Junge Flieger über Lillinghof

Die jungen Nachwuchsflieger der Lima-Gruppe – hier allerdings nicht beim Fliegen, sondern während einer Pause auf dem Flugplatz in Lillinghof. Foto: Schuster2012/05/44312_limalehrganglillinghof_New_1338475564.jpg

LILLINGHOF — Zwölf junge Leute aus Bayern haben auf dem Segelflugplatz in Lillinghof campiert. Sie alle nahmen am sogenannten Lima-Lehrgang teil. Lima steht im internationalen Alphabet der Fliegersprache für den Buchstaben „L“ wie Lernen. Es geht um Talentförderung.

Insgesamt 15 000 Kilometer und bis zu 2500 Meter hoch war die Lima-Gruppe unterwegs. Mit dem Lehrgang will der Bayerische Luftsportverband dem Nachwuchs der Sportsparte Segelflug/Motorsegeln die Chance geben, zu zeigen was in ihm steckt – natürlich mit dem Hintergrund, auch Talente für Wettkämpfe zu gewinnen.

Eine ganze Woche dauerte die Veranstaltung, die Horst Zuber vom Segelflugclub Lauf organisatorisch betreute. Die Lehrgangsleitung oblag Bernd Tauber aus Fürth, der mit weiteren Trainern die Praxis in der Luft und viel theoretisches Wissen vermittelte. Die Teilnehmer, von Aschaffenburg bis Krumbach, darunter auch zwei Frauen, mussten selbst jeweils eine Unterrichtsstunde gestalten.

Für Schulungszwecke stellte der Verband einen der derzeit modernsten Hochleistungssegler zur Verfügung. Der Arcus, so seine Typbezeichnung, ist zurzeit eines der erfolgreichsten Segelflugzeuge.

Ein besonderes Erlebnis hatte Christoph Deuring aus Krumbach. Der 23-jährige Pilot befand sich etwa fünf Kilometer in östlicher Richtung vom Platz entfernt, als er nur noch in 160 Meter über Landehöhe flog. Er absolvierte darum seine erste Außenlandung. Nur ein paar Kratzer waren anschließend am Vereinssegelflugzeug zu sehen. „Hier in Lillinghof hab ich aber auch meine bisher weiteste Strecke mit 380 Kilometern geflogen“, so der Student, der die Landschaft genießt. Viereinhalb Stunden war er dafür in der Luft.

Am Ende des Tages werteten die Trainer die Blackbox aus. Über die Daten im Flugschreiber konnten sie gut verdeutlichen, was im Flugbetrieb verbessert werden muss. Überhaupt nahm der praktische Teil bis hin zum menschlichen Leistungsvermögen einen großen Stellenwert ein. „Mal schnell auf die Toilette gehen ist nicht“, beschreibt Bernd Tauber ein Szenario in der Luft, das man als Außenstehender gar nicht bedenkt.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster