Bauabschnitt III der Umgestaltung der Winkelhaider Ortsmitte

„Ein Weg war das nie“

Der „Richthausener Kirchenweg“ wird saniert. Der steile Weg führt hinunter zur Röst, danach wieder hinauf zur Richthausener Straße. Um den Weg begehbar zu machen, wird der steile Hang südlich der Hütte in der Bildmitte mit Granitstufen versehen. Foto: Degenhardt2014/11/winkelhaid_richthausener_kirchenweg.jpg

WINKELHAID – Die Umgestaltung der Ortsmitte von Winkelhaid ist noch nicht abgeschlossen. Der Gemeinderat befasste sich nun mit der Instandsetzung des „Richthausener Kirchenwegs“.

Nach dem Rathaus- und dem Weiherumfeld steht nun Bauabschnitt III an: Die Instandsetzung/Sanierung „Richthausener Kirchenweg“. Architekt Norman Riede stellte die Pläne dem Gemeinderat und zahlreichen Zuhörern vor. „Der Richthausener Kirchenweg ist es wert, dass man ihn herrichtet“, sagte er. Denn er sei eine wichtige Verbindung zwischen dem Richthausener Neubaugebiet und dem Süden von Winkelhaid, besonders für Schüler. Die Röstquerung ist bisher provisorisch, die Zäune müssen hergerichtet werden, eine Sitzbank soll im Bereich Südhang eingebaut werden. Um den Weg auch im Winter begehbar zu machen – der Weg führt über einen steilen Hang –, hat sich der Architekt überlegt, Granitstufen in den Hang einzufügen. Ein Handlauf soll Spaziergängern und Schülern zusätzlich Stabilität geben. Außerdem ist eine Wegeverbindung entlang der Röst bis zum Bauhofgelände vorgesehen. Zwischen 50.000 und 55.000 Euro wird das Projekt kosten. 45 Prozent der Kosten deckt die Städtebauförderung ab.

Eingeschränkt nutzbar

Doch nicht alle Bürger werden den sanierten Weg nutzen können. Wegen des steilen Hangs hält Riede es nicht für sinnvoll, eine Rampe für Rollstuhlfahrer zu bauen. „Das ist nicht angemessen. Wir haben ja noch den Weg über den Weiher“, sagte er. Bürgermeister Michael Schmidt betonte die Notwendigkeit einer Beleuchtung, da der Weg im Winter sonst nicht begehbar sei.

In der folgenden Diskussion wurde schnell Kritik an den Sanierungsplänen laut. „Ich wohne da seit 60 Jahren. Die letzten 30 Jahre hat den Weg keiner mehr genutzt“, sagte Klaus Blendinger von der UWA. Außerdem wollte er wissen, ob die Grundstücksverhältnisse geregelt sind. Drei Grundstücke sind von der Sanierung betroffen. Schmidt gab an, dass mit allen Eigentümern gesprochen worden sei, deren Einverständnis liege vor. „Die Gemeinde würde die Fläche kaufen, damit wir den Grüngürtel erhalten“, sagte der Bürgermeister. Dabei geht es nur um wenige Meter links und rechts des Weges. Die Verbindung selbst gehört bereits der Gemeinde.

Zufahrt für Grundstückseigner

Georg Schönweiß (SPD) meldete sich zu Wort, um „mit der Legende aufzuräumen“, es handele sich um einen historischen Weg. „Da ist früher niemand gelaufen, der Weg diente als Zufahrt für verschiedene Grundstückseigener. Ein Weg war das nie, und das wird nie ein Weg werden“, sagte er. In Anbetracht der finanziellen Lage der Gemeinde gebe es wichtigere Dinge zu tun. Genauso sieht das sein Parteikollege Fritz Heinicke.

Riede erwiderte, dass der Weg eventuell wegen der Verbindung von der Bachquerung zum Rathaus zu einer höheren Nutzung durch Fußgänger führen würde. Auch Eugen Achhammer (FWG) äußerte sich kritisch: „Erst habe ich gesagt, das ist eine super Idee. Aber der Weg ist nur für wenig Leute nutzbar. Mit einem Kinderwagen kannst du da nicht rauf.“

Dass Schmidt klar für das Projekt ist, machte er deutlich: „Wir haben das als Gesamtkonzept beschlossen, das ist die kleinste Maßnahme von allen. Für sich alleine ist das nicht attraktiv, aber die Verbindung zum Weiher finde ich prima.“ Auch sein CSU-Parteikollege Gerhard Galneder ist für die Maßnahme. „Wenn man das Aufräumen subventioniert bekommt, ist das doch toll.“ Heidi Mauer (Grüne) steht dem Projekt ebenfalls positiv gegenüber, sprach sich aber dafür aus, es möglichst kostengünstig abzuwickeln. Schließlich stimmte der Gemeinderat mit sechs Gegenstimmen aus SPD, UWA und FWG für den Planentwurf.

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