Mobile Reserve am Anschlag

Nur fünf freie Reserve-Lehrer im ganzen Landkreis?

"Wegen Personalmangel heute kein Unterricht" könnte es schlimmstenfalls heißen. (Symbolbild) | Foto: Kirchmayer/PZ-Archiv2020/11/Grundschule-Buhl-neues-Klassenzimmer-2-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Die sogenannte Mobile Reserve springt ein, wenn Lehrer krank werden. Damit soll verhindert werden, dass Unterricht ausfällt. Nur: Die Mobile Reserve im Nürnberger Land arbeitet am Anschlag. An einem Tag waren von 67 Reserve-Lehrkräften sogar 62 bereits im Einsatz.

Während im Landkreis Ende Oktober schon 90 Prozent der Reserve-Lehrkräfte an einer Einsatzschule aktiv werden mussten, gab es in der Zwischenzeit nur eine minimale Erholung. Zu jedem von der Staatsregierung genannten Stichtag lag die Einsatzquote über 80 Prozent, zuletzt sogar bei einem Rekordwert von 93 Prozent.

Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine aktuelle Anfrage hervor, die der Landtagsabgeordnete Matthias Fischbach (FDP) gestellt hat. Er ließ sich die Einsatzzahlen der Mobilen Reserve an Grund- und Mittelschulen geben.

Ganze 62 von 67 Lehrkräften der Reserve befanden sich laut der Antwort des Kultusministeriums zum Stichtag 23. Mai im Einsatz, nur fünf standen somit noch zur Verfügung. Viel Kapazität, um weitere Ausfälle abzufangen, gibt es also nicht mehr.

„Besorgniserregende“ Bilanz?

Fischbach, der bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag ist, schätzt diese Zahlen so ein: „Diese Entwicklung ist in mehrerlei Hinsicht besorgniserregend. Zum einen droht ein massiver Ausfall von regulärem Unterricht, wenn Lehrkräfte erkranken und auch nach Wochen kein passender Ersatz mehr gestellt werden kann. Zum anderen könnten die Reserve-Lehrkräfte ansonsten an ihrer Stammschule Differenzierungsstunden erteilen.“

Gerade in diesem Schuljahr sollten eigentlich auf diese Weise coronabedingte Lernrückstände aufgearbeitet werden. „Das fällt nun 
offensichtlich völlig flach“, vermutet Fischbach.

Der Landkreis befindet sich mit an der Spitze eines bayernweiten Problems. In ganz Mittelfranken sind 89 Prozent der Reserven beansprucht. Niederbayern hingegen fährt mit 69 Prozent Einsatzquote aktuell noch am besten im Bezirksvergleich.

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