Verkauf ab 2. November

Adventskalenders des Lions Clubs Hersbruck

Dieser Winterzauber am Hersbrucker Plärrer von Kai Schmidt bildet den Hintergrund für den Lions-Adventskalender. | Foto: Kai Schmidt/Foto Steinbauer2020/10/Lions-HEB-AdvKal-2020-Motiv-14Okt20-1200.jpg

HERSBRUCK – Viele liebgewonnene Traditionen macht die Corona-Pandemie derzeit zu Nichte. Doch auf ein tägliches Ritual in der Vorweihnachtszeit müssen Groß wie Klein nicht verzichten: Das Öffnen des Lions-Adventskalenders. Darüber freut sich auch Präsident Harald Schmutzler.

Sie haben erst im Sommer die Präsidentschaft beim Hersbrucker Lions Club übernommen. In dieser Zeit keine leichte Aufgabe.

Harald Schmutzler: Es ist eine vergleichsweise ruhige Zeit aufgrund von Corona und daher habe ich mich entschlossen, dass ich nach 2020/2021 ein weiteres Mal für das Präsidentenamt kandidieren werde. Ich sehe die Krise aber auch als Chance, den Lions Club neu auszurichten.

Wie möchten Sie den Verein denn verändern?

Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt und immer wieder schmerzliche Verluste unter unseren Lionsfreunden zu verkraften. Auch die Internationalität der Bewegung spielt für mich in Hersbruck keine so große Rolle. Wir müssen und werden uns deutlich stärker auf die Stadt ausrichten. Und es war lange überfällig, den Club für Frauen zu öffnen. Deshalb wurde dies bei uns bereits vor zwei Jahren beschlossen. Unser Ziel ist es darüber hinaus, vor allem Jüngere einzubinden und unseren Club für diese Zielgruppe attraktiver zu machen.

Und wie?

In dem wir eine Gemeinschaft werden, die aktiv etwas für die Gesellschaft tut, die selbst anpackt mit Rat und Tat. Wir müssen Interessierte finden, die bereit sind, mehr für die Gesellschaft zu geben, als sie von ihr einfordern – egal, welchen Hintergrund sie haben.

Dafür erscheint Ihnen die Corona-Krise als der richtige Zeitpunkt?

Ja, genau. Klingt vielleicht paradox, doch ich sehe das als Chance. Normalerweise haben wir mit der Krapfenaktion, dem Kraftakt Weinstadel auf dem Altstadtfest und dem Adventskalender unsere wesentlichen drei Einnahmequellen, die uns zudem ziemlich beschäftigt halten. Aufgrund der Pandemie bleiben uns dieses Jahr nur der Kalenderverkauf und die Krapfenaktion als einzige Erlös-Möglichkeiten übrig. Doch genau deshalb finden wir nun die Zeit, uns auf andere Dinge zu konzentrieren. Wir können ja so viel mehr tun, als mit unserer ehrenamtlichen Arbeit „nur“ Geld zu sammeln: Zum Beispiel etwas mit den eigenen Händen zu arbeiten. Unsere nächsten Projekte sind beispielsweise, eine Mitfahrbank aufzustellen und die Kneippanlage an der Psorisol-Klinik wiederzubeleben. Und das sind meiner Meinung nach die „einfachen“ Dinge, die der Gesellschaft guttun.

Warum denken Sie, kommt das bei den Menschen gut an?

Durch Corona erkennen wir, dass Solidarität und Regionalität wichtiger sind als Globalisierung und große internationale Räder zu drehen. In meiner Generation hat man oft sehr viel arbeiten und Steuern zahlen müssen, um die Gesellschaft voranzubringen. Das wird, wie ich finde, nicht so bleiben. Die aktuelle Krise deckt auf, was alles nicht funktioniert: Gesundheitseinrichtungen sind und dürfen keine Wirtschaftsunternehmen sein. Ist es zum Beispiel gut, einfach Dinge nach Asien auszulagern? Ist das der Preis der Globalisierung, dann beispielsweise nicht an Masken zu kommen? Um wieder mehr Zusammenhalt zu schaffen, ist es wichtig, im Kleinen anzufangen. Und das tun wir.

Unter erschwerten Bedingungen.

Vieles von dem, was mein Vorgänger Otto Wolze und ich vorhatten und haben, ist schon weggekippt. Wir haben einfach viele ältere Mitglieder und die lassen verständlicherweise die Veranstaltungen weg, die nicht sein müssen. Statt auf Konzerte und Indoor-Events setzen wir jetzt auf eine Kräuterwanderung oder den Besuch einer Staudengärtnerei. Und in der Vereinsspitze auf Videokonferenzen. Da wir alle technisch gut ausgerüstet sind, funktioniert das gut.

Trotz des Fokus´ aufs Anpacken halten Sie am Lions-Adventskalender fest?

Er ist seit 2003 eine feste und liebgewonnene Aktivität beim Lions Club Hersbruck. Gerade wegen der aktuell schwierigen Zeit wollen wir damit ein Zeichen von Kontinuität und Verlässlichkeit setzen. Wir haben die Auflage etwas verkleinert und hatten natürlich Sorge, dass sich die Sponsoren zurückhalten würden. Aber das war nicht der Fall und ist ein echtes Zeichen von Solidarität. Und genau dafür gebührt unseren Sponsoren ein ganz besonderer Dank.

Wie lief die Arbeit in diesem Jahr ab?

Eigentlich wie immer: Das Kalender-Team aus Petra Holzinger, Dieter Bärmann, Michael Krammer und Heinrich Wällermann ist seit Anfang September mit vielen Themen beschäftigt: Die langjährigen Sponsoren müssen angefragt, neue gefunden werden – wie beispielsweise das StattTheater Hersbruck. Das Kalendermotiv muss ausgewählt, die Datenbank gepflegt, die Kalender gestaltet, gedruckt und verteilt werden. Es folgen die Ziehung der Gewinnzahlen sowie das Einsammeln der nicht verkauften Kalender. Das Team hat bis Weihnachten mit der Aktion gut zu tun, denn am Ende steht noch die Sonderziehung auf dem Programm.

Eine Adventszeit ohne den Lions-Kalender ist …

… undenkbar! Das ist einfach eine schöne Sache!

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