Gemeinderatssitzung

Kirchensittenbacher Räte billigen einstimmig das Gemeindeentwicklungskonzept

Viele kleine Orte prägen Kirchensittenbach. Um die Herausforderungen der Zukunft in der dünn besiedelten Flächengemeinde besser meistern zu können, wurde ein Gemeindeentwicklungskonzept erstellt. | Foto: E. Bodendörfer2019/02/fernsicht6.jpeg

KIRCHENSITTENBACH – Nach gut eineinhalb Jahren Planungszeit ist der „Wegweiser“, in welche Richtung es in der Gemeinde Kirchensittenbach mittelfristig gehen soll, fertig. Der Gemeinderat hat das Gemeindeentwicklungskonzept einstimmig gebilligt.

Drei Planungsbüros (Büro für Städtebau und Bauleitplanung, Planwerk und Team 4) haben das Konzept ausgearbeitet. Gefördert wird das Projekt durch das Amt für ländliche Entwicklung. Nach der Auftaktveranstaltung im Juli 2017 folgten in den einzelnen Orten Begehungen mit Bürgern sowie Planungsspaziergänge, Expertenrunden und zuletzt die Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange, sprich Behörden und Nachbarkommunen.

Herausgekommen ist ein 170-seitiges Werk, in dem sowohl generelle Ziele als auch konkrete Einzelmaßnahmen in den jeweiligen Orten festgehalten sind. So ist darin beispielsweise verankert, dass es ein kommunal vernetztes Angebot an Grundversorgungsdienstleistungen wie Lebensmittelgeschäfte, Arzt, Post etc. braucht, um eine hohe Lebensqualität in der Gemeinde zu haben, vor allem angesichts des demographischen Wandels mit immer mehr älteren Mitbürgern.

Attraktives Wohnen ist ein weiteres Strategieziel. Die Siedlungsstruktur soll stabilisiert werden mit Schwerpunkt auf der Innenentwicklung. Soll heißen, dass beispielsweise leer stehende alte Häuser in den Ortskernen abgerissen und entweder durch neue ersetzt werden oder Platz schaffen für andere Projekte oder im Zeichen des Denkmalschutzes wieder hergerichtet werden könnten. Dafür gibt es auch entsprechende Förderungen über das Landesamt für Denkmalpflege oder auch über Instrumente wie die Dorferneuerung.

Eine einfache Dorferneuerung findet derzeit in Steinensittenbach statt. Dort wird die Straße Richtung Frohnhof ausgebaut, eine alte Scheune wird abgerissen und an den frei werdenden Platz wird die Bushaltestelle verlegt, ein erster Schritt, der sich ebenfalls aus dem Gemeindeentwicklungskonzept ergibt. Wie Wolfgang Neukirchner vom Amt für Ländliche Entwicklung erläuterte, könnten auf diesen Zug nun sogar Privatleute im unmittelbaren Umfeld der Maßnahme aufspringen und von Fördergeldern aus der Dorferneuerung profitieren, beispielsweise um ihre Höfe und Häuser attraktiver zu gestalten.

Eine einfache Dorferneuerung, die relativ zügig umgesetzt werden könnte, wäre auch am Kirchplatz in Kirchensittenbach denkbar. Bei größeren Dorferneuerungsverfahren kämen in erster Linie Hohenstein in Verbindung mit Steinensittenbach und der Hauptort Kirchensittenbach in Betracht. Allerdings machte Neunkirchner auch gleich deutlich, dass aufgrund des Personalmangels in seinem Amt mit Wartezeiten von rund sechs Jahren zu rechnen sei, bevor sich da etwas tue.

Ein weiteres übergeordnetes Ziel im Gemeindeentwicklungskonzept ist eine attraktive Kultur- und Naturlandschaft als Grundlage für Tourismus und Naherholung. Um die kleinteilige Kulturlandschaft zu erhalten, gelte es die landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe zu fördern.

Aushängeschild der Gemeinde ist die Burg Hohenstein, die sich großer Beliebtheit bei Tagesausflüglern erfreut. Und so haben die Planer eine Reihe von Einzelmaßnahmen überlegt, die in Hohenstein umgesetzt werden könnten, wie zum Beispiel längere Öffnungszeiten oder die Schaffung von mehr Parkflächen direkt unterhalb des Wahrzeichens sowie am Feuerwehrhaus. Die Ortsmitte soll attraktiver gestaltet werden.

Solche Einzelmaßnahmen wurden für fast jedes Dorf ausgearbeitet und werden bei einer öffentlichen Veranstaltung am Donnerstag, 25. April, der Bevölkerung vorgestellt. Aber natürlich auch die allgemeinen Ziele und vor allem, wie es künftig weitergeht. Es gibt auch gemeindeübergreifende Projekte, die zeitnah umgesetzt werden sollen, wie die Verbesserung der Radwegeverbindungen, ein Flächenmanagement, die Etablierung der Nachbarschaftshilfe, die vor Kurzem ihren Dienst aufgenommen hat, oder das Fördern des Wandertourismus.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange noch berücksichtigt. Es gab allerdings nicht sehr viele Anmerkungen. Das Landesamt für Denkmalpflege regt beispielsweise an, eine Denkmalliste oder besser gar ein kommunales Denkmalkonzept zu erstellen.

Bürgermeister Klaus Albrecht betonte, dass die Gemeinde Kirchensittenbach die erste Kommune im Landkreis Nürnberger Land sei, die ein Gemeindeentwicklungskonzept hat erstellen lassen. Dieses Konzept helfe dann auch bei der raschen Umsetzung der einen oder anderen Maßnahme im Rahmen der einfachen Dorferneuerung.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer