönweiß schloss sich dem an. Er schlug vor, Landwirte zu überreden, ihre Flächen, die um den Netto herum gelegen sind, zu tauschen, damit sich EVN dort ansiedeln kann. Schmidt entgegnete, dass ein Tausch nicht so einfach möglich sei. „Die Leute haben schon entsprechende Erschließungskosten bezahlt“, sagte der Rathauschef.

Die FWG unterstützt das Vorhaben nicht. „Wir könnten das nur akzeptieren, wenn die geplante Entlastungsstraße angeschlossen würde und eine optische Barriere durch Bepflanzung oder einen Wall entstünde“, sagte Ulrich Kretschmer von der FWG. Neun Gemeinderäte stimmten letztendlich für die Abwägungsvorschläge des Büros Grosser-Seeger & Partner und eine Änderung des Flächennutzungsplanes.

Die sieben Gegenstimmen kamen aus den Reihen der UWA, SPD, FWG und Grünen. Noch ist nichts in Stein gemeißelt, Anfang Januar wird es eine Anliegerversammlung geben, wo erneut über die Planungen informiert wird und Bürger ihre Einwände vorbringen können.

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