Katze bleibt vorerst zuhause

Kater Max: Gericht bremst Amt aus

Franz Dramont (rechts) und seine Söhne Frank (links) und Klemens Dramont vor dem Amtsgericht Hersbruck. Kurz zuvor war dort das Strafverfahren gegen Klemens Dramont eingestellt worden. | Foto: Andrea Beck2021/06/Familie-Dramont-Hersbruck-230621-Kater-Max-Foto-Beck-1-scaled.jpg

LAUF – Die Abholung von Franz Dramonts Kater Max durch das Laufer Veterinäramt wäre aktuell rechtswidrig. Das ist das Urteil des Verwaltungsgerichts Ansbach im Eilverfahren gegen das Amt. Dramonts Anwalt Rüdiger Pompl hatte gegen das ausgesprochene Tierhalteverbot des Veterinäramts für Franz Dramont und seinen Sohn Klemens Dramont Klage eingereicht (Die PZ berichtete). 

Zusätzlich beantragte er in einem Eilverfahren die „Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung“, die den sofortigen Vollzug der Abholung des 13-jährigen Katers Max, die das Veterinäramt ursprünglich für den 1. Juni angekündigt hatte, mindestens bis zum Prozessende aufschiebt. Im Eilverfahren hat das Gericht nun den Dramonts Recht gegeben. 

Die Begründung des Veterinäramts reiche für den Einsatz des schärfsten Mittels, also die Abholung von Max, gegen den Tierhalter nicht aus. Diese wäre „nicht angemessen“ und das Amt hätte auch weniger einschneidende Maßnahmen zur Auswahl. 

Das Laufer Amt hatte das Tierhalteverbot und die kurzfristige Beschlagnahmung des Katers mit einer Vermutung begründet: Es sei laut Veterinäramt anzunehmen, dass die Dramonts in Zukunft mit Max nicht mehr zum Tierarzt gehen und ihn dadurch leiden lassen. Das würde aufgrund ihrer Angst geschehen, nach der erzwungenen Tötung ihres zweiten Katers Moritz erneut in Kontakt mit dem Veterinäramt Lauf zu kommen. Das Laufer Amt begründet also das Tierhalteverbot mit seinem eigenen Vorgehen. 

Erzwungene Tötung im Februar

Im Februar hatte eine Amtstierärztin mithilfe der Polizei das Haus der Dramonts am Laufer Südring nach Kater Moritz durchsucht und ihn zur Tötung in die Nürnberger Tierklinik am Nordring bringen lassen. Grund dafür war, dass die Dramonts der Empfehlung von drei Tierärzten, den teilweise gelähmten Moritz einzuschläfern, bis dahin nicht nachgekommen waren.

Franz Dramont erhielt anschließend die Rechnung über den Polizeieinsatz und die Euthanasierung seines Katers. Auch dagegen hat Pompl Beschwerde eingereicht.

Der Rechtsanwalt hat mit dem Erfolg im Eilverfahren gerechnet. „Der sofortige Vollzug hätte vollendete Tatsachen geschaffen“, sagt Pompl. Auch zum Tierhalteverbot, das demnächst in einem Hauptverfahren verhandelt wird, hätten sich die Richter geäußert: Die Rechtfertigung eines Halteverbots „bringe die Begründung gerade noch ausreichend zum Ausdruck.“ Auch das Verbot an sich steht also auf wackeligen Füßen. 

Noch im Mai hatte der Sprecher des Landratsamts gegenüber der PZ geäußert, dass die Amtstierärztin keine Maßnahmen ergreift, „die nicht auch vor Gericht bestand haben.“ „Es wäre nun Zeit für ein Einlenken des Landratsamts“, sagt Pompl. Er wünsche sich, dass das Amt ab jetzt „sine ira et studio“, also ohne Zorn und Eifer, handelt und das Tierhalteverbot selbst zurückzieht. „Kater Max ist gesund und wird regelmäßig einem Tierarzt vorgeführt. Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass das in Zukunft auch passiert.“

Strafverfahren in Hersbruck wird eingestellt

Auch ein zweites Gerichtsurteil fiel für die Dramonts positiv aus. Am Mittwoch fand der Strafprozess gegen Klemens Dramont vor dem Amtsgericht Hersbruck statt, in dem der 58-Jährige beschuldigt wurde, gegen „die Vertraulichkeit des Wortes“ verstoßen zu haben. Grund war das Video, das Klemens Dramont im Februar von den Polizisten während der Durchsuchung des Hauses, in dem er zusammen mit seinem Vater wohnt, mit dem Handy aufnahm.

Ob er tatsächlich filmte oder ob das Gespräch der Polizisten überhaupt zu hören ist, weiß Klemens Dramont nicht, da die Beamten sein Handy sofort beschlagnahmt hatten und er der Polizei die PIN nicht weitergab. Die Klärung blieb auch am Mittwoch aus, denn die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte das Handy nicht im Prozess dabei.

Das hatte allerdings auf den Ausgang des kurzen Verfahrens keinen Einfluss. Gleich zu Beginn beantragte Dramonts Anwalt Ulrich Weber ein Rechtsgespräch, in dem er Richter André Gläßl und der Staatsanwältin unter Ausschluss der Öffentlichkeit einen Vergleich vorschlug.

Anschließend verkündete der Richter die Einstellung des Strafverfahrens mit der Auflage für Klemens Dramont, 250 Euro an das Hersbrucker Tierheim zu überweisen. Die geforderte Strafe der Anklage betrug 2000 Euro. 

Weitere Verfahren stehen aus

In seiner Abschlussrede wies Gläßl Klemens Dramont darauf hin, dass die Verwaltungen darauf angewiesen seien, dass ihre Beschlüsse vollzogen werden. Ob die gewählte Maßnahme der einzig „gangbare Weg“ gewesen sei, wolle er hier allerdings nicht kommentieren.

Franz Dramont und seine Söhne Klemens und Frank nahmen die beiden Entscheidungen der Gerichte Ansbach und Hersbruck mit großer Erleichterung auf. Seit der Abholung seines Katers Moritz, der wie Max von ihm 13 Jahre umsorgt wurde, konnte der 90-Jährige nicht mehr ruhig schlafen. „Zum Glück ist die Abholung von Maxi erst mal vom Tisch“, sagt Dramont.

Doch es warten noch weitere anstrengende Verfahren auf ihn. Unter anderem die Klage des Laufer Veterinäramts wegen „Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“ gegen Franz Dramont muss noch verhandelt werden. 

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