Wie die Heringe

Pendler klagen über die S3

Fahrgäste klagen seit Wochen über drückende Enge in der S3. Nur jetzt, zur Ferienzeit, geht es entspannter zu. | Foto: Alex Blinten2019/04/Feucht-S-Bahn.jpg

BURGTHANN/OCHENBRUCK/FEUCHT – Die Fahrgäste der S3 klagen über fehlende Wagen, überfüllte Bahnsteige und unregelmäßige Taktzeiten.

Was ist bloß in der S3 im morgendlichen Berufsverkehr los? Leser berichten von „tumultartigen Zuständen“. Drückend eng gehe es zu. Manchmal könnten Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer nicht mitfahren, weil es in den Wagen einfach keinen Platz mehr gibt. Seit Anfang des Jahres hat die Bahn ihre Wagen auf der Strecke reduziert, berichtet eine Leserin aus Schwarzenbruck, die regelmäßig mit der S3 unterwegs ist.

Längere Züge ausgerechnet in den Ferien?

Sie steigt täglich in Ochenbruck ein. „Dann ist die S-Bahn schon überfüllt, so dass fast kein Stehplatz mehr übrig ist.“ Fahrgäste drängeln im Türbereich, die Türen schließen nicht mehr, die S-Bahn verspätet sich. Von Station zu Station. Merkwürdigerweise setzt die Bahn nach Schilderungen der Schwarzenbruckerin am späten Vormittag, wenn der Hauptansturm vorüber ist, längere Züge ein.

Eine Feuchterin schildert, dass es in den vergangenen Wochen morgens immer wieder sehr voll gewesen sei. Wie die Heringe in der Tonne müssten die Fahrgäste stehen. „Mir ist schon passiert, dass mein Arm zwischen die sich schließenden Türen geriet.“ Aber es gebe auch ruhigere Tage. „Wenn die Bahn längere Züge einsetzt, vorzugsweise in den Ferien“, kommentiert die Feuchterin trocken. Und tatsächlich: Unmittelbar nach dem Gespräch am Mittwochmorgen fährt die S-Bahn ein. Ein langer Zug. Sitzplätze für alle.

Die Wagen sind knapp

Warum setzt die Bahn morgens nicht längere Züge ein? Bahnsprecher Anton Knapp räumt die Missstände unumwunden ein: „Für die Unannehmlichkeiten bitten wir die Fahrgäste um Entschuldigung.“ Derzeit gebe es Probleme bei der Fahrzeugverfügbarkeit. Der Engpass bei der S3 soll bis zum Frühsommer behoben sein, verspricht Knapp.

Der ICE gibt den Takt vor

Ein weiterer Kritikpunkt vieler Pendler: Obwohl die S3 auf einer langen Strecke mit vielen Haltepunkten unterwegs sei, habe sie keinen durchgehenden 20-Minuten-Takt. Seit dem neuen Fahrplan vom Dezember 2019 ändern sich die Abfahrtszeiten nahezu stündlich. Laut Bahn muss sich die S3 an den Fernverkehrsplänen orientieren. Konkret am ICE Köln – Nürnberg – Wien.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten