Vorwurf der Tierquälerei

Wie war das mit dem Taubennest, Herr Steuer?

Steuer Feucht
Hier oben hat Gerd Steuer diesen Teil des Taubengitters am vergangenen Donnerstag geöffnet, nachdem er einen Anruf vom Tierheim bekommen hatte. Am Tag darauf waren Polizei und Feuerwehr vor Ort. | Foto: Blinten2019/09/Feucht-Steuer.jpg

FEUCHT – Gegen den dritten Feuchter Bürgermeister steht der Vorwurf der Tierquälerei im Raum. Dagegen wehrt sich Gerd Steuer heftig und sieht das ganze als Teil eines Nachbarschaftstreits, der nach seiner Darstellung seit Jahren schwelt.

Es geht um Tauben, die sich auf dem Haus von Steuer im Kuckucksweg niedergelassen haben. Die Tiere nisten unterhalb der Solaranlage auf dem Dach und halten den Feuchter Kommunalpolitiker (UCS) auf Trab, weil sie sich durch nichts vertreiben lassen.

Jämmerlich geschrien

Nachbarn haben nun beobachtet, dass Steuer den gesamten Bereich rings um die Solaranlage von einer Fachfirma verblenden ließ, so dass den Tauben der Weg zum Raum zwischen Anlage und Dach versperrt war. Das sei geschehen, obwohl Gerd Steuer gewusst habe, dass sich noch Jungvögel in einem Nest in dem Zwischenraum befanden. Mit der Folge, dass die kleinen Tauben jämmerlich nach den Altvögeln geschrien hätten und die Elterntiere draußen mit Futter hin und her geflogen seien und nicht mehr ans Nest gelangen konnten.

Beim Veterinäramt, beim Landesbund für Vogelschutz und beim Tierheim habe sie dann angerufen, erzählt eine Nachbarin. Niemand habe sich zuständig gefühlt. Am vergangenen Freitag hätten die Vögel dann so laut geklagt und ihr so leid getan, dass sie die Polizei benachrichtigte.

Anruf vom Tierheim

Eine Streife schaute sich dann vor Ort um und fragte bei der Feuchter Feuerwehr an, ob die helfen könne. Woraufhin Feuerwehrleute zum Dach hinauf stiegen und einen Teil der Verblendung öffneten. „Die Taubeneltern konnten sich somit wieder um ihren Nachwuchs kümmern“, hält der Polizeibericht dazu fest.

Gerd Steuer weist mit Nachdruck zurück, dass die Taubenschutzgitter eingebaut worden seien, obwohl er gewusst habe, dass sich noch Jungtiere unter seiner Solaranlage befanden. Der gesamte Zwischenraum sei mit Stangen untersucht worden. Als die Mitarbeiter der Fachfirma dann die Verblendung angebracht hätten, sei man fest davon ausgegangen, dass da keine Tiere mehr auf dem Dach waren. Und ja, er habe tatsächlich einen Anruf vom Tierheim bekommen, das auch von den Nachbarn alarmiert worden sei.

Die Tierheim-Mitarbeiterin habe vorgeschlagen, einfach ein Stück Verblendung zu öffnen, dann sei alles in Ordnung. Das war am Donnerstag vergangener Woche. Offenbar haben die Elterntiere die von Steuer geschaffene Öffnung aber nicht gefunden. Am Freitag alarmierten die Nachbarn die Polizei, die dann für den Feuerwehreinsatz sorgte.

Tauben sind generell großes Ärgernis

Für Steuer sind die Tauben generell ein großes Ärgernis. Ständig müsse er seine Regenrinnen sauber machen lassen, das koste Geld, erzählt er. Viel teurer noch kam jetzt die Verblendung unterhalb der Solaranlage. 2000 Euro bezahlt er dafür.

Vertreiben ließen sich die Tauben bisher weder mit Raben-Attrappen noch mit Anti-Tauben-Geräten, die akkustische Signale geben. Doch der dritten Bürgermeister will es jetzt mit neuen Geräten versuchen. Außerdem will er sich Rat bei den Feuchter Kleintierzüchtern holen. Vielleicht haben die ja eine Idee, wie man die Tauben vergraulen kann.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten