Corona in Feucht

Wirt bezwingt das Virus

Alles wieder gut: Während Efthimios Parmenidis eine Corona-Infektion wegen eines chronischen Lungenleidens über Wochen im Krankenhaus auskurieren musste, überstand seine Ehefrau den Infekt mit nur eintägigem leichten Fieber und Husten. Die Kinder des Ehepaars zeigten keine Symptome. | Foto: Alex Blinten2020/08/Feucht-Parmenidis-online-scaled.jpg

FEUCHT – Die Betreiber des Parkrestaurants sind nach ihrer Corona-Infektion wieder genesen. Drei Wochen lang war die Gaststätte geschlossen. Das Gesundheitsamt hat keine Ansteckungen bei Gästen oder anderen Kontaktpersonen festgestellt.

Efthimios Parmenidis ist ein kräftiger Mann, groß, mit tiefer Stimme und lachenden Augen. Kaum vorstellbar heute, dass sein Körper noch vor wenigen Wochen im Krankenhaus gegen das Corona-Virus kämpfen musste. Der Wirt des Park-Restaurants in Feucht leidet an der Lungenkrankheit COPD. Seine Ärzte waren deshalb aufs höchste alarmiert, nachdem er positiv auf Covid-19 getestet worden war.

Flugreise nach Griechenland

Mit seiner Frau Eleni musste der Feuchter Wirt Anfang Juli nach Saloniki fliegen, weil es in einer Wohnung der Familie in Griechenland einen Wasserschaden gegeben hatte. In seiner Heimatstadt traf das Ehepaar dann Freunde und Verwandte, hatte Termine bei einem Steuerberater und einer Anwältin und war viel unterwegs. Am Donnerstag, 9. Juli, fliegt das Ehepaar wieder mit Ryan Air zurück. Am Flughafen wartet der älteste Sohn auf die beiden, es gibt Umarmungen, man erzählt im Auto.

„Wir haben uns gesund gefühlt, als wir nach Feucht gefahren sind“, berichtet Parmenidis. So gesund fühlt er sich auch noch bis zum Mittag des nächsten Tages. Am Freitag, 10 Juli, arbeitet er vormittags noch im Lokal. Dann geht auf einmal alles ganz schnell. Der Wirt fühlt sich schwach, muss sich setzen, bekommt Fieber und einen anhaltenden Husten. Die erhöhte Temperatur behandelt er zunächst mit fiebersenkenden Medikamenten, besser wird sein Zustand aber nicht. Am Montag, 13. Juli, ruft Parmenidis dann bei seinem Hausarzt Dr. Peter Polster an und schildert seine Symptome. Polster testet daraufhin ihn und alle Familienangehörigen auf Corona.

Testergebnis nach drei Tagen

Drei Tage später, am Mittwoch, 15. Juli, klingelt abends um 21.30 Uhr bei der Wirtsfamilie das Telefon. Dr. Polster ist am Apparat. Er hat das Testergebnis für die Familie Parmenidis vorliegen: Bis auf die beiden ältesten Söhne sind alle infiziert: Efthimios und seine Frau Eleni, die beiden 15-jährigen Zwillinge und Elenis Schwester. „Herr Polster hat uns zuerst einmal beruhigt und gesagt, dass er sich jetzt um alles kümmern werde“, erinnert sich Parmenidis. Kümmern bedeutet für ihn selbst, dass wenig später ein Krankentransport vor der Tür steht, der ihn ins Nordklinikum nach Nürnberg bringt.

Ehefrau Eleni, die Schwägerin und die Zwillinge müssen derweil in Quarantäne, die Gaststätte wird geschlossen und die Suche nach Kontaktpersonen beginnt. Während der 69-jährige Wirt mit seiner Diabetes, seinem Übergewicht und seiner Lungenkrankheit im Nordklinikum als Hochrisikopatient behandelt wird, bleiben die beiden 15-jährigen Kinder des Ehepaars ohne Symptome. Ehefrau Eleni hat einen Tag lang leichtes Fieber und Husten, ebenso ihre Schwester. Dann sind auch diese Beschwerden vorbei.

Efthimios Parmenidis dagegen hat im Krankenhaus zwölf Tage lang Fieber. Er leidet unter Atembeschwerden, so stark, dass die Ärzte überlegen, ihn an eine Beatmungsmaschine anzuschließen. Diese Prozedur bleibt dem Wirt am Ende erspart. Langsam geht es wieder aufwärts. Als man ihn nach drei Wochen erneut auf Corona testet, ist er virusfrei.

Gaststätte öffnet nach drei Wochen Pause

Nach zwei Wochen Quarantäne hätte Ehefrau Eleni die Gaststätte wieder öffnen können. Sie entscheidet sich aber, noch eine weitere Woche bis zur Wiedereröffnung zu warten. In der Zwischenzeit gibt es gute Nachrichten für die Wirtsleute: Weder ihre Kontakte in Griechenland noch einer der mehr als 100 Gäste aus dem Lokal waren infiziert.

„Dr. Polster hat mir das Leben gerettet“

Rückblickend hat Efthimios Parmenidis nur Lob für die Teams im Nordklinikum, die ihn „wie in einem Fünf-Sterne-Hotel“ untergebracht und betreut haben. Und am Ende habe der Aufenthalt im Krankenhaus auch noch einen positiven Nebeneffekt gehabt, erzählt der Wirt. „Ich habe 15 Kilo abgenommen.“ Der Held in Parmenidis‘ Geschichte ist aber sein Hausarzt. „Dr. Polster hat mir das Leben gerettet“, betont der 69-Jährige. Sein Arzt habe schnell reagiert und für ihn und seine Familie alles richtig gemacht.

Die Feuchter Wirtsfamilie ist genesen und hat Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Efthimios Parmenidis, seine Frau, seine Schwägerin und die beiden Zwillinge werden fortan in der Liste der Coronafälle im Landkreis als bestätigte Fälle gezählt. Am Freitag lag die Zahl bei 682. Mit der Zählung begonnen hat das Gesundheitsamt im März. 618 Personen gelten als genesen, 45 sind mit oder an Corona verstorben.

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