Oldtimer-Treffen auf dem Flugplatz Lillinghof

Tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten

Die Eigentümer Miss Sophies, einer Tiger Moth: Herbert Schmidt, Claudio Stetter, Thomas Plödt2015/08/miss_sophie_tigermoth_lauf_lillinghof_flugplatz-us__4_.jpg

LILLINGHOF — Flugmotoren knatterten am Wochenende über den Schnaittacher Himmel und wer dann nach oben blickte, erkannte viele alte und seltene Flugzeuge, darunter auch einige Doppeldecker. Allerdings flogen diese über der Marktgemeinde viel zu hoch, um einen Flugzeugtyp genau erkennen zu können.

Die Flieger waren auf dem Weg zum Flugplatz Lillinghof. Jedes Jahr findet nämlich hier auf dem Stützpunkt der Laufer Segelflieger ein Treffen der betagten Flugzeugmodelle statt. In lockeren Gesprächen vertieft, traf man dort viele bekannte Gesichter aus den Fliegerkreisen, die sich über die Technik der letzten Jahrzehnte austauschen.

„Miss Sophie Treffen“ nennen die Organisatoren ihre Veranstaltung, zu der Oldtimerflugzeuge aus ganz Deutschland auch weite Anflugstrecken in den Schnaittacher Ortsteil in Kauf nehmen. Warum Miss Sophie? „Ganz einfach“, erklärt der Miteigentümer der knallgelben Tiger Moth, Herbert Schmidt, „zum Jahreswechsel 1997 saßen wir in einer Berghütte in Österreich und fassten den Beschluss, einen alten Doppeldecker zu kaufen. Im Fernseh lief der Silvesterklassiker Dinner for one um Miss Sophie – und schon stand der Name, den unser Flugzeug erhalten sollte, fest.“

Die drei vom Laufer Segelflugclub, Thomas Plödt, Claudio Stetter und Herbert Schmidt, sind nun seit 1998 im Besitz dieser Tiger Moth, die 1939 gebaut wurde und im Einsatz für die Royal Air Force flog.

Bereits im Folgejahr stand ein erstes Treffen mit Gleichgesinnten an. Von diesem Zeitpunkt an wuchs das Interesse an den alljährlichen Treffen mit den Veteranen unter den einmotorigen Fluggeräten stetig. Und weil es eben die Laufer Flieger seither organisieren, nennen sie ihr ganz spezielles Fliegerevent im kleinen Kreis eben „Miss Sophie Treffen“.

Neben Tiger Moths waren auch Bücker, Piper und andere Flugzeuge gekommen, um gemeinsam eine kleine Runde im Fränkischen zu fliegen. Gegen 15 Uhr surrten, teilweise im Formationsflug, die Piloten mit ihren jeweiligen Fluggeräten südlich vom Schnait­tacher Rothenberg in Richtung Kirchensittenbach und weiter im Pegnitztal zum Pegnitzer Flugplatz, wo die „tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten eine Kaffepause einlegten“, wie es Miss-Sophie-Pilot Plödt bezeichnete.

Walter Wimmer aus Hof flog in seiner Bücker 131 aus dem Jahr 1954: „Es ist einfach immer wieder schön sich zu treffen, auch wenn es nur zwei Tage sind“, freut sich der Pilot. Am Sonntag starteten die Flugzeugveteranen von Lillinghof aus wieder in alle Richtungen zum Heimflug.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster