Tipps des ADAC

So fährt man sicher durch Eis und Schnee

NÜRNBERGER LAND – Mit den aktuell herrschenden niedrigen Temperaturen sind die Herausforderungen des Winters vor allem für Autofahrende wieder verstärkt spürbar. Frost, Glatteis und Schnee haben echtes Gefahrenpotenzial. Damit Autofahrer gut und sicher durch die kalte Jahreszeit kommen, gibt der ADAC Nordbayern ein paar Tipps.

Ohne Garagenstellplatz oder dem Einsatz einer Frostschutzfolie hilft bei Minustemperaturen meist nur morgendliches Kratzen. Allerdings sollte man dabei besser auf einen Kunststoffkratzer zurückgreifen, denn Metallschaber können die Scheibe in Mitleidenschaft ziehen. Aus Umweltschutzgründen empfiehlt sich darüber hinaus der Verzicht auf chemische Enteiser. „Auch das Enteisen mit heißem Wasser ist keine gute Idee“, so Wolfgang Lieberth vom ADAC Nordbayern in einer Pressemeldung: „Die Scheiben könnten durch die hohen Temperaturunterschiede Risse bekommen oder gar springen.“

Lärm vermeiden

Gleiches gilt für das Warmlaufenlassen des Motors im Stand. Hier muss man mit einem Bußgeld von 80 Euro zuzüglich Verwaltungsgebühren rechnen: Verkehrsteilnehmer sind nämlich dazu angehalten, unnötige Lärm- und Abgasbelästigung zu vermeiden. „Außerdem braucht der Motor im Stand deutlich länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen und kann Schäden davontragen“, ergänzt Lieberth. ADAC-Messungen zufolge erreicht das Motoröl bei minus zehn Grad nach vier Minuten eine Temperatur von minus sieben Grad und die Lüftung im Wageninneren 13 Grad.

Selbst wenn es länger dauern sollte, lediglich ein kleines Guckloch freizukratzen ist nicht ausreichend. Neben der Erhöhung des Unfallrisikos infolge eingeschränkter Sicht droht hier ebenfalls ein Bußgeld. Zudem muss das Auto zusätzlich von etwaigem Schnee befreit werden, damit andere Autofahrer nicht von herabfallenden Schneeresten behindert werden.

Nicht zu viel Gas

Um Feuchtigkeit im Innenraum und dadurch beschlagene Scheiben zu vermeiden, sollte ein Trockentuch mitgeführt werden, Ladung und Schuhe vor dem Einsteigen von Schnee befreit und ferner die Fußmatten trocken gehalten werden.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen sollten Autofahrer auf eine angepasste Geschwindigkeit sowie ausreichend Abstand achten und natürlich Winterreifen aufgezogen haben. Bei Handschaltern ist niedertouriges Fahren in hohem Gang ein probates Mittel, um gut auf glatten Straßen voranzukommen, bei Automatikautos sorgt die Elektronik meist für die Traktionskontrolle. Generell gilt ein behutsamer Umgang mit dem Fahrpedal.

Fünf Mal so lang

Weitere wichtige Punkte bei Schnee und Eis: Ruckartige Lenkbewegungen möglichst vermeiden und eine Bremsprobe auf freier Strecke – ohne Gefährdung anderer – kann helfen, das Gefühl für die Straßensituation zu verbessern. Denn auf glatter Fahrbahn ist der Bremsweg bis zu fünf Mal so lang im Vergleich zu trockenen Bedingungen, die Winterreifen tragen hier wesentlich zu einem kürzeren Bremsweg bei.

Neben der Profiltiefe (der ADAC empfiehlt mindestens vier Millimeter) ist auch das Alter der Reifen ausschlaggebend, da das Gummi mit zunehmendem Alter aushärtet und die Leistungsfähigkeit der Reifen entsprechend abnimmt. Dies ist oftmals bereits nach sechs Jahren der Fall.

Mehr unter www.fahrerlebnis-bayern.de/trainingsangebote/pkw-sicherheitstrainings/pkw-herbst-und-winter-training/

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