Online-Treffen wegen Corona

Dekanatssynode ganz digital

Die Pfarrer testeten bei ihrer Konferenz, ob sich ein Zoom-Meeting gut für einen Austausch vieler Menschen eignet. Da das funktioniert hatte, wurde auch die Dekanatssynode online abgehalten. | Foto: privat2020/12/IMG-2552.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – „Wir wachsen an den Herausforderungen, die Corona mit sich bringt“, findet Gabriele Geyer. Und zwar nicht nur bei den Gottesdiensten, sondern im Austausch untereinander. Daher traf sich die Dekanatssynode erstmals digital.

„Das sind Erfahrungen, die wir auch auf die eigene Gemeinde übertragen können“, ist sich die Laufer Pfarrerin und Seniorin im Dekanat sicher. Das haben auch die weiteren Mitglieder offensichtlich so gesehen: Von den 110 Mitgliedern waren 58 beim Zoom-Meeting dabei – „wie sonst bei einer normalen Sitzung auch“, freut sich Dekan Tobias Schäfer.

Vorab wurde extra ein Übungslauf für die Unerfahreneren veranstaltet, erzählt Schäfer, der gerne angenommen wurde. „Bei dem Termin selbst konnten wir dann zwei Minuten nach neun Uhr starten“, sagt der Dekan stolz. Doch nicht nur dafür war entsprechende Organisation nötig – auch für den Austausch an sich. „Ich habe die Gesprächsführung übernommen und die Themen vorgestellt, Jan-Peter Hanstein moderierte die Nachfragen.“

Der Sechste und Erste

Und genau das sei für die Teilnehmer ungewohnt gewesen: „Die Freiheit zum Reden, die Spontaneität und die direkte Reaktion aufs Gesagte fehlten.“ Schließlich habe man sich erst melden müssen, bevor man aufgerufen wurde und reden durfte, so Schäfer. „Wenn der Sechste was zum Ersten erwidern will, ist das ungünstig“, sagt auch Karl-Ernst Wirth aus dem Dekanats-Präsidium. Außerdem sehe man nicht alle auf dem Bildschirm und wisse nicht, wer überhaupt noch da sei. „Zum Informieren ist das digitale Treffen gut, für eine inhaltliche Diskussion nicht.“

Denn dafür ist ein erhebliches Maß an Selbstdisziplin nötig, musste Henfenfelds Pfarrerin Kathrin Klinger erfahren. „Da kann man nicht einfach jemanden ansprechen, weil man wissen möchte, wie es ihm geht oder so“, erklärt die stellvertretende Dekanin. Das aber wiederum führe zu einem „konzentrierten Reden und Arbeiten“, führt Schäfer als Vorteil auf. Das Geplapper drumherum sei weggefallen.

Damit mangle es aber auch der Stimmung, an der Beziehungsebene, wie er es nennt. Daher tue er sich mit Segen oder geistlichem Wort schwer. Ähnlich geht es Senior Björn Schukat: „Die gemeinschaftsstiftenden Elemente Singen und Beten fühlen sich irgendwie komisch an, das geht nicht richtig online.“ Trotzdem sind sich alle mit Elfriede Deinzer aus dem Dekanats-Präsidium einig, dass das Meeting das Zusammengehörigkeitsgefühl gerade in dieser Zeit gestärkt habe.

Ängste um Stellen

Weil eben gewisse Themen seit Frühjahr in der Luft hängen und das für Unsicherheit sorge, erläutert Schäfer. Wie die Landesstellenplanung. Hier werde vor Januar nichts passieren. „Bei den vakanten Stellen im Dekanat entstehen derzeit viele Ängste, weil die Leute denken, die Stellen würden eh gekürzt.“ Doch alle würden ganz normal ausgeschrieben, betonen Schäfer und Klinger.

Erfreulich sei, dass sich das geplante Bildungswerk mit Neumarkt und Altdorf auf einem guten Weg befinde. „Wenn alles klappt, wird da nächstes Jahr Nägel mit Köpfen gemacht“, so Schäfer. Mit Neumarkt sei man über Verwaltung und Diakonie eh schon vernetzt, da lag der Schritt nahe, legt Schäfer dar. Zudem werde die Regionalisierung der Erwachsenenbildung gefördert. Das Bildungswerk solle als „professionelles Netzwerk“ eine Unterstützung für die Kirchengemeinden sein, die bereits Bildungsarbeit leisten. Die Vorstellung: Ein Verantwortlicher je Region arbeitet dem Verein zu und verteilt die Angebote über die einzelnen Orte.

Chef für Kitas

Ebenfalls um organisatorische Entlastung für die Pfarrer geht es bei der neuen Stelle des Kita-Geschäftsführers. Diakon und BWLer David Geitner wird ab Januar für neun Einrichtungen in acht Kirchengemeinden für die nächsten drei Jahre zuständig sein, verkündet Schäfer. Die Hoffnung: Dass er schnell und für alle Kitas gleich reagieren kann, wenn beispielsweise die Ferien wegen Corona früher beginnen. „Es ist ein Anfang, wie sich Kirche professioneller aufstellen kann“, denkt Klinger und empfindet die neue Stelle daher als „zukunftsweisend“.

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