Bestellen und Abholen von Büchern verboten

Kein „Click and Collect“ für Bibliotheken

Kurz vor der erneuten Schließung konnten sich Leseratten Ende November in der katholischen Bücherei in Kersbach eindecken. | Foto: Privat2020/11/bucherei-kersbach-weihnachtstisch.jpg

NÜRNBERGER LAND. Leseratten müssen weiter warten: Während der
Einzelhandel und damit auch die Buchläden im Freistaat seit dieser Woche „Click & Collect“ anbieten dürfen, haben es die öffentlichen wie auch die wissenschaftlichen Büchereien nicht auf die sogenannte
Positivliste der Staatsregierung geschafft.

„Click & Collect“, also das Bestellen von Büchern über das Internet mit anschließendem Abholen vor Ort, bleibt weiterhin allen öffentlichen und auch wissenschaftlichen Bibliotheken Bayerns untersagt.

„Nicht wirklich nachvollziehbar“

„Für uns ist das auch nicht wirklich nachvollziehbar“, sagt Ina Gombert von der Stadtbücherei in Lauf. Sie sei davon ausgegangen, dass nach dem 11. Januar zumindest der Abholservice wieder anlaufen dürfe. Er habe unter den Hygieneauflagen bis zum Lockdown in Lauf hervorragend funktioniert (die Pegnitz-Zeitung berichtete mehrfach). „Es kam zu keinen Staus oder Schlangen, wir hatten das gut geplant und verteilt“.

Etliche Nachfragen

Auch jetzt sei die Nachfrage der Leser nach Ausleihen da, „wir hatten heute Morgen schon etliche Anrufe, die Menschen verstehen die Regelung nicht“, so Gombert. Doch grünes Licht sei vorerst nicht in Sicht, obwohl sich die Landesfachstelle für öffentliche Büchereien in Bayern in Gesprächen mit der Staatsregierung befinde.

Aktuell seien die Mitarbeiter der Laufer Stadtbücherei vor allem damit beschäftigt, Rückgaben zu bearbeiten. Die Ausleihfristen waren über Weihnachten und wegen des Lockdowns verlängert worden. Gombert: „Es kommen derzeit gut 250 Bücher jeden Tag zurück“. Diese werden desinfiziert und wandern dann wieder in den Bestand.

Einen Bringservice, wie ihn einzelne Büchereien in Bayern nun anbieten wollen, schließt Gombert für Lauf aus. „Dafür fehlt uns leider die Infrastruktur und dafür ist das Einzugsgebiet der Stadtbücherei auch zu groß“.

Hoffen auf den Sommer

Obwohl aktuell noch kein Licht am Ende des Pandemie-Tunnels zu sehen ist, plant die Stadtbücherei bereits ihr Jahresprogramm. „Wir sind zuversichtlich und haben einiges in der Pipeline, aber es wird wohl auch heuer wieder eine große Bereitschaft zur Flexbilität geben müssen“, meint Ina Gombert. Sie hoffe auf den Sommer, „dass dann draußen das ein oder andere machbar sein wird“.

Auch die Literaturtage sollen 2021 wieder stattfinden – „vielleicht in anderer Form“. Bereits im vergangenen Jahr musste die Bücherei auf Streaming-Formate ausweichen.
Isabel Krie

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