Generalsanierung der Kunigundenschule in Lauf kostet 300 000 Euro mehr

Asbestfund verteuert Sanierung

Während im Grundschulbereich der Laufer Kunigundenschule die Sanierung abgeschlossen ist und der Unterricht läuft, ist der Mittelschultrakt (links) noch Baustelle. Hier wurden an einigen Wänden asbesthaltige Putze entdeckt, die vor dem Fortgang der Sanierung fachmännisch entfernt werden müssen. | Foto: Fischer2017/01/baustelle-kunischule-lauf-winter-fi.jpg

LAUF — Asbestfasern in einzelnen Wänden des derzeit leerstehenden Altbaues der Laufer Kunigundenschule verteuern die laufende Sanierung des Schulhauses um rund 300 000 Euro. Eine Spezialfirma wird das betroffene Material unter hohen Sicherheitsauflagen (Luftschleusen zum Beispiel) entfernen und entsorgen. Für Schüler und Lehrer im bereits sanierten Grundschultrakt besteht dabei keine Gefahr, wie die Leiterin des Bauamtes, Annette Nürnberger, im Bauausschuss betonte. Bei Raumluftmessungen schon Ende Dezember waren in den wieder belegten Klassenzimmern wie in der Turnhalle keinerlei gesundsheitsgefährdende Faserstoffe in der Raumluft festgestellt worden.

In der Schule war gleichwohl die erste Aufregung groß, als zunächst der Verdacht auf Asbest bekannt wurde und sofortige Untersuchungen auf der Baustelle des Hauptschultraktes die Fasern bestätigten. Um die Arbeiter zu schützen, waren nämlich zunächst Hinweisschilder aufgestellt und wenig später die Sanierungsarbeiten vor Weihnachten komplett eingestellt worden. Etwas, das den Lehrern natürlich nicht verborgen geblieben ist. Die Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt schon Kontakt mit der Schulleitung aufgenommen, um gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen und Angst vor einer Gefährdung auszuräumen. In der aktuellen Bauausschusssitzung beklagte sich Adolf Pohl (FW) darüber, dass der Stadtrat leider nicht von der Entdeckung informiert worden sei und man auf entsprechende Bürgerfragen auch keine Antwort geben konnte. Allerdings konnte Bauamtsleiterin Nürnberger noch im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ein Sanierungskonzept, die entsprechenden Kosten und auch die Vergabe an ein Spezialunternehmen mitteilen.

Grundsätzlich, so Nürnberger, werden heute vor Sanierungen Schadstoffuntersuchungen vorgenommen. So geschehen auch im Vorfeld der Kunigundenschule in den Jahren 2010 und 2011. Dabei seien im Bereich des Schulgebäudes auch ein asbesthaltiger Bodenbelag und unter Gipsmanschetten an Heizungsrohren gesundheitsgefährdende Faserstoffe entdeckt worden. Diese Stoffe wurden bei der Sanierung dann auch schon beseitigt. Allerdings werde es im Grundschulbereich noch weitere Materialproben unter den inzwischen verputzten Wänden geben. Bis diese Ergebnisse vorliegen, dürfen nun keine Löcher in die Wand gebohrt werden. Solange Asbestfasern nämlich gebunden sind, besteht keine Gefahr, nur wenn sie in die Luft geraten und eingeatmet werden, können sie gesundheitsgefährdend sein.


Im jetzt aktuellen Fall im Mittelschultrakt war zunächst von einer Baufirma der Verdacht geäußert worden, dass asbesthaltiges Material vorhanden sein könnte. Eine sofortige Probe bestätigte, dass die Klebermasse, mit der Kork-Pinnwände an den Klassenzimmerwänden befestigt wurden, tatsächlich Asbestfasern enthält. Die Arbeiten wurden dann sofort eingestellt, so Nürnberger, der Verbindungsflur zwischen Grundschule und Mittelschule im Bereich  der Hausmeisterloge gereinigt und das Gebäude gesichert. Außerdem wurde ein für die Stadt tätiges Ingenieurbüro mit der Ausarbeitung eines Sanierungsplanes bzw. der Ausschreibung beauftragt.

Und diese Arbeiten wurden nun vom Bauausschuss vergeben. Mit allen Nebenkosten wird diese Sanierung nun rund 300 000 Euro zusätzlich kosten. Viel Geld, bezogen auf die Gesamtkosten allerdings nur 2,5 Prozent. Die Generalsanierung der Kunigundenschule kostet nun statt 11,9 Millionen Euro rund 12,2 Millionen. Um den Baustillstand und die daraus resultierenden Verzögerungen so gering wie möglich zu halten, soll mit der Asbestsanierung noch im Januar begonnen werden.

Die Arbeiten werden nun von einem auf Schadstoffe spezialisierten Unternehmen nach hohen Sicherheitsstandards durchgeführt. So werden unter anderem Luftschleusen eingebaut, die ein Austreten eventuell verseuchter Luft ins Freie oder andere Gebäudeteile verhindert. Das Unternehmen ist auch verantwortlich dafür, dass die asbesthaltigen Materialien entsorgt, das Schulgebäude anschließend gereinigt und die Belastung gemessen wird.

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