Wohngebiet Bayernstraße in Ezelsdorf

Es geht um Energie-Effizienz

Hier wirbt die Gemeinde für das neue Baugebiet an der Bayernstraße hinter der Tafel. Auf dem eingezeichneten Lageplan befinden sich die fünf unterschiedlich großen Grundstücke für Mehrfamilienhäuser im Nord-Osten (links oben).
Hier wirbt die Gemeinde für das neue Baugebiet an der Bayernstraße hinter der Tafel. Auf dem eingezeichneten Lageplan befinden sich die fünf unterschiedlich großen Grundstücke für Mehrfamilienhäuser im Nord-Osten (links oben). | Foto: Gisa Spandler2020/07/Ezelsdorf-Bayernstrasse-Bautafel-675x9001-1.jpg

EZELSDORF – Für das Baugebiet Bayernstraße sind neben kleineren Einheiten auch bis zu fünf Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Mittlerweile haben sich einige Bauträger für diese Grundstücke beworben, drei von ihnen haben im jüngsten Haupt-, Personal- und Finanzausschuss ihre Projekte – sehr unterschiedliche Vorhaben – vorgestellt.
Die Firma Werner Wohnbau zeigt Interesse für den Ankauf eines Grundstücks, um im Bereich Doppel- und Reihenhäuser aktiv zu werden. 20 verschiedene Typen hat das Unternehmen im Angebot, die je nach Gegebenheiten und Bedürfnissen angepasst werden. Als besonderen Vorteil stellte die Vertreterin der Fima die schlüsselfertige Übergabe zu Festpreisen dar. Gebaut werde massiv mit Kalksandstein, engagiert würden bewährte Handwerker, die gemeinsam schon viele Projekte umgesetzt haben. Wichtig sei der Firma Energieeffizienz: „Wir halten alle gängigen Standards ein.“
Im Baugebiet Bayernstraße sind im nordöstlichen Bereich die Mehrfamilienhäuser vorgesehen, für die Werner Wohnbau zwei Varianten im Auge hat.
Die erste Alternative sieht sieben Reihenhäuser und ein Doppelhaus vor. Geplant sind dabei auch zwei Stellplätze je Wohneinheit, jeweils eine – begrünte – Garage und ein Platz im Freien. Die Versorgung läuft über eine Technikzentrale, von der aus die Leitungen in die einzelnen Häuser führen. Strom und Wärme sollen über ein Blockheizkraftwerk und eine Gastherme erzeugt werden.
Man halte sich mit den Planungen an die Festlegungen des Bebauungsplans. Bei den Dachformen sei man flexibel.
Der Preisrahmen bewege sich für die schlüsselfertigen Objekte von 470 000 bis 475 000 Euro bei den beiden Doppelhaushälften, die auf 350 beziehungsweise 385 Quadratmeter großen Grundstücken stehen, bei den Reihenhäusern mit Mittelhäusern (245 bis 250 Quadratmeter) ist mit 430 000 Euro zu rechnen, während die Endhäuser auf einer Grundstücksfläche von 410 Quadratmetern 475 000 Euro kosten sollen.
In der zweiten Planvariante konzentriert man sich nur auf den Bereich, der für Reihenhäuser vorgesehen ist, das Doppelhaus fällt weg, dafür ist ein Wertstoffbehälter mit eingeplant.
Der Haustyp beinhaltet 136 Quadratmeter Wohnfläche, auf zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss verteilt. Die Dachneigung von 35 Grad soll noch auf die vorgeschriebenen 33 Grad angepasst werden, aktuell geht man von einem Satteldach aus. Der Grundriss beträgt zwölf mal fünf Meter, im Erdgeschoss sind der Wohn-Essbereich mit offener Küche und ein Gäste-WC, im Obergeschoss zwei Schlafzimmer, das Bad und ein Abstellbereich und im Dach noch zwei weitere Räume.
Wolfgang Lahm wollte wissen, ob die Preise fix seien, woraufhin die Planerin eine mögliche Anpassung einräumte.
Allerdings sei nicht davon auszugehen, dass sich in einem halben Jahr viel verändere. „Die Vier wird noch vorne stehen.“ Alexander Bock interessierte sich dafür, ob denn jedes Haus seine eigene Zisterne haben werde. Dies sei für jeden Haushalt vorgesehen, informierte Bauamtsleiter Roland Schmucker, auch erhalte jeder seine eigene Schmutzwasser- und Kanalleitung.
Ein ganz anderes Vorhaben verfolgen Eva Frey und Volkmar Schäfer. Die beiden Burgthanner haben noch keine konkrete Planung, möchten aber gern ein Mehrfamilienhaus mit 400 bis 500 Quadratmetern Wohnfläche und sechs Wohneinheiten mit 50 bis 100 Quadratmetern auf drei Stockwerken bauen im Stil eines Mehrgenerationenhauses. Geplant ist ein staatlich gefördertes KfW-Effizienzhaus ohne großen Luxus, aber mit erschwinglichen Mieten. Tiefgarage und Aufzug sind nicht vorgesehen, weil ältere Mieter ohnehin eher im Erdgeschoss wohnen werden, so Volkmar Schäfer. Verwirklichen soll dies die Firma Bayernhaus Wohn- und Gewerbebau GmbH, vorgestellt hat man sich einen Grundriss von zehn mal zwanzig Metern. Eva Frey und Volkmar Schäfer würden zwei Wohnungen für Familienmitglieder reservieren, die vier anderen sollten vermietet werden.
Ein größeres Objekt wollen Dietrich Fichtner von Amid und Dieter Esau von Adites in Angriff nehmen mit einer gemeinsamen Firma in Burgthann, die noch zu gründen ist. Wichtige Faktoren für ihre Projekte sind das Engagement der regionalen Handwerkerschaft, hohe Energieeffizienz, Wohnqualität (unter anderem Barrierefreiheit), geringe Betriebskosten. Die beiden Bauträger verwirklichen ausschließlich KfW-Effizienzhäuser 40 Plus, bei denen der Energiebedarf gering, die Zuschüsse aber beträchtlich sind. Kennzeichnend für ihre Häuser sind ferner eine Dämmung ohne Kunststoffe, generell natürliche Baustoffe, eigene Lüftungsanlagen für jede Wohneinheit, was jegliche Schimmelbildung vermeidet, Heizen über eine Wärmepumpe, eine Elektrolademöglichkeit zum Beispiel für E-Autos sowie die Ausstattung mit einem Aufzug und Balkon oder Terrasse.
Für Ezelsdorf hatten sie zwei Varianten im Gepäck. Für die erste sind maximal 27 Wohneinheiten auf einem Grundstück geplant, es gäbe nur einen Energieanschluss, aber mehrere Heizzentralen, die Wohnungen sind zwischen 50 und 100 Quadratmetern groß.
Der Zugang zu den Einheiten verläuft über einen Laubengang, und da das Gebäude nach Süden ausgerichtet ist, eignet es sich optimal für Fotovoltaik. Die zweite, kleinere Variante verfügt über eine Innentreppe und sieht nur 18 Wohneinheiten vor. Sie ist ebenfalls nach Süden ausgerichtet und bietet ein leicht geneigtes Dach für ganzflächige Fotovoltaik, die zudem noch einen Beschattungs- und Kühleffekt mit sich bringt.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren