Nudeln aus Gemüse

Past Pasta

Waschen, schälen, schneiden: Ein Spiralschneider verwandelt Süßkartoffeln, Zucchini und anderes Gemüse in Spaghetti oder Linguine. | Foto: Razz & Rübe2020/03/Feucht-Razz-und-Ruebe-Suesskartoffel-Zucchini-scaled.jpg

FEUCHT – Allen Warnungen zum Trotz kaufen einige Mitbürger in diesen Tagen die Nudelregale leer. Dabei gibt es inzwischen einige Alternativen zur klassischen Pasta. Vorreiter auf dem Gebiet der neuen Nudeln sind zwei Feuchter.

Von Karotten über Rote Beete bis Zucchini: Es gibt kaum ein Gemüse, das Tanja und Robin Albert noch nicht durch den Spiralschneider gejagt haben. „Nur Kürbis war nicht so schön, den konnten wir danach nur noch als pürierten Stampf anbieten“, sagt Tanja Albert. Seit vier Jahren tuckert sie mit ihrem Bruder im gemeinsamen Foodtruck täglich durch den Großraum Nürnberg, zweimal wöchentlich öffnen sie zusätzlich ihre Küche in der Feuchter Ortsmitte.

Neben Klassikern der asiatischen und indischen Küche sind die beiden Geschwister vor allem für ihre verschiedenen Gemüsenudeln bekannt. „Der Renner sind nach wie vor unsere Süßkartoffel-Spaghetti“, sagen die Foodtrucker unisono. Unterwegs wie stationär bieten sie diese neuen Nudeln mit verschiedenen Toppings und Soßen an, die meist auf Hülsenfrüchten basieren.

Extra-Portion Gemüse unterjubeln

Im Supermarkt gibt es inzwischen auch Nudeln, die komplett aus Linsen, Bohnen oder Kichererbsen bestehen. Diese werden gekocht und maschinell zu Pasta geformt. „Das passt aber nicht zu unserem Konzept, wir machen unsere Nudeln direkt aus der Rohkost“, sagt Tanja Albert und zählt einige Vorteile der Gemüsenudeln auf.

Sie eignen sich unter anderem für eine kohlenhydratreduzierte Ernährung (Low Carb), bringen Farbe auf den Teller und sind reich an Vitaminen und Nährstoffen. „Außerdem schmecken sie intensiver. Eine Hartweizennudel hat ja kaum Eigengeschmack“, meint Tanja Albert, die sich selbst als Nudeljunkie bezeichnet. „Man hat die Optik der Spaghetti, den geschmacklichen Kick zum Beispiel der Süßkartoffel und ein Al dente-Bissgefühl. Mehr braucht es in meinen Augen nicht.“ Außerdem könne man Kindern mit diesen Spaghetti „eine extra Portion Gemüse unterjubeln, das klappt super“.

Tanja und Robin Albert in ihrer Strretfood-Küche in Feucht. Foto: Razz & Rübe2020/03/Feucht-Razz-und-Ruebe-Tanja-Robin-Albert-scaled.jpg

Zudem halte sich der Aufwand beim Herstellen und Zubereiten sehr in Grenzen. Noch am längsten dürfte das Waschen und Schälen dauern. Danach übernimmt der Spiralschneider. Die Alberts verwenden hier ein Gerät von der Stange. Es erinnert ein wenig an eine Nudelmaschine und kostet im Handel kaum mehr als eine Familienpizza.

Je nach aufgesetzter Düse verwandelt es Kartoffeln, Rettich und Co. in Spaghetti oder Linguine. Im Truck tauchen Tanja und Robin Albert ihre Nudeln für knapp eine Minute in kochendes Salzwasser. Zu Hause kann man sie freilich nach Geschmack kochen. „Das ist wie beim Steak“, meint Robin Albert, „raw, medium oder well-done, jede Garstufe ist möglich“.

Mehr Home Office, weniger Kunden

Natürlich bekommen auch die beiden Foodtrucker die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Sie halten vozugsweise in den großen Nürnberger Gewerbeparks. Wenn dort aber zahlreiche Mitarbeiter ins Home Office abgewandert sind, schrumpfen auch die Schlangen am Truck.

Rund 50 Prozent betragen ihre Einbußen beim Mittagstisch derzeit. Noch härter aber treffen sie die zahlreichen Absagen von Veranstaltungen, bei denen sie als Caterer gebucht waren. Die roten Linien im Kalender von Razz & Rübe reichen schon bis in den August.

N-Land Christian Geist
Christian Geist